Börse Frankfurt: Marktschlussbericht
Dax setzt zum Gegenschlag an

Die US-Börsen sind besser gestartet als erwartet worden war, das zog am Nachmittag auch den deutschen Aktienmarkt mit nach oben. Der deutsche Leitindex macht zumindest einen Teil seiner gestrigen Verluste wieder gut.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der Energieriese Eon hat mit seinen Geschäftszahlen dem Dax am Mittwoch zu steigenden Kursen verholfen. Der deutsche Leitindex beendete den Handel 1,2 Prozent höher bei 5 350 Punkten. Eon-Aktien stiegen um 5,4 Prozent auf 27,19 Euro, nachdem das Unternehmen seine Prognose für das laufende Jahr präzisiert hatte. Die kurze Verliererliste führten Beiersdorf mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 34,36 Euro an.

Für den MDax ging es um 1,04 Prozent auf 6 380 Zähler hoch, der TecDax gewann 0,49 Prozent auf 685 Punkte. Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG sprach von einer Gegenbewegung zu den Börsenverlusten vom Vortag. Gestützt werde diese Erholung von Hoffnungen auf positive Überraschungen von der Sitzung der US-Notenbank (Fed) am Abend.

Die Zinsentscheidung der US-Notenbank steht erst nach Börsenschluss in Europa an. Erwartet wird, dass die Fed eine anhaltende Nullzinspolitik signalisieren und die Konjunkturaussichten positiver beurteilen wird. Am Donnerstag werden in den USA dann die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Einzelhandelsumsätze im Juli und die Lagerbestände des Monats Juni veröffentlicht.

Eon-Aktien lagen nach Zahlen mit plus 5,35 Prozent auf 27,19 Euro an der Dax-Spitze. Der größte deutsche Energiekonzern kommt besser durch die Wirtschaftskrise als erwartet und hatte für das erste Halbjahr trotz eines Rückgangs des Strom- und Gasverbrauchs in den Kernmärkten einen stabilen bereinigten operativen Gewinn gemeldet. Händler und Analysten lobten nicht nur die Halbjahresergebnisse, sondern auch den wieder optimistischeren Ausblick auf das Gesamtjahr. Zudem hatte Eon sich mit einem kommunalen Konsortium auf den Verkauf seiner Stadtwerke-Holding Thüga geeinigt.

Einer der schwächsten Werte im Leitindex waren hingegen Deutsche Post mit minus 0,22 Prozent auf 11,115 Euro. Die Citigroup hatte die Aktie aus Bewertungsgründen und mit Verweis auf Schwächen im Brief- und Expressgeschäft von "Buy" auf "Hold" abgestuft.

Im MDax brachen Arcandor-Aktien angesichts des drohenden Endes für das Unternehmen als Schlusslicht um 14,29 Prozent auf 0,300 Euro ein. Die Zerschlagung des in die Insolvenz gerutschten Handels- und Touristikkonzerns rückt näher, da am 15. August 2009 die Suche nach einem neuen Ankerinvestor beendet werden soll. Arcandor bewertet nach eigener Aussage "die Chancen, einen Ankerinvestor zu finden, der die Fortführung des Konzerns ermöglicht, inzwischen als äußerst gering". Händler bezeichneten das Unternehmen als "klinisch tot" und erwarten, dass Konkurrent Metro sich die "Filetstücke" der Warenhäuser einverleiben wird. Dessen Papiere schlossen 1,78 Prozent höher bei 38,31 Euro.

Die Titel des Spezialchemie-Unternehmens Lanxess verloren 3,63 Prozent auf 19,93 Euro. Trotz eines vergleichsweise robusten zweiten Quartals war Lanxess beim Ausblick für das Gesamtjahr weiter vage geblieben und verlängert sein Sparprogramm um zwei Jahre. Das Geschäftsumfeld sei "nach wie vor schwierig" und Rückschläge seien nicht auszuschließen, sagte Konzernchef Axel Heitmann. Dies stieß bei Börsianern auf weniger Beifall als die Zahlen.

Continental-Aktien reagierten nicht erkennbar auf den Führungswechsel und schlossen 1,50 Prozent schwächer bei 23,64 Euro. Der Schaeffler-Manager Elmar Degenhart wird neuer Vorstandschef des Autozulieferers und löst Karl-Thomas Neumann ab, der nach einem erbitterten Machtkampf mit Großaktionär Schaeffler abberufen wurde. Zugleich aber muss auch der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer seinen Posten als Aufsichtsratschef aufgeben. Ein Analyst sagte, alles in allem entsprächen die personellen Veränderungen dem, was schon seit Tagen in den Zeitungen gestanden habe, und seien daher keine Überraschung.

Der Kupferproduzent Aurubis meldete für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2008/2009 wie erwartet weiterhin rote Zahlen und wagt ebenfalls keinen konkreten Ausblick. Einem Händler zufolge fielen die Zahlen jedoch bis auf den Umsatz besser als am Markt erwartet aus. Der Ausblick sei zwar weiter vorsichtig, "aber nicht wirklich schlecht". Die Titel büßten dennoch 3,01 Prozent auf 24,50 Euro ein, hatten aber seit Mitte Juni insgesamt rund 30 Prozent gewonnen.

MLP-Aktien gewannen nur moderate 0,64 Prozent auf 9,50 Euro. Der Finanzdienstleister will trotz heftiger Einbußen wegen der Wirtschaftskrise 2009 Gewinn machen. Unter dem Strich hatte MLP im zweiten Quartal rote Zahlen geschrieben, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) war um fast 80 Prozent eingebrochen. Equinet-Analyst Philipp Häßler bezeichnete die Zahlen als "sehr schwach".Für das Gesamtjahr hatte MLP-Chef Uwe Schroeder Wildberg aber ein positives Ergebnis versprochen.

Der Kölner Telekomanbieter QSC hatte im abgelaufenen Quartal dank einer strikten Kostendisziplin und der Konzentration auf höhermargige Produkte mehr als im zweiten Jahresviertel 2008 verdient. Unter dem Strich war dem TecDax-Unternehmen ein Gewinn von 1,1 Millionen Euro nach roten Zahlen im Vorjahr geblieben. Dies ließ die QSC-Titel im TecDax zeitweise bis auf 1,85 Euro steigen. Zum Schluss verloren sie jedoch 1,13 Prozent auf 1,75 Euro.

Das Handelsvolumen auf Xetra fiel auf 84,5 (Dienstag: 91,9) Millionen Aktien, der Umsatz betrug 2,5 (2,8) Milliarden Euro.

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