Börse Frankfurt
„Markt fehlt der Mumm“ – Dax im Minus

Der Dax verpasst heute den Sprung in die Gewinnzone. Dabei präsentiert sich die US-Konjunktur besser als erwartet. Zuvor hatten schlechte Nachrichten aus Irland die Märkte belastet. Die Rettung der maroden Banken kommt die Inselrepublik teuer zu stehen. Außerdem hat Moody's die Kreditwürdigkeit von Spanien gesenkt.
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HB FRANKFURT. Zum Handelsende zeigte die Dax-Kurve wieder nach unten. Trotz positiver Konjunkturdaten aus den USA haben die deutschen Aktienindizes am Donnerstag moderate Verluste hinnehmen müssen. Der Dax scheiterte erneut an der Marke von 6300 Punkten und schloss mit minus 0,29 Prozent bei 6 229 Punkten. Zwischenzeitlich war er im späten Handel noch um mehr als ein Prozent gestiegen. Auf Monatssicht legte der deutsche Leitindex aber immerhin um rund fünf Prozent zu, im abgelaufenen Quartal insgesamt waren es etwas mehr als vier Prozent. Für den MDax ging es am Donnerstag um 0,20 Prozent auf 8 768 Punkte nach unten, während der TecDax um 0,46 Prozent auf 781 Punkte stieg.

"Der Markt hat keinen Mumm, um mehrere Stunden in eine Richtung zu gehen", sagte Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG. Das habe sich zuletzt häufiger gezeigt. Für Bewegung habe zudem das sogenannte "Window Dressing" gesorgt. Hierbei polieren große Investoren ihre Portfolios zum Ende eines Quartals auf, indem sie sich von schlecht gelaufenen Titeln trennen und die Favoriten in ihr Depot aufnehmen. In den USA hatte sich indes die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago aufgehellt und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war stärker als erwartet gesunken. Zudem hatte das Wachstum der US-Wirtschaft im zweiten Quartal positiv überrascht.

Mit Abstand größter Gewinner im Dax war die Deutsche Bank. Die Titel verteuerten sich nach den Verlusten der vergangenen Tage um 2,25 Prozent auf 40,145 Euro. Börsianer verwiesen darauf, dass der deutsche Branchenprimus auf einer Bankenkonferenz seine Ziele für 2011 bekräftigt hatte.

Auch andere Unternehmen äußerten sich optimistisch zum weiteren Geschäftsverlauf, nicht alle konnten aber davon profitieren. Während die Aktien von ThyssenKrupp und Daimler Kursgewinne von 1,42 und 0,40 Prozent verbuchten, fielen die Papiere von Volkswagen um mehr als anderthalb Prozent. Dabei hatte Europas größter Autobauer einen neuen Absatzrekord erzielt, wie Konzernchef Martin Winterkorn auf dem Pariser Autosalon gesagt hatte. ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz hatte sich gegenüber der "Financial Times" mit Blick auf die weltweite Stahl-Nachfrage optimistisch gezeigt und Daimler konnte offenbar auch im September mehr Autos verkaufen.

Sehr bewegt zeigten sich die Papiere der Allianz. Sie lagen zwischenzeitlich im Plus, verloren am Ende aber 0,93 Prozent auf 82,90 Euro, obwohl der Versicherungskonzern sein Ziel für den operativen Gewinn im Gesamtjahr 2010 bestätigt hatte.

Fraport-Chef Stefan Schulte hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" derweil ein deutliches Wachstum in Aussicht gestellt, was den Aktien im MDax ein Plus von 1,27 Prozent auf 44,610 Euro bescherte. Continental-Papiere verteuerten sich nach optimistischen Kommentaren auf dem Pariser Autosalon um 2,87 Prozent auf 57,010 Euro und lagen damit im MDax vorne.

Der EuroStoxx 50 sank um 0,17 Prozent auf 2747,90 Punkte. Auch die Leitindizes Cac 40 und FTSE 100 in Paris und London schlossen im Minus. An der Wall Street in New York lag der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss in der Verlustzone.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere bei 1,98 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,11 Prozent auf 128,37 Punkte. Der Bund Future lag um 0,3 Prozent niedriger bei 131,42 Punkten. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3648 (Mittwoch: 1,3611) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7327 (0,7347) Euro.

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  • Neben den im Artikel genannten Gründen, gibt es noch einen: Händler können zwar mit Verspätung, aber immerhin denn doch lesen... Der index Report aus Chicago endet mit Anmerkungen und diese lauteten wie folgt:

    1. Suppliers have cut staff so much there is no support team when a failure occurs, the response is slow, laborious and inadequate.
    2. Tight raw material inventories both in-house and at suppliers are making planning very interesting. Conservative forecasts make this a prudent strategy but current skittish markets can either validate or wreak havoc upon it. Roll the dice.
    3. Small business lending is picking up a little. Foreclosures on both Commercial and Residential properties are increasing. We are beginning to see an increase in people walking away from their mortgage obligations because of the decrease in the underlying values of their properties.
    4. Just wondering how long this will last!
    5. Look for consumer food prices to rise soon. Food manufacturers simply cannot continue to absorb commodity increases.
    6. We have a price increase going into effect October 1st, which increases orders for September.
    7. For our business, there is a lot of forward looking quotational activity, no new orders, but construction of projects which receive financial approval back in the Spring.

    Und auch die einzelnen dort genannten Zahlen waren im Vergleich zu dem, was man nach einem Jahr des Anschiebens der Wirtschaft und 1 billion + x frischen Dollars erwarten dürfte, mehr als mau.

    Noch irgendwelche Fragen?

  • Guten Tag;.... Nicht die Konjunktur und nicht der erlogene Aufschwung;.... Nein, was den Dax sauer macht ist die Deutsche bank. Die,.... und nichts anderes. besten Dank

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