Börse Frankfurt
Mini-Minus im Dax

Dax-Anleger bleiben vorsichtig, das deutsche Börsenbarometer geht leicht schwächer aus dem Handel. Zahlen der Deutschen Telekom enttäuschten allerdings.
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FrankfurtDer Dax hat sich nach der Rally zur Wochenmitte eine Verschnaufpause gegönnt. Der deutsche Leitindex hatte zwar am Donnerstag kurz den Sprung auf den höchsten Stand seit April 2015 geschafft, ging dann aber minimal im Minus bei bei 12.060 Punkten aus dem Handel. Am Mittwoch hatte das Börsenbarometer fast zwei Prozent gewonnen. Seinem bisherigen Allzeithoch von 12.390 Punkten kam er damit kaum näher.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax ging am Donnerstag 0,1 Prozent tiefer bei 23.580 Punkten aus dem Handel. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,2 Prozent auf 1.930 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich kaum vom Fleck.

Nachdem der Dax jüngst nach Reden von US-Notenbankern vor allem von der Geldpolitik der Fed gelenkt wurde, gaben nun die Geschäftszahlen der Deutschen Telekom die Richtung vor. Die Aktie der Bonner ist siebtschwerster Wert im Leitindex. Mit ihrer am Donnerstag vorgestellten Bilanz für das Jahr 2016 vergraulte das Bonner Unternehmen am Donnerstag die Anleger. T-Aktien gingen mit einem Minus von gut einem Prozent aus dem Handel. Größter Dax-Verlierer war Thyssen-Krupp, die 1,7 Prozent verloren.

„Die Zahlen sind etwas gemischt“, sagte ein Händler. Einige Anleger störten sich wohl am Ausblick. Der Konzern erwartet für das laufende Jahr beim Kerngewinn nur noch ein halb so großes Wachstum wie bisher. Trotz der boomenden Geschäfte der US-Tochter T-Mobile US rechnet die Telekom für 2017 mit einem Anstieg des Gewinns (Ebitda) von etwas weniger als vier Prozent auf 22,2 Milliarden Euro nach acht Prozent im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit 22,7 Milliarden Euro gerechnet.

Andere Börsianer fanden die Ergebnisse allerdings gar nicht so schlecht. Alle Eckdaten entsprächen im Wesentlichen den Markterwartungen, schrieb DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger. „Die Abschreibung auf die BT-Beteiligung war erwartet worden, während die zusätzlichen kleineren Wertberichtigungen tendenziell überraschten.“ Allerdings räumte auch Oblinger ein, dass der Ausblick unter den Erwartungen liege. Der Ansatz sei möglicherweise konservativ und stelle nur eine kleine Enttäuschung dar. Citi-Analyst Simon Weeden verwies darauf, dass nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland die Geschäfte gut liefen. Der Bonner Konzern hatte auf ein Aktienpaket von zwölf Prozent am britischen Rivalen BT 2,2 Milliarden Euro abgeschrieben. Dadurch war der Überschuss 2016 um 18 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro eingebrochen.

Auch der Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental überzeugte die Börsianer offenbar nicht. Er will die Dividende trotz eines nur gering gestiegenen Gewinns deutlich anheben. Anleger zeigten sich skeptisch, so dass die Aktien zunächst leicht nachgaben. Allerdings nutzten einige Anleger die Delle offenbar für Zukäufe. Gegen Nachmittag stand die Aktie 0,5 Prozent höher.

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