Börse Frankfurt: Marktbericht
Dax gewinnt mehr als fünf Prozent

Finanzwerte haben den Dax fast bis auf 3 900 Punkte getrieben. Die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank legten zweistellig zu. Einige sehen darin aber nur eine kurze Zwischenerholung. Am Ende des Dax rutschte ein Versorger deutlich ab.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag mit einem Plus von mehr als fünf Prozent geschlossen. Angeführt von deutlichen Kursgewinnen der Bankaktien und gestützt auf positive Impulse von der Wall Street hat der Dax 5,3 Prozent auf 3 886 Zähler zugelegt. Im späten Handel erklomm er bei 3 908 Punkten sein Tageshoch. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 5,6 Prozent auf 4 395 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 4,95 Prozent auf 429 Punkte.

"Dem Dax ist heute der Befreiungsschlag gelungen, den viele für längst überfällig gehalten haben", sagte ein Aktienhändler. Allerdings bleibe auch weiter sehr viel Skepsis im Markt. "Die Leute bleiben weiter extrem vorsichtig und ängstlich." Auch Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank ist sicher, dass "noch viel Vertrauensarbeit zu leisten ist". Dennoch sei es eine "Genugtuung" zu sehen, dass der Dax auf positive Signale wie die der US-Bank Citigroup und der Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke "noch Reaktionen zeigt und nicht schon klinisch tot ist".

"Der Dax hatte das Level für eine strategische Wende erreicht - jetzt ist er mit kräftigem Rückenwind der Citigroup außer Rand und Band", sagte hingegen Helaba-Marktanalyst Mirko Pillep. Das schaffe Potenzial für einen weiteren Kursanstieg. "Allerdings müssen die Gewinne verteidigt werden, mindestens einmal morgen und übermorgen", betonte er. Dann könne der Leitindex auch Richtung 4 000 bis 4 200 Punkte steigen. "Es ist ein zartes Pflänzchen Hoffnung, das durch weitere schlechte Nachrichten schnell zerstört werden kann." Bislang gebe es fast nur Short-Eindeckungen. "Es ist bislang nicht allzuviel frisches Geld zu sehen, erst wenn sich die Erholung verstetigt, könnte mehr daraus werden", fügte Pillep hinzu.

Ausgelöst wurde die Kursrally bei den Finanzwerten von optimistischen Aussagen von Citigroup-Chef Vikram Pandit. Diesen zufolge hat die jüngst teilverstaatlichte Bank in den ersten beiden Monaten des Jahres wieder Gewinne geschrieben und verfügt über ausreichend Kapital. Citi-Papiere sprangen zur US-Börseneröffnung 20 Prozent in die Höhe.

Auch in Europa waren Bank-Aktien gefragt, der entsprechende Branchenindex stieg um mehr als acht Prozent. Nachdem sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bereits am Vortag zufrieden zum Jahresstart geäußert hatte, keime nach den Citi-Aussagen nun wieder etwas mehr Zuversicht bei den Anlegern auf, sagten Börsianer. In dieses Bild passten auch jüngste Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, der im Kampf gegen die Krise im Bankensektor entschlossenes Handeln in Aussicht stellte. Es müsse alles getan werden, damit die Finanzinstitute die Voraussetzungen für eine funktionierende Kapital- und Liquiditätsbasis hätten, betonte er.

Händlern zufolge gab es in diesem Zusammenhang Spekulationen, dass eine umstrittene Neubewertungsregel für US-Finanzinstitute vorübergehend ausgesetzt werden könnte. "Wenn die Bewertung von Handelspositionen nicht mehr zum tagesaktuellen Marktpreis erfolgen müsste, müssten die Banken nicht mehr so viel abschreiben und bekämen einen größeren finanziellen Spielraum", erläuterte ein Händler. "Das wäre natürlich erst einmal positiv zu sehen." Allerdings machte Bernanke klar, dass er eine Aussetzung der Regel nicht unterstützen würde. Auch die Börsenaufsicht SEC hat Kreisen zufolge keine entsprechenden Pläne.

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