Börse Frankfurt: Marktbericht
Dax schließt erneut im Minus

Der deutsche Aktienmarkt folgte wieder einmal der Wall Street. Nachdem die Börse in New York im Plus begonnen hatte, holte auch der Dax etwas auf. In die Gewinnzone schaffte es der Index bis zum Schluss aber nicht.

HB FRANKFURT. Der Dax hat sich im späten Handel etwas gefangen. Zum Schluss lag der Index rund ein Prozent im Minus bei 3896 Punkten, nachdem er am Vormittag schon bis auf 3 816 Zähler abgerutscht war. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 149 (Vortag 132) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf drei (2,6) Mrd. Euro.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index ein Prozent im Plus bei 7185 Punkten, der Nasdaq-Composite lag 1,3 Prozent höher bei 1 406 Zähler.

Am Vortag war der Dax erstmals seit Herbst 2004 unter 4 000 Punkte gefallen, was automatische Verkaufsorders ausgelöst und die Talfahrt beschleunigt hatte. Händler und Strategen hielten einen weiteren Rückschlag des Dax bis auf 3 600 bis 3 700 Zähler für möglich. Andere versuchten den Verlusten etwas Gutes abzugewinnen: Viele hätten nur auf den Rutsch des Dax unter die 4 000er Marke gewartet, um wieder einzusteigen, sagte ein Händler. "Bald könnten die ersten Schnäppchenjäger auftauchen", hoffte auch ein anderer.

Laut ifo-Geschäftsklimaindex erfüllte sich die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Unternehmensstimmung in Deutschland vorerst nicht. Die Stimmung trübte sich im Februar überraschend ein, während Volkswirte mit einer leichten Aufhellung gerechnet hatten.

So manche Anleger waren zudem schockiert von der Höhe der Verluste des inzwischen staatlich gestützten Versicherers AIG . Diesem droht laut Medienberichten für das vierte Quartal ein Rekordminus von 60 Milliarden Dollar (47 Mrd Euro). Das wäre der größte Quartalsverlust eines Unternehmens in der amerikanischen Geschichte. Wegen enormer Abschreibungen und einer erneut drohenden Pleite verhandle der einstige globale Branchenführer mit der US-Regierung über weitere Nothilfen nach den bereits gewährten rund 150 Milliarden Dollar, hieß es. Darauf reagierten auch die Aktien deutscher Versicherer, die im DAX zu den größten Verlierern zählten. Allianz gaben um 3,97 Prozent auf 49,31 Euro nach, während die der Münchener Rück um 3,98 Prozent auf 92,07 Euro fielen.

Ebenfalls am Ende des Kurszettels standen die Titel der schwer angeschlagenen Autoindustrie. Die EU-Kommission wird an diesem Mittwoch über mögliche Hilfen für die Branche beraten. Die Aktie von BMW verlor als Index-Schlusslicht 4,57 Prozent auf 19,23 Euro und litt zusätzlich unter einer negativen Studie. Mit Blick auf die schlechter werdende Bilanzqualität sei die Bewertung derzeit unattraktiv, hatten die Analysten von Morgan Stanley geschrieben und BMW auf "Underweight" abgestuft. Volkswagen gaben 3,63 Prozent auf 208,50 Euro nach. Daimler büßten 3,40 Prozent auf 18,63 Euro ein.

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