Börse Frankfurt
Miese Zahlen und schwankende Fed machen Dax zu schaffen

Die Berichtssaison deutscher Konzerne belastet den Dax. Für Verkaufsdruck sorgt außerdem die Fed. Aussagen verschiedener Notenbanker zufolge steht ein "Exit" kurz bevor. Wann genau dieser ansteht, kann aber keiner sagen.
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Die deutsche Berichtssaison sorgt für enttäuschte Anleger. Kaum ein Unternehmen, das Quartalszahlen veröffentlicht, die über den Erwartungen liegen. Im Gegenteil. Ein Großteil der Dax- und MDax-Unternehmen präsentiert miese Umsätze und schwache Gewinne, die sich negativ auf den Kurs des Dax auswirken. Dieser schloss am Mittwoch bei insgesamt niedrigen Umsätzen bei einem Minus von 0,5 Prozent auf 8260 Punkte. "Wenn man sich die Zahlen der Unternehmen anschaut, hat man nicht das Gefühl, dass ein Konjunkturaufschwung vor der Tür steht", bewertete ein Börsianer die deutsche Berichtssaison.

In der zweiten Reihe sah es ein wenig besser aus. Der MDax schaffte kurz von Handelsschluss den Sprung ins Plus, schloss aber bei einem Kurs von 14.608 Punkten unverändert. Der TecDax konnte 0,5 Prozent zulegen auf 1015 Zähler.

Doch nicht nur die Unternehmenszahlen belasten die Kurse. Störfeuer kam auch aus den USA. Konkret geht es um Aussagen vom Präsident der Notenbank von Atlanta, Dennis Lockhart. In einem Interview am Dienstag hatte er davon gesprochen, dass die Fed mit einem Zurückfahren ihrer Anleihen-Käufe schon im kommenden Monat beginnen könne. Der Dax fiel in der Folge über ein Prozent ins Minus.

Die US-Börsen mussten heute ebenfalls federn lassen. Der Dow Jones verlor am Mittwoch 0,5 Prozent auf 15.440 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,7 Prozent auf 1686 Punkte und der Nasdaq-100 gab 0,7 Prozent nach auf 3101 Zähler.

"Inzwischen sollte der Markt verstanden haben, dass der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wirklich passieren wird", sagte Franz Wenzel, Stratege bei AXA Investment Managers. Er geht davon aus, dass ein erster Schritt im September erfolgen wird.

K+S wird massiv abgewertet

Der in den letzten Wochen arg gebeutelte Kali- und Salzhersteller K+S musste heute eine neue Hiobsbotschaft verkraften. Die Experten der US-Großbank Morgan Stanley senkten massiv ihr Kursziel für die Aktie. Von den ehemals angepeilten 30 Euro schrumpften sie ihre Erwartungen an die Aktie auf elf Euro. Als Rating vergaben sie ein "underweight". Die K+S-Aktie, die in den letzten Tagen über 40 Prozent verlor, konnte heute dennoch zulegen. Mit einem Plus von rund 6,7 Prozent setzten sich die Papiere sogar an die Dax-Spitze. Einige risikoorientierte Anleger dürften das niedrige Kursniveau für einen günstigen Einstieg nutzen, zumal neue Spekulationen über eine Wiederbelebung des Exportbündnisses zwischen Uralkali und Belaruskali auf dem Markt geisterten.

Bei der neben der K+S kriselnde Commerzbank wächst indes die Zuversicht. Der großflächige Konzernumbau trägt Analysten zufolge erste Früchte. Sie rechnen im zweiten Quartal mit schwarzen Zahlen bei Deutschlands zweitgrößter Bank. Gewissheit erhalten die Anleger am Donnerstag. Dann präsentiert das Finanzinstitut offiziell seine Zahlen. Im Vorfeld verteuerten sich die Papiere um 1,9 Prozent.

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  • Montag und Mittwoch sind sehr unsichere Börsentage. Genauso wie Dienstag und Donnerstag und manchmal sogar Freitag.

    So, jetzt wissen Sie's. Börse kann so einfach sein!

  • "Morgens wollen die Investoren billig rein und abends teuer wieder aussteigen"

    kann Börse denn wirklich so einfach sein? :-)

    Übrigens ist das genau so ein geiler Tipp, wie Dienstags steigen immer die Kurse. Wenn ich da so an gestern denke.........

  • solche Scheinchen gibt es gar nicht. Sie müssen bei der heiligen drei Einigkeit (Sicherheit, Rendite, Verfügbarkeit) bedenken, dass immer auf einen Faktor verzichtet werden muss. In Ihrem Fall, also hoher angenommener Rendite mit täglicher Verfügbarkeit, ist die Sicherheit gleich null (kann also nicht endlos laufen). Um Ihr Vehikel einmal nachvollziehen zu können bitte ich einmal um die WKN. Denn die eierlegende Wollmilchsau, die Schwimmflügel hat und flugfähig ist kannte ich noch gar nicht.

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