Börse Frankfurt: Marktbericht
Dax schließt mit dickem Minus

Die Ruhepause währte nur einen Tag: Heute ging wieder rasant abwärts. Belastet durch neue Hiobsbotschaften von der US-Krisenbank Citigroup rutschte der Dax tief ins Minus. Einzig die Deutsche Telekom stemmte sich gegen den Trend.

HB FRANKFURT. Die Teil-Verstaatlichung der US-Großbank Citigroup hat die Aktienmärkte zum Ende der Woche belastet. Der Dax schloss am Freitag 2,5 Prozent tiefer bei 3 843 Punkten und büßte damit auf Wochensicht 4,3 Prozent ein. Der Leitindex markierte damit ein frisches Allzeittief – das bisherige lag drei Punkte höher. "Es gibt eine große Unsicherheit. Viele Banken können sich nicht mehr anders als über den Staat refinanzieren.

Das kann bis zur Zwangsenteignung der Aktionäre gehen", sagte ein Börsianer. "Es gibt einfach keine guten Nachrichten, wir sehen den Dax locker bei 3 500 bis 3 600 Punkten", brachte ein Händler die Stimmung auf den Punkt. In diesem Umfeld konnte auch die gut aufgenommene Bilanz der Deutschen Telekom den Markt nicht stützen. Der Europa-Index Stoxx50 gab 2,3 Prozent auf 1 770 Stellen nach.

Die Vereinigten Staaten werden künftig rund 36 Prozent der Citi-Anteile kontrollieren. Die Aktien der einst weltgrößten Bank stürzten um 33 Prozent auf 1,62 Dollar ab. Händlern zufolge fürchten Anleger, dass der Staat nun auch bei anderen US-Banken einsteigen muss. Nachdem der S&P-Future auf bis zu 730,50 Punkte gefallen war, befürchten Marktteilnehmer ein weiteres Abrutschen der Kurse. Charttechniker bezifferten das mögliche Minus auf weitere 20 Prozent.

Auch in Europa tendierten die meisten Finanzwerte im Minus, der Branchenindex gab fünf Prozent ab. Im Dax verloren Aktien der Deutschen Bank 5,1 Prozent. Nach einem milliardenschweren Verlust stürzten in London die Titel von Lloyds um 22 Prozent ab. Die Bankengruppe hatte sich mit der Übernahme des Baufinanzierers HBOS einen Fehlbetrag von zehn Milliarden Pfund eingebrockt. Die am Vortag gefragten Papiere der Royal Bank of Scotland brachen um 20 Prozent ein.

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