Börse Frankfurt: Marktbericht
Dax rettet sich ins Plus

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) haben sich die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zurückgehalten. Händler beklagten die geringen Umsätze. Der Dax schloss nahezu unverändert.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss nahezu unverändert mit 3 996 Punkten. Er lag damit 0,2 Prozent höher, nachdem er zu Handelsbeginn noch um zwei Prozent auf 4 066 Punkte gestiegen war. Das Handelsvolumen im Dax rutschte auf 129 (Vortag 131) Mio. Aktien im Wert von 2,7 (2,9) Mrd. Euro.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index ein Prozent im Minus, der S&P500 lag 0,5 Prozent niedriger, während der Nasdaq-Composite 0,3 Prozent höher notierte. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 47,77 Dollar 2,8 Prozent weniger als am Vorabend.

"Die Anleger wollen abwarten, welchen Kurs die Fed einschlagen wird", sagte ein Händler. Da der Leitzins in der weltgrößten Volkswirtschaft schon fast bei null Prozent liegt, richten sich die Erwartungen auf neue, unkonventionelle Maßnahmen. Zinsentscheidung und Konjunkturkommentar der Fed wurden gegen 19.15 Uhr (MEZ) erwartet - und damit nach Handelsschluss in Europa.

Analysten halten es für nicht ausgeschlossen, dass die Notenbanker eine quantitative Lockerung der Geldpolitik ankündigen, also den Kauf von Staatsanleihen. Neue Preisdaten zeigten Analysten zufolge, dass in den USA kein Inflationsdruck besteht. Der Anstieg der Preise könnte vielmehr die Angst vor einer Deflation etwas dämpfen, erklärte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.

type="organisation" value="DE0005190003">BMW-Titel gehörten mit Verlusten von 2,39 Prozent auf 22,305 Euro zu den Stiefkindern im Dax. Der Autobauer stellt sich auf eine längere Durststrecke ein und fährt seine Produktion in diesem Jahr weiter zurück. "Wir gehen nicht davon aus, den Automobilabsatz des Jahres 2008 zu erreichen", sagte Unternehmenschef Norbert Reithofer auf der Bilanzpressekonferenz. Auch das Fernziel von 1,8 Millionen verkauften Autos im Jahr 2012 wurde gekippt.

Im MDax fielen Lanxess-Titel nach einer wenig inspirierenden Bilanzvorlage mit minus 10,20 Prozent auf 11,71 Euro an das Indexende. Der Spezialchemiekonzern stellt sich nach einem vergleichsweise robusten Jahr 2008 mit einer halbierten Dividende und einem ausgeweiteten Sparpaket auf schwierige Zeiten ein. "Eine Trendwende mit anziehender Nachfrage ist zurzeit nicht in Sicht", sagte Konzernchef Axel Heitmann. Am Markt stießen insbesondere der fehlende Ausblick für das Gesamtjahr und die niedrigere Dividende auf Kritik. Zudem klängen die Aussagen zum ersten Quartal "alles andere als positiv" und die Zahlen für 2008 hätten "die Erwartungen durch die Bank leicht verfehlt", hieß es von einem Händler.

Arcandor-Titel büßten 5,44 Prozent auf 1,39 Euro ein. Händler verwiesen auf Äußerungen des neuen Konzern-Chefs Karl-Gerhard Eick. Auf der Hauptversammlung kündigte er für den angeschlagenen Handels- und Tourismuskonzern einen Konsolidierungskurs an. "Priorität hat die mittelfristige Stabilisierung der Finanzierung des Konzerns und die nachhaltige Sicherstellung der Liquidität", sagte Eick laut einem Redemanuskript. Gespräche über einen Verkauf der Anteile an der Tourismustochter Thomas Cook stünden derzeit nicht auf der Agenda. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2008/2009 (30.9.) lehnte Eick ab.

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