Börse Frankfurt Dax widersetzt sich schlechten Daten

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Metro-Aktie auf Talfahrt

Die EU ist tief gespalten in der Frage, wie Europa aus der Schuldenkrise kommen soll. Auch der Streit über Euro-Bonds wurde vertagt. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy kündigten nach dem Treffen aber an, dass man auf dem EU-Gipfel Ende Juni eine Einigung erreichen und ein Wachstumspaket schnüren werde.

Belastet wurden die Aktienmärkte zusätzlich von der andauernden Euro-Schwäche. Die Gemeinschaftswährung rutschte zeitweise bis auf 1,2517 Dollar ab und lag damit so niedrig wie seit Sommer 2010 nicht mehr. Bei Börsenschluss stand der Euro wieder etwas besser und kostete 1,2581 Euro. Im Gegenzug erreichte der Bund-Future mit 144,55 Punkten ein Rekordhoch, während die Renditen der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen ein Rekordtief von 1,351 Prozent erreichten, ein Zeichen für die große Verunsicherung der Anleger.

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Versorger. Eon-Papiere zogen um zwei Prozent an, RWE-Aktien gewannen 2,2 Prozent. Händler führten dies vor allem darauf zurück, dass die Anleger in unsicheren Zeiten gerne auf Konjunktur unabhängige Werte zurückgreifen. Spitzenreiter bei Börsenschluss war die Deutsche Post mit einem Kursplus von über 2,8 Prozent auf 13,24 Euro pro Aktie.

Die Metro-Aktie befindet sich indes weiter auf Talfahrt. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch äußerten sich die Aktionäre sehr kritisch über den niedrigen Kurs ihrer Papiere. Der heutige Tag brachte zeitweise einen Verlust von über sieben Prozent. Am Nachmittag notiert die Aktie noch knapp fünf Prozent schlechter bei 22,57 Euro. Auch Papiere von SAP, Thyssen Krupp, Infineon und Bayer bringen ihren Besitzern Verluste. Die Aktien der IT-Konzerne verlieren 2,2 beziehungsweise 0,9 Prozent. Papiere von Thyssen Krupp sinken um knapp ein Prozent und Bayer-Aktionäre müssen ebenfalls Federn lassen. Ihre Papiere notieren 0,7 Prozent schlechter.

Bereits am Mittwoch musste der Bayer-Konzern einen Rückschlag verkraften. Ein einflussreiches Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich gegen die Zulassung des Thrombosemedikaments Xarelto bei Patienten mit der Herzkrankheit ACS ausgesprochen. Die Entscheidung fiel mit sechs zu vier Stimmen. Üblicherweise folgt die Behörde den Empfehlungen des Gremiums, eine endgültige Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet. Bayer hat das Medikament zusammen mit Johnson & Johnson entwickelt.

Trotz schlechter Nachrichten konnte am Donnerstag auch die Telekom-Aktie punkten. Nach fünf Jahren ist der Dauerrivale Vodafone wieder der größte Mobilfunkbetreiber in Deutschland. Zwischen Januar und März nahm Vodafone 1,69 Milliarden Euro ein, gut 30 Millionen Euro mehr als die Deutsche Telekom. Zwar ist der Vorsprung minimal, doch im Prestigekampf zählen auch knappe Siege. Denn Erster zu sein motiviert das eigene Team und gilt als wichtiges Argument für Kunden und Aktionäre.

Die Papiere des Bonner Konzerns notierten knapp zwei Prozent fester bei 8,88 Euro. Konzern-Chef René Obermann ist mit der Gesamtentwicklung des Papiers jedoch alles andere als glücklich. „Niemand kann mit einem Kurs von unter neun Euro zufrieden sein. Ich bin es auch nicht", sagte Obermann auf der Hauptversammlung der Telekom am Donnerstag in Köln. Das Unternehmen habe sich aber angesichts des schwierigen Umfelds noch vergleichsweise gut geschlagen. Denn die Gesamtrendite des Papiers - also die Kursentwicklung plus Dividende - habe sich seit der Neuausrichtung 2007 besser entwickelt als der Dax.

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Mehr zu: Börse Frankfurt - Dax verbreitet kleinen Hoffnungsschimmer

99 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax verbreitet kleinen Hoffnungsschimmer"

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  • G8 - Tarantino-Time...

  • so Feierabend. Gute N8

  • habe ich noch gar nicht gelesen. Aber die Deutschen lassen sich nicht umstimmen. Wäre ja noch schöner. Die Deutschen sagen, wo´s langgeht.

  • Monti:
    Die meisten Gipfel-Teilnehmer haben sich für Euro-Bonds ausgesprochen.
    Glaubt dass Euro-Bonds bald eingeführt werden könnten.
    Italien kann Deutschland zu mehr Beiträgen zum Allgemeinwohl der EU bewegen.

  • Wie dumm ist das denn? Alles nur, weil Monti meint, D zu Eurobonds bewegen zu können? Lächerlich, das gibt morgen m.E. eine herbe (Kurs-) Enttäuschung.

  • Dein Wort in Gottes Ohr.

  • danke schon gesehen, aber es handelt sich - wie gestern - nur um einen technischen und somit Fehlausbruch. Bedenklich sind doch die Tage, in den die Börsenprofis selbst nicht wissen, warum die Kurse steigen. Die 12.500 und die 6300 werden uns noch ein paar Tage beschäftigen.

  • Ich will die Kuschelatmosphäre ungern unterbrechen, aber hat jemand hier mal kurz einen Blick auf seine Shortvehikel? Der Dow macht in der crazy-hour so gar nicht, was hier gewünscht wird...

  • "Wären Aktien in Papierform besser?"

    Ich würde versuchen, mir ein realistisches Worst-Case-Szenario vorzustellen. Übertreibungen sind wenig nützlich und resultieren aus alten Regionen (Stammhirn) unseres Hirns.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/boersenpsychologie-wenn-gier-das-hirn-von-boersianern-frisst/6298874.html

  • "Damit wieder Stützungskäufe kommen und die Institutionellen Aussteigen können? Sehe ich das richtig?"

    Naja, sie steigen ja nicht aus um des Aussteigens willens, sondern wollen von steigenden Kursen profitieren, sie könnten also auch investiert bleiben und mit Stop loss (sl) arbeiten.

    "Damit sich der Verkauf des Kleinanlegers verzögert und die Verkaufskurse besser sind? Richtig?"

    erster Teil richtig, zweiter falsch. Der private Verkäufer schafft ja gar nicht so schnell zu verkaufen, weil er nicht weiß, was los ist. Wenn der denn weiß, warum der Markt einbricht und endlich verkauft, jagt der Insti im die Aktie wieder günstiger ab um wieder vom Rebound zu profitieren.

    Klar haben die Privatanleger nicht die Macht (und nicht die Kohle). Aber die Infos der Instis wären für eine Privatperson viel zu teuer, als das er da oben mitspielen könnte. Das Paket von z.B. Reuters kostet monatlich schlappe 1000€, damit sie wie im Horrorfilm jede Sekunde 5 News gleichzeitig aufpoppen sehen und nach spätestens 2 Stunden Stielaugen haben und leichte Kopfschmerzen einsetzen. Mal abgesehen davon, sollen sie in so einer Situation noch mit kühlem Kopf Entscheidungen treffen und sich eine Richtung (beispielsweise unserer aller geliebter DAX) aussuchen. Ziemlich viel für Otto-Normalverbraucher. Also läuft er immer hinterher und zahlt am Ende die Zeche.

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