Börse Frankfurt: Marktbericht
Dax verabschiedet sich mit Gewinnen

Kurz vor Ostern steht der Deutsche Aktienmarkt mit deutlichen Gewinnen da. Zeitweise übersprang der Leitindex Dax gar die Marke von 4500 Punkten - den frohen Nachrichten aus der Finanzbranche sei Dank. Die Banken kommen offenbar besser mit ihren Abschreibungen klar als gedacht.

HB FRANKFURT. Der deutschen Aktienindex Dax hat die verkürzte Osterwoche mit kräftigen Gewinnen beendet. Überraschend positive Nachrichten verhalfen dem Leitindex am Donnerstag sogar zeitweise über die Marke von 4500 Punkten. Halten konnte er sie jedoch nicht, sondern schloss mit einem Aufschlag von 3,06 Prozent bei 4491,12 Zählern knapp darunter. Im Wochenverlauf belief sich das Plus auf rund 2,5 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Gründonnerstag 4,41 Prozent auf 5008,65 Punkte. Der TecDax rückte um 4,33 Prozent auf 534,18 Zähler vor.

"Es gab einige positive Nachrichten. Der Rekordgewinn der US-Bank Wells Fargo und auch die Erwartung des US-Einzelhändlers Wal-Mart zum ersten Quartal etwa haben dem Markt Auftrieb gegeben", sagte Händler Thomas Stengl von der Postbank.

Der Leitindex Dax ging am letzten Handelstag der Börsenwoche rund drei Prozent fester bei 4 491 Punkten aus dem Handel. Das Handelsvolumen stieg auf 121,2 (Mittwoch 111,9) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,962 (2,665) Mrd. Euro.

An der Wall Street lag der der Dow Jones bei Xetra-Handelsschluss in Deutschland zwei Prozent höher bei 8 002 Stellen. Der Nasdaq Composite kletterte 2,7 Prozent auf 1 633 Punkte. Der breiter gefasste S&P500 stieg 2,5 Prozent auf 845 Zähler. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 50,97 Dollar rund drei Prozent mehr als am Vortag.

Die viertgrößte US-Bank Wells Fargo erwartet im ersten Quartal einen Gewinn von rund drei Mrd. Dollar. "Das ist eine Überraschung", sagte Analyst Nick Kalivas von MF Global Research. Die Banken kämen offenbar besser mit ihren Abschreibungen klar als gedacht. Zum Handelsauftakt an der Wall Street legten Wells Fargo rund 30 Prozent zu. Auch an den Devisenmärkten erhöhte sich die Risikobereitschaft der Anleger: Der Euro stieg bis auf 1,3295 Dollar nach 1,3254 Dollar zuvor. Die Renten bauten ihre Verluste aus.

"Solange die Kurse steigen, ist die Stimmung immer gut", sagte ein Händler. "Von Euphorie ist allerdings nichts zu spüren. Wir befinden uns immer noch in einer Bärenmarktrally." Er wies darauf hin, dass der Umsatz wegen der bevorstehenden Osterfeiertage niedrig sei. "Da will keiner große Positionen eingehen, zumal die Börsen in den USA am Montag geöffnet sind."

Bund bietet für HRE-Aktie 1,39 Euro

Auch die weiter rückläufigen Zahlen zur Produktion deutscher Unternehmen konnten die Stimmung der Anleger nicht verhageln. Zwar stellten die Firmen im Februar 2,9 Prozent weniger her als im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings mit einem noch deutlicheren Minus gerechnet.

Eines der Gesprächsthemen auf dem Parkett war das staatliche Übernahmeangebot für die angeschlagene Hypo Real Estate (HRE), in dessen Rahmen der Bund für jede HRE-Aktie 1,39 Euro bietet. Die Aktien der Immobilienbank kletterten um 15 Prozent auf 1,38 Euro. Analysten empfahlen den Aktionären, das Angebot anzunehmen. Dirk Becker von Kepler rechnet damit, dass die Aktionäre, die die Offerte nicht annehmen, im zweiten Schritt mit dem gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro enteignet werden sollen.

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