Börse Frankfurt: Marktschlussbericht
Der Dax knackt die 4 900-Punkte-Marke

Nach überraschend gut ausgefallenen Daten vom US-Immobilienmarkt hat der Dax seine frühen Gewinne ausgebaut und am Montag sogar knapp über der Marke von 4 900 Punkten geschlossen. Viele Investoren sortieren nun defensive Werte aus und setzten auf eine prozyklische Strategie.

FRANKFURT. Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Weltwirtschaft haben zu Wochenbeginn dem deutschen Aktienmarkt zu deutlichen Kursgewinnen verholfen. "Es gibt das zarte Pflänzchen Konjunkturhoffnungen", beschrieb ein Börsianer die Stimmung. Analysten verwiesen auf positive Konjunkturdaten aus China und den USA. Der Dax schloss am Montag 2,8 Prozent im Plus bei 4 902 Punkten und damit über seinem Schlussstand des Vorjahres von 4 810 Zählern.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 3,63 Prozent auf 5 767 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax verabschiedete sich sogar 4,48 Prozent höher bei 616 Zählern aus dem Handel, was den höchsten Schlussstand seit Anfang Oktober bedeutete.

Beste Werte im Dax waren Thyssen-Krupp mit über acht Prozent, Hannover Rück mit ebenfalls über acht Prozent und MAN mit rund sieben Prozent Wertgewinn. Die Verliererriege führte die Telekom-Aktie mit über sieben Prozent Minus an, allerdings vor allem technisch bedingt durch die Dividendenauszahlung. Fresenius Medical Care gaben fast drei Prozent ab, Volkswagen fast zwei Prozent.

Die US-Börsen lag bei Handelsschluss in Europa ebenfalls deutlich im Plus. Der Dow Jones gewann 2,3 Prozent auf 8398 Stellen und der breiter gefasste S&P500 zog 2,2 Prozent auf 897 Punkte an. Der Technologie-Index Nasdaq-Composite stieg um 1,7 Prozent auf 1748 Punkte.

Die Bauausgaben in den USA waren im März überraschend gestiegen und damit Hoffnung auf eine Stabilisierung des taumelnden Häusermarktes geweckt. Das US-Handelsministerium in Washington meldete am Montag ein Plus zum Vormonat von 0,3 Prozent nach einem Rückgang von 1,0 Prozent im Februar. Zuletzt hatte es im September 2008 einen Anstieg gegeben. Von Reuters befragte Analysten hatten für März im Schnitt mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. Die Ausgaben der privaten Häuslebauer gingen um 4,2 Prozent zurück.

Nach langer Durstrecke am US-Häusermarkt sehen Experten nun ein allmähliches Ende des Abwärtstrends: "Es sieht nach einer Stabilisierung aus. Wenn es dazu kommt, kann auch die Erholung der übrigen Wirtschaft einsetzen", sagte Joseph Trevisani von FX Solutions.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Forschungsinstituts CLSA für das verarbeitende Gewerbe in der drittgrößten Volkswirtschaft stieg im April erstmals seit Juli 2008 über die Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Börsianern zufolge wirkten zudem noch gute Konjunkturdaten aus den USA vom 1. Mai nach, als die Börse in Frankfurt geschlossen war. "Das nährt die Hoffnung, dass es einen Aufschwung auch hier in Europa geben könnte", sagte Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co. Nach Einschätzung von Ruland steht die Rallye, die in den vergangenen Wochen vor allem von der Erholung der Finanz- und Automobilwerte getragen worden sei, inzwischen auf einer breiteren Basis.

"Wir sehen eine Sektor-Rotation weg von den defensiven Werten hin zu den Zyklikern", sagte ein Händler. Börsianer bezeichnen konjunkturabhängige Unternehmen als zyklische Werte.

Pro Sieben Sat.1-Aktien schoben sich mit einem Plus von bis zu 15,45 Prozent auf 2,54 Euro an die Spitze der Gewinnerliste im MDax. Nach Berechnungen von Equinet-Analyst Thomas Nagel durchbrachen die Titel bei 2,50 Euro ein charttechnisches Kursziel. Seit Mitte März haben die Titel des TV-Konzern ihren Wert fast verdreifacht. Premiere gaben am Montag hingegen 2,7 Prozent auf 1,80 Euro nach, ohne dass Börsianer eine Begründung nennen konnten.

Auch der französische CAC legte bis zum Nachmittag 2,4 Prozent zu, während die Börse in London wegen eines Feiertags geschlossen blieb. In Hongkong schloss der Hang Seng 5,5 Punkte fester. In Tokio bleibt die Börse wegen Feiertagen noch bis Mittwoch geschlossen.

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