Börse Frankfurt
Mieser Tag für den Dax

Für den Leitindex ging es heute deutlich abwärts. Zyperns gestiegener Finanzbedarf verunsicherte Anleger am Aktienmarkt, die doch lieber ihre Gewinne mitnahmen. Konjunkturdaten setzten noch einen drauf.
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Kein guter Tag für den Dax. Teilnehmer am Aktienmarkt zeigten sich aufgrund wachsender Sorgen um den Finanzbedarf Zyperns verunsichert. Der Leitindex schloss 1,6 Prozent tiefer bei 7.744 Punkten. Einige Anleger schienen ihre Gewinne der Vortage mitzunehmen. Der Dax hatte am Donnerstag und Mittwoch kräftig zugelegt.

Trotz der Verluste am Freitag schaffte der Dax eine der besten Wochen des Jahres mit einem Plus von einem Prozent. „Das Problem ist, dass der Dax jetzt unter 7800 Punkte gefallen ist“, sagte ein Händler. „Damit droht uns der freie Fall.“

Der Index für die Banken der Euro-Zone verlor angesichts der Unsicherheiten rund um die europäische Schuldenkrise drei Prozent, hatte in dieser Woche allerdings zuvor über sieben Prozent zugelegt. Der Rekordgewinn der US-Großbank ließ Anleger unbeeindruckt.

„Eine verrückte Entscheidung der Finanzminister“?

Beim Treffen der Finanzminister am Freitag und Samstag in Dublin stehen die Schuldenprobleme Zyperns oben auf der Agenda. Immerhin ist der Finanzbedarf der Mittelmeerinsel mit 23 Milliarden Euro rund sechs Milliarden höher als bislang angenommen. Aus Kreisen der Euro-Zone verlautete dazu, dass das hoch verschuldete Land nicht um mehr Geld gebeten habe. Der Kredit über die zehn Milliarden Euro werde nicht neu verhandelt.

„Es gibt kein Vertrauen mehr, dass die Finanzminister mit der richtigen Lösung um die Ecke kommen“, sagte Chefhändler Toby Campbell-Gray von Tavira Securities. „Bereitet Zypern Sorgen? Ja, aber es ist eine geringere Sorge als der Fakt, dass wir eine neue verrückte Entscheidung der Finanzminister sehen könnten.“ Der erste Entwurf eines Rettungspaket für Zypern hatte zu einem Kurssturz an den Börsen geführt, weil darin alle Bankkunden des Landes zur Aufbringung der notwendigen Gelder herangezogen werden sollten und Anleger einen Präzedenzfall für andere Euro-Länder fürchteten.

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Konjunkturdaten enttäuschten

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Mieser Tag für den Dax"

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  • Ich frage mich, was die hier schreibenden Meckerbolzen eigentlich wollen.

    Geht es ihnen um eine gerechtere Welt, in der die Geringverdiener in Relation zu den Reichen "gleicher" gestellt werden? Oder sind sie schlicht frustriert, weil sie die Situation falsch eingeschätzt haben?

    Erstere Einstellung wäre sicherlich akzeptabel, wobei man dann gute Konzepte einbringen sollte. Sicherlich nicht solche, wie es z.B. ein Pseudo-Linker Augstein tut. Auch SPD, Grüne und Linke haben leider überhaupt keine Ahnung von Wirtschaft und geben deshalb unsinnige Ideen aus.

    Falls aber der Frust über schlechte (Short-)Geldanlagen die Äußerungen begründet, dann ist es übel. Einen wirtschaftlich Crash zu wünschen, nur damit meine paar lausigen Puts steigen; das ist mies. Das ist wie ein Herr Soros, der ganze Völker in den Abgrund stürzt für seinen persönlichen Nutzen. (Und sich hinterher noch Philanthrop nennt.)

    Von diesen Neidern und Frustrierten gibt es hier eine Menge. Sie haben sich ganz offensichtlich angereichert. Das ist auch das Manko einer Zeit, in der man es für genauso natürlich hält, short zu spekulieren wie long. Tatsächlich gibt es jedoch _ein_ Stück Kuchen, während _minus ein_ Stück Kuchen nur ein Rechenexempel ist.

    Die Implikationen dessen, short und long für gleichwertig zu halten sind verantwortlungslos. Etwas aufzubauen ist schwierig und aufwendig (long); etwas zu zerstören, ganz simpel (short).

    Unsere Welt ist leider nicht von Ehrlichkeit dominiert, sonst wären sich (Volks)Wissenschaftler wesentlich öfter einig. Heute gilt: "Geiz ist geil.", "Geiz macht geil." und "Geld stinkt nicht". Die Folgen dieser Einstellung sind langfristig unvermeidbar.

  • CNBC:
    "Fed's Rosengren: Growth Better Than Expected"

    Nun ja, jeder Mensch mit einen IQ von über 40 weiß schon mal grundsätzlich, daß hier wie dort jegliche Zahlen ohnehin gefälscht sind.

    Neben 16 Billionen US-Schulden und einem eher bescheidenen Balance Sheet der FED druckt diese gerade derzeit jährlich 1 Billion (+ Nullzinspolitik).
    Naja, in den letzten 3 Jahren gab's immerhin horrende 2% Wachstum. Im letzten Quartal noch nachträglich gefälschte 0,4% Wachstum. Echt super Wachstum.

    Hohes Arbeitslosenniveau, kaum neue Stellen & knapp 50 Millionen Essensmarken-Empfänger - um nur mal ein paar Erfolge zu nennen. Ich bin mega-stolz auf Euch.

  • "Mieser Tag für den Dax"

    Es wird nicht der letzte sein.

    Das Jahreshoch haben wir längst gesehen - potentiell für Jahre.

    Die Amis halten ihre Kiste noch so lange hoch, bis genug Vollpfosten eingestiegen sind.
    Die nachwievor erbärmlichen Randbedingungen kann selbst das angeblich alternativlose mega-kranke (weil sinnlose & ineffektive) Gelddrucken nicht mehr überdecken.

    Ergo, Feierabend.

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