Börse Frankfurt
Kurz vor Schluss knackt der Dax den Rekord

Stabile Konjunkturdaten aus China und Bilanzzahlen aus den USA sorgten für einen deutschen Leitindex, der langsam aber zielstrebig in Fahrt kam und sich nicht davon abbringen lies, am Ende einen neuen Höchststand zu erreichen.
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FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt konnte sich von seinen gestrigen Verlusten erholen. Nach Beilegung des Haushaltsstreits in den USA, der die Finanzmärkte größtenteils kalt gelassen hatte, kam es gestern zu Gewinnmitnahmen, der Dax fiel um 0,3 Prozent. Robuste Konjunkturdaten aus China unterstützten den Dax am Morgen, konnten über den Tag hinaus aber nicht keine sehr große Kauflaune versprühen. Nach einem Anstieg um 0,3 Prozent fiel der Leitindex wieder zurück. Danach nahm er aber langsam an Fahrt auf und legte kontinuierlich zu. Kurz vor Schluss wuchs die deutsche Benchmark Dax immer weiter, ehe er dann 10 Minuten vor Handelsschluss bei 8865 Punkten lag und das Allzeithoch vom Mittwoch um fünf Zähler toppte, womit er dann auch den Wochenhandel schloss.

Bis zum Ende hin war unklar, ob der Dax noch einmal das Hoch nehmen konnte. Denn die neuerliche Stimmungsaufhellung viel am Anfang nicht stark genug aus. Impulsen kamen am Nachmittag aus den USA: Die New Yorker Indizes zeigten durch positive Bilanzen der großen Konzern wie Google, General Electronics und Morgan Stanley eine feste Performance und sorgten so weiter für eine langsam steigenden deutschen Leitindex.

Der MDax hingegen zeigte sich von Anfang an in guter Laune: Er legte um 1,7 Prozent zu und stand am Ende bei 15.700 Punkte - dies ist der höchste Wert seiner Geschichte. Der TecDax wuchs um 0,6 Prozent bei 1104 Zählern.

In China hat das Wirtschaftswachstum im Spätsommer angezogen: Im dritten Quartal von Juli bis September stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die Statistikbehörde in Peking am Freitag mitteilte. In den ersten neun Monaten betrug das Wirtschaftswachstum demnach 7,7 Prozent. Offizielles Ziel der Regierung ist ein Wachstum von 7,5 Prozent im Jahr.

"Einerseits wirken die staatlichen Stimulierungsmaßnahmen. Andererseits gewinnt die Weltwirtschaft derzeit neuen Schwung." begründet Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe, den Wachstum in einem Kommentar.

Tagesstärkste Aktien waren Adidas und Fresenius Medical Care mit einem mit einem Wertzuwachs von 2,5 Prozent pro Papier. Es folgten Lufthansa, Henkel und Siemens mit einem Zuwachs von jeweils über zwei Prozent. Die Aktien der Fluggesellschaft Lufthansa profitierten von der neuen Unternehmensstrategie. Beiersdorf-Papiere stiegen um 1,2 Prozent, nachdem Goldman Sachs eine Kaufempfehlung für den französischen Konkurrenten L'Oreal aussprach.

Die Commerzbank setzte ihren Aufwärtstrend der letzten Tage fort und markierte einen Punktezuwachs um 1,3 Prozent. Die Analysten von HSBC hatten ihr Kursziel für die Aktien der Geldhauses erhöht: von 9,50 Euro auf 11 Euro.

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Wahrscheinliche Fusion puscht Immobilien-Papiere im MDax

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  • Google legte seit 04 wirklich eine Performance hin,die sich sehen lässt.Von nur 85$ (Ausgabepreis) auf über 1000$ in gut 9 Jahren-das hätten ihr sicherlich die wenigsten zugetraut.
    Natürlich ist die Bewertung ,jetzt mit gut 268 Mrd Dollar, hoch-keine Frage und eine ähnliche Performance von knapp 1100 % wird in den kommenden neun Jahren wohl schwer zu wiederholen sein.
    Aber es zeigt sich immer wieder,dass Aktien aus dem High-Tech Bereich outperformen können.Vergessen wir nicht,auch eine Microsoft ist im März 86 zu umgerechnet 6 US Cent gekommen und stand nur gute 13 Jahre später bei um die 60 US Dollar.Das sind auch 1000 %.Leider ging`s erst bergab-und dann seitwärts- jahrelang.Aber!Wer früh genug einstieg,dem kratzt das weniger,auf Dollarbasis immer noch ein plus von 500%.

  • Es gibt ein Dutzend Gründe, einen weiten Bogen um News zu machen. Hier die Top Drei. Erstens: Unser Hirn reagiert unverhältnismäßig stark auf skandalöse, schockierende, personenbezogene, laute, schnell wechselnde Reize – und unverhältnismäßig schwach auf abstrakte, komplexe und deutungsbedürftige Informationen.

    Zweitens: News sind irrelevant. In den letzten zwölf Monaten dürften Sie etwa 10000 Kurznachrichten verschlungen haben – circa 30 Meldungen pro Tag. Seien Sie ganz ehrlich: Nennen Sie eine davon, die es Ihnen erlaubt hat, eine bessere Entscheidung – für Ihr Leben, Ihre Karriere, Ihr Geschäft – zu treffen.

    Drittens: Zeitverschwendung. Ein durchschnittlicher Mensch verschwendet einen halben Arbeitstag pro Woche mit News.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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