Börse Frankfurt
Miese US-Verbraucherdaten halten Dax unten

Nach einer positiven Börsenstart hat der Dax seinen Erholungskurs abgebrochen. Neben Konjunkturdaten aus Europa und der enttäuschenden Auktion italienischer Anleihen drückten zuletzt US-Verbraucherdaten auf die Stimmung.
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FrankfurtEnttäuschende Konjunkturdaten haben den Dax am Dienstag von seinem Erholungspfad abgebracht. Ein schwaches US-Verbrauchervertrauen erinnerte die Anleger wieder an die alten Sorgen um die US-Wirtschaft und drückte auf die Stimmung am Aktienmarkt. Der deutsche Leitindex schloss um 0,5 Prozent tiefer bei 5.644 Zählern und konnte nur zum Auftakt an seine kräftige Erholung vom Vortag anknüpfen. Besser sah es da in der zweiten Reihe aus: Der MDax legte 0,5 Prozent auf 8.898 Punkte zu und auch der TecDax stieg um 0,7 Prozent auf 738 Punkte. Rezessionsängste und die Furcht vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise hatten dem Dax in den vergangenen Wochen ordentlich zugesetzt. Seit Monatsbeginn hat das deutsche Börsenbarometer gut 22 Prozent verloren.

Konjunkturdaten aus der Eurozone verstärkten das negative Bild am Markt. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat viele enttäuscht und auch der Verkauf italienischer Staatsanleihen verlief schleppend, monierten Marktteilnehmer. „Die Auktion italienischer Anleihen ist nicht gut angekommen“, bekräftigte ein Händler. „Die Überzeichnung ist nicht sehr hoch, da scheint der Markt leicht enttäuscht sein“, stellte Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, fest. Entscheidend sei aber, dass die Renditen gegenüber der letzten Auktion herunter gekommen seien. Das spreche für eine gewisse Normalisierung. Steigen die Renditen, wird die Finanzierung für das Land teurer. Bei der Emission von zehnjährigen Papieren lag die Rendite bei 5,22 Prozent. Bei der vorigen Auktion Ende Juli hatte die Bruttorendite mit 5,77 Prozent noch den höchsten Wert seit elf Jahren markiert. Italien platzierte insgesamt Anleihen im Gesamtvolumen von 7,7 Milliarden Euro.

Größte Verlierer im deutschen Leitindex waren die Versorger, nachdem sie am Montag kräftig zugelegt hatten. RWE sackten um 2,8 Prozent ab, Eon um 2,5 Prozent. Auch Chemiewerte zeigten sich mit einem Abschlag von 1,3 Prozent bei Bayer laut Händlern „auffällig schwach“. T-Aktien verbilligten sich auch um knapp ein Prozent. Dem Konzern droht im Griechenlandgeschäft verstärkte Konkurrenz. Aktien der Lufthansa stemmten sich dagegen mit plus 1,9 Prozent an der Dax-Spitze gegen den Trend. Vorstandschef Christoph Franz habe sich in einem Medienbericht positiv geäußert. Im MDax starteten Praktiker-Papiere mit plus 11,3 Prozent einen neuen Erholungsversuch. Anfang Juli waren allerdings noch mehr als sechs Euro für die Anteile an der Baumarktkette bezahlt worden.

Verbrauchervertrauen in den USA bricht im August stärker als erwartet ein

In den USA ist das Verbrauchervertrauen im August regelrecht eingestürzt. Der Index sei von revidiert 59,2 (zuvor: 59,5) Punkten im Vormonat auf 44,5 Punkte gefallen, teilte das private Forschungsinstitut
Conference Board in Washington mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 52,0 Punkten gerechnet.

Italien verzichtet auf Sondersteuer für Reiche
Angesichts der erneuten Diskussion über die Inhalte des milliardenschweren Sparpakets war Italien ohnehin schon ins Blickfeld der Anleger gerückt. „Wenn jetzt wieder alles in Frage gestellt wird, dürfte das die Sorgen um eine Eskalation der Schuldenkrise neu entfachen“, sagte ein Börsianer. Die Regierung verzichtet nun doch auf eine Sondersteuer für Besserverdiener, wie das Büro von Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Montagabend mitteilte.

Geschäftsklima in der Euro-Zone trübt sich stark ein

Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone hat sich im August deutlicher eingetrübt als erwartet. Das Barometer fiel von 103 auf 98,3 Punkte, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 100,5 Punkte erwartet . Die Stimmung in der Industrie ist so schlecht wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Auch bei Dienstleistern und Verbrauchern trübte sie sich ein. Die Daten deuten auf eine schwache zweite Jahreshälfte hin. Das Bruttoinlandsprodukt in den Euro-Ländern war bereits von April bis Juni nur noch um 0,2 Prozent gewachsen, nachdem es zu Jahresbeginn noch 0,8 Prozent waren.

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  • Wie war das, Short-Gewinne sind auch Gewinne??

    nehm ich die schlechten Nachrichten gerne mit;)

    die 40 Punkte nehm ich gerne mit!

  • ausser spesen nichts gewesen!

  • scheiße war der schlecht!!!!

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