Börse Frankfurt: Marktbericht
Dax verliert fast fünf Prozent

Der Dax fiel am Freitag um 200 Punkte und schloss auf dem tiefsten Stand seit gut vier Jahren. Vor allem die Finanztitel kamen erneut unter die Räder. Stattdessen gingen die Anleger auf Nummer sicher: Gold kostet fast 1 000 Dollar.

HB FRANKFURT. Die düsteren Aussichten für die Wirtschaft und die Angst vor neuen Abschreibungen bei den Banken haben den Dax zum Wochenausklang wieder deutlich ins Minus gedrückt. Der Leitindex fiel um bis zu 4,7 Prozent auf 4 014 Punkte, den tiefsten Stand seit dem 3. November 2004.

Stattdessen gehen die Anleger mit Gold auf Nummer sicher. Die Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich nach einer eintägigen Verschnaufpause um bis zu 2,4 Prozent auf ein Jahreshoch von 997,30 Dollar. Damit rückte die psychologisch wichtige 1 000-Dollar-Marke wieder in Reichweite. Zuletzt hatte Gold im März vorigen Jahres über 1 000 Dollar gekostet und mit 1 030 Dollar ein Hoch erreicht.

"Die Wirtschaftsdaten geben keinerlei Anlass, auch nur ein kleines Licht am Ende des Tunnels zu sehen", sagte Helaba-Aktienstratege Christian Schmidt und verwies unter anderem auf die jüngsten Statistiken zum US-Arbeitsmarkt. Auch die bisher vorgelegten Bilanzen der deutschen Unternehmen zeichneten ein düsteres Bild. "Selbst wenn ein paar Unternehmen besser berichten als befürchtet, entscheidend sind die Zukunftsperspektiven, und da steht jede Prognose derzeit auf sehr wackeligen Beinen."

Auch die Börsenentwicklung in Japan, wo der Topix-Index auf ein 25-Jahres-Tief gefallen ist, sei ein sehr markantes Indiz für einen Abwärtstrend. "Auffällig ist, dass sich die Handelsvolumina erhöhten, je weiter die Kurse nach unten gehen", sagte Schmidt.

Das Handelsvolumen mit Dax-Aktien auf Xetra betrug heute 173,6 (Donnerstag: 121) Millionen Aktien. Der Umsatz stieg auf 3,8 (2,3) Milliarden Euro.

"Die Markteilnehmer nehmen die katastrophale Lage zunehmend zur Kenntnis", kommentierte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba das Geschehen an der Börse. "Wenn man die derzeitige Krise mit der von 2003 vergleicht und auf die aktuellen Kurse schaut, fragt man sich, warum die Bewertungen immer noch zwei- bis dreimal höher sind als damals." Derzeit sieht der Experte "keinen Grund, an die Auferstehung der Märkte zu glauben". Falle beim Dax die 4 000-Punkte-Marke, dann werde es wohl zu einem weiteren, deutlichen Absturz der Märkte kommen.

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