Börse Frankfurt: Marktschlussbericht
Dax verteidigt 5 100 Punkte

Der Dax hat seine frühen Verluste heute mehr als ausgleichen – und knüpft damit an die satten Gewinne vom Pfingstmontag an. Der deutsche Leitindex reagierte einmal mehr auf die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA. Doch die Stimmung ist angespannt, nicht wenige Anleger haben mittlerweile Höhenangst.

HB FRANKFURT. Der Dax hat sich am Dienstag stabil über der Marke von 5 100 Punkten gehalten und fast unverändert geschlossen. Mit plus 0,03 Prozent auf 5 144,06 Punkten ging er auf dem höchsten Stand seit Anfang November 2008 aus dem Handel und erreichte am Nachmittag nach positiv bewerteten US-Konjunkturdaten zeitweise sogar einen Stand von 5 178 Punkten. Der MDax rückte um 1,38 Prozent auf 6 052,17 Zähler vor und der TecDax legte um 0,51 Prozent auf 652,49 Zähler zu.

"Der Markt hat sich weiterhin in guter Stimmung gezeigt, auch wenn es kaum Nachrichten gegeben hat", kommentierte Händler Christoph Schmidt von der N.M.F. AG die Kursbewegungen. Positive Impulse seien vor allem mit den US-Daten über noch nicht abgeschlossene Hausverkäufe in den Markt gekommen. Der entsprechende Index PHSI war im April so stark gestiegen wie zuletzt vor siebeneinhalb Jahren. Chefvolkswirt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg verwies zudem darauf, dass viele Investoren nach wie vor nicht investiert seien und daher nun aufgrund zunehmend unter Druck gerieten. Das habe die Gewinnmitnahmen, die zum Handelsstart eingesetzt hatten, ausgebremst.

Auf der Unternehmensseite sorgten vor allem Nachrichten aus dem Autosektor für Gesprächsstoff. Nach dem Insolvenzantrag des US-Autobauers General Motors (GM) am Vortag legten die meisten deutschen Autowerte zu. Mit dem Insolvenzantrag sei die Unsicherheit aus dem Markt genommen worden und eine "Blockade" gelöst worden zu sein, sagten Händler.

BMW gewannen 2,08 Prozent auf 27,480 Euro. Die Stammaktien von Volkswagen kletterten an der Dax-Spitze um 10,24 Prozent auf 253,20 Euro, Porsche gewannen 2,65 Prozent auf 46,10 Euro. Zu VW hieß es zusätzlich, dass Eindeckungen nach Leerverkäufen das kräftige Plus ausgelöst hätten.

Händler an der Börse vermuteten, dass sich Anleger, die auf fallende Kurse gewettet hätten, mit Aktien eindecken müssten. Hintergrund sind Spekulationen über die Zukunft des angeschlagenen VW-Großaktionärs Porsche und unklare Optionsgeschäfte von Porsche mit VW-Aktien. Ein Porsche-Sprecher sagte: „Wir sind nicht aktiv.“ Porsche habe nichts mit dem aktuellen Höhenflug der VW-Aktie zu tun.

Ein Börsianer sagte, viele Marktteilnehmer hätten wohl auf ein Szenario gesetzt, in dem Spekulationsgeschäfte für Porsche zum Bumerang werden. Sollte Porsche die Aktien nicht kaufen, würden die Papiere wieder in den Markt zurückfließen und könnten damit einen Kursverfall auslösen, hatte Christian Breitsprecher, Analyst bei Sal.Oppenheim, Ende vergangener Woche in einem Interview gesagt.

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