Börse Frankfurt: Marktbericht
Angst vor US-Bilanzen – Dax fällt

Der deutsche Aktienmarkt schließt im Minus. Unmittelbar vor Beginn der US-Bilanzsaison hat sich am Dienstag Nervosität an den europäischen Börsen breitgemacht. Viele Anleger nehmen aus Furcht vor Enttäuschungen Gewinne mit.

HB FRANKFURT. "Alle blicken auf die Zahlen von Alcoa heute Abend und fragen sich: Sind die Erwartungen an die Unternehmensergebnisse realistisch oder wird alles viel schlimmer als erwartet", sagte ein Händler. Die Papiere des weltgrößten Aluminiumproduzenten verloren im frühen US-Handel 1,9 Prozent auf 7,76 Dollar. Nach Daten von Thomson Reuters sind die Gewinne der im S&P500 gelisteten US-Konzerne um fast 37 Prozent geschrumpft.

Der Dax beendete den Xetra-Handel 0,6 Prozent im Minus bei 4 322,50 Punkten. Die Erholung der schwer gewichteten Versorger Eon und RWE bremste dabei seinen Abstieg. Deren Aktien legten jeweils rund 1,5 Prozent auf 22,20 beziehungsweise 54,63 Euro zu. Der EuroStoxx50 der größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone verlor 0,7 Prozent auf 2165 Zähler. An der Wall Street notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,8 Prozent niedriger.

Mögliche Rochade im Dax

Ins Rampenlicht rückte einmal mehr Volkswagen. Für den Fall einer deutlichen Aufstockung der Mehrheit durch Porsche stellte die Deutsche Börse den sofortigen Aufstieg der VW-Vorzugsaktien in den Dax in Aussicht. "Nach der neuen Regelung könnten die Vorzüge die Stämme sofort ersetzen, da sie momentan hinsichtlich der Marktkapitalisierung und der Börsenumsätze besser platziert sind als die Gea Group", erläuterte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler. Die bislang in keinem der großen deutschen Indizes vertretenen VW-Vorzüge stiegen daraufhin um bis zu 8,5 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 53,85 Euro und schlossen noch fünf Prozent im Plus bei 52,07 Euro. Die Stämme verloren dagegen 0,2 Prozent auf 238,53 Euro.

Gewinnmitnahmen drückten die übrigen Automobilwerte ins Minus. So gaben die Aktien von Daimler und BMW 1,5 Prozent auf 22,61 Euro beziehungsweise 4,4 Prozent auf 23,91 Euro nach. An der Wall Street rutschten die Papiere von General Motors (GM) sogar um bis zu 7,5 Prozent auf 2,10 Dollar ab. Einer mit der Sache vertrauten Person zufolge trifft die Opel-Muttergesellschaft Vorbereitungen für eine Insolvenz.

Unter Verkaufsdruck standen auch die Stahlkocher sowie Banken und Versicherungen. Hier sprachen Börsianer ebenfalls von Gewinnmitnahmen. Die Aktien von Salzgitter bildeten mit einem Minus von fünf Prozent auf 46,50 Euro das Schlusslicht im Dax. Die Titel des weltweiten Branchenprimus ArcelorMittal gaben 1,5 Prozent auf 17,85 Euro nach. Deutsche Bank büßten 4,1 Prozent auf 33,52 Euro ein. An der Londoner Börse brachen die Papiere der Royal Bank of Scotland, die inzwischen zu rund 70 dem britischen Staat gehört, sogar um 10,4 Prozent auf 26,70 Pence ein.

Premiere rutscht ab

Im Nebenwerte-Index MDax setzten Premiere ihre Talfahrt fort und fielen um bis zu 14,5 Prozent auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,77 Euro. Der niedrige Bezugspreis für die Kapitalerhöhung von 1,12 Euro je Aktie laste weiterhin auf den Papieren, sagten Börsianer. Die Aktien von Heidelberger Druck gaben 8,1 Prozent auf 4,20 Euro nach. Die Titel des im Kleinwerte-Index SDax gelisteten Konkurrenten Koenig & Bauer fielen sogar auf ein Rekordtief von 6,09 Euro. Der Bundesverband Druck hatte die Lage in der Branche als "so dramatisch wie noch nie" bezeichnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%