Börse Frankfurt: Marktschlussbericht
Dax beendet Achterbahnfahrt im Plus

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch im Plus geschlossen und damit vom sinkenden Ölpreis profitiert.

HB FRANKFURT. Der Dax legte um 1,21 Prozent auf 6 155 Zähler zu, nachdem er im Tagesverlauf nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt mehrmals zwischen der Gewinn- und der Verlustzone hin- und hergependelt war. Gegen Mittag war der Dax kurzzeitig sogar unter die Marke von 6 000 Punkten gesackt - so tief stand der Leitindex zuletzt im September 2006. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 0,97 Prozent auf 8 224 Zähler nach oben, und der TecDax rückte um 1,80 Prozent auf 701 Zähler vor.

"Die Nervosität am Markt ist groß", sagte Händler Udo Becker von Merck Finck. "Fundamental gesehen sollten die Kurse den Boden gefunden haben. Da derzeit aber die Psychologie die Hauptrolle spielt, ist eine Prognose extrem schwierig." Ein anderer Börsianer betonte: "Ohne eine klare Tendenz verringert sich die Halbwertszeit einer Nachricht enorm. Jede neue Meldung kann den Markt drehen."

Als Beispiel nannte er die Zwischenbilanz von Wells Fargo, die an den internationalen Börsen mit Erleichterung aufgenommen worden war und den Dax ins Plus zog. Der Gewinn der fünftgrößten US-Bank brach zwar um 23 Prozent ein, lag aber über den Analystenprognosen. Außerdem stellte das Institut eine höhere Dividende in Aussicht. Daraufhin schnellten Fargo-Aktien in New York um 23 Prozent in die Höhe auf 25,15 Dollar.

Aktien von Touristik- und Luftfahrtkonzernen zählten zu den größten Profiteuren des Ölpreisanstieges. So verteuerten sich die Lufthansa-Papiere um 4,84 Prozent auf 13,65 Euro, und im MDax ging es für die Papiere von Arcandor gar um 14,13 Prozent auf 7,51 Euro hoch.

Angetrieben von vagen Gerüchten um eine Anteilsaufstockung durch Porsche oder das Land Niedersachsen setzten sich die Aktien von Volkswagen mit einem Aufschlag von 7,85 Prozent auf 187,90 Euro an die Dax-Spitze. Porsche-Papiere rückten um 3,97 Prozent auf 87,67 Zähler vor.

Continental-Titel legten nach Ablehnung der Kaufofferte der fränkischen Schaeffler-Gruppe um 0,69 Prozent auf 73,93 Euro zu. Analysten zeigten sich indes uneins, was die Franken mit dem Einstieg bei Conti bezwecken und welche weiteren Schritte Schaeffler unternehmen wird. Die Schaeffler-Gruppe könnte mit ihrem Übernahmeversuch vor allem auf die Elektronik-Sparte von Conti abzielen, sagte Analyst Frank Schwope von der Nord/LB. Kreisen zufolge erwägt Conti eine Kapitalerhöhung, um sich gegen eine Übernahme zu wehren.

Finanztitel schafften angesichts negativer Branchennachrichten nur zum Teil den Sprung ins Plus. Händler verwiesen darauf, dass die Swiss Re nach eigenen Angaben mit rund 9,6 Mrd. $ bei den angeschlagenen US-Immobilienfinanzierern Freddie Mac und Fannie Mae engagiert ist. Aus dem Markt hieß es, dass die Allianz und auch andere Finanzunternehmen möglicherweise davon betroffen sein könnten. Aktien des deutschen Versicherungsriesen gaben um 1,50 Prozent auf 101,20 Euro nach. Postbank-Titel verloren am Dax-Ende 7,29 Prozent auf 46,77 Euro, und Papiere der Commerzbank verbilligten sich um 2,45 Prozent auf 18,70 Euro. Titel von Hypo Real Estate gewannen 0,20 Prozent auf 15,38 Euro.

Auch an den meisten europäischen Börsen ging es nach oben. Der EuroStoxx 50 ging mit einem Plus von 1,02 Prozent auf 3 174 Zähler aus dem Handel. Die Börsen in Paris schlossen ebenfalls mit Gewinnen, wohingegen der Footsie Verluste verbuchte. Der Dow Jones Industrial Index hielt sich zu Handelsschluss in Europa im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,48 (Vortag: 4,47) Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,16 Prozent auf 114,77 Punkte. Der Bund Future verlor dagegen 0,01 Prozent auf 112,30 Punkte. Der Referenzkurs des Euro gab etwas nach und notierte zuletzt bei 1,5843 $. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihn gegen Mittag noch auf 1,5888 (Dienstag: 1,5990) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6294 (0,6254) Euro.

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