Börse Frankfurt
K+S schmiert ab – Dax legt zu

Der heutige Börsentag stand am Dienstag ganz im Zeichen der Quartalsbilanzen. Für negative Überraschungen bei den Anlegern sorgten die Deutsche Bank, K+S und Infineon. Der Dax konnte dennoch Boden gutmachen.
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FrankfurtTrotz einiger Lichtblicke unter den Bilanzen und einer laut dem Marktforschungsunternehmen GfK positiven Verbraucherstimmung haben sich die Dax-Anleger am Dienstag nicht zu größeren Käufen augerafft. Positiven Zahlen wie denen von Linde stehen einige Enttäuschungen wie die der Deutschen Bank gegenüber. Hinzu kommen Gewinnmitnahmen nach eigentlich guten Zahlen von Infineon oder Fresenius. Daneben sorgen die Kursabstürze von K+S sowie Rheinmetall im MDax für reichlich Gesprächsstoff.

In dieser Gemengelage stieg der Dax um 0,15 Prozent auf 8271 Punkte. Der EuroStoxx50 zog um 0,6 Prozent auf 2759 Zähler an. An den US-Börsen zeichnete sich ein etwas festerer Handelsstart ab. Viele Investoren hielten sich aber vor den Notenbanksitzungen in den USA und der Euro-Zone am Mittwoch und Donnerstag lieber bedeckt.

Im Fokus stand der Rekord-Kurssturz der Aktien von K+S. Sie brachen um bis zu 27 Prozent auf ein Sechs-Jahres-Tief von 19,40 Euro ein, nachdem die russische Uralkali mit ihrem Austritt aus dem Handelskonsortium BPC die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt hatte. Denn dadurch könnten die Kalipreise im zweiten Halbjahr unter 300 Dollar je Tonne fallen – von derzeit rund 400 Dollar pro Tonne.

K+S erklärte, es könne die genannten Preise nicht nachvollziehen, die in keiner Weise der aktuellen Angebots- und Nachfragesituation entsprächen. Eine umfassende Bewertung der Situation sei dem Konzern derzeit jedoch nicht möglich. Laut Commerzbank-Analyst Lutz Grüten führt ein einprozentiger Preisrückgang beim Weltkalipreis zu einer zweiprozentigen Verringerung des operativen Gewinns bei K+S.

„Für K+S ist das eine Katastrophe, die Aktien will jetzt erst einmal keiner mehr haben“, fasste ein Händler zusammen. Uralkali rutschten in Moskau um mehr als 20 Prozent ins Minus, die in Frankfurt gelisteten Aktien des russischen Konzerns waren mit einem Minus von fast 30 Prozent die größten Verlierer auf Xetra. K+S notierten bei Börsenschluss 23 Prozent im Minus.

Ebenfalls aus den Depots flogen die Aktien der Deutschen Bank, deren Nettogewinn im zweiten Quartal um die Hälfte einbrach und die Erwartungen der Analysten damit deutlich verfehlte. Da zuvor die guten Ergebnisse der US-Banken die Erwartungen hoch getrieben hatten, war die Enttäuschung besonders hoch. Zudem hatte kaum jemand mit der Erhöhung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten gerechnet. Die Aktien rutschten um 3,9 Prozent ab.

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  • Nun K+S befindet sich ja seit Sommer 08 im Abwärtstrend.Damals,vor vielen Jahren,stieg der Wert vom SDAX über den MDAX bis in den DAX auf.Eine Vervielfachung innerhalb von 17 Jahren(1991 noch bei 1,6 Euro-Juni 08 fast 90 Euro).
    Gepusht vom "Aktionär" und ähnlichen "Fachblättern" schien nur der Himmel die Grenze,mit Betonung auf schien....Trösten können sich all die,die rechtzeitig rein oder raus sind,je nachdem,so ist das am der Börse,jeder Aufschwung ist endlich,jede Blase platzt irgendwann.... .

  • Jeder spürt, dass hier etwas nicht stimmt: Eine Dax-Aktie verliert 25% an einem Tag nur wegen der Äußerung eines Konkurrenzunternehmens. Kann ein einziger Satz so etwas bewirken? Vieles spricht dafür, dass die kurzzeitige Unsicherheit von Hochfrequenzsystemen und Hedgefonds ausgenützt wird, um den Kurs nach unten zu drücken. Hier werden viele Millionen verdient auf Kosten der Kleinanleger, die aus Panik verkaufen. Der Staat könnte diesem Treiben ein Ende bereiten, indem der eine Mindesthaltedauer und/oder eine Transaktionssteuer einführt, die auch für den Hochfrequenzhandel gilt. Hier darf es keine Ausnahmen geben! Ich bin gerne bereit, diese Steuer zu bezahlen, wenn sie dazu beiträgt, Kursmanipulationen zu verhindern.

  • Dieser Index bemisst den Anstieg der US-Häuserpreise und hat mit Aktien nichts zu tun.

    PS:wenn dem so wäre,dass auf lange Dauer billiges Geld hülfe,sehe es in Japan seit Ende 89 bombig aus...

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