Börse Frankfurt: Mission 7.000 Punkte gescheitert

Börse Frankfurt
Mission 7.000 Punkte gescheitert

Der riesige Geldberg, den die EZB an die europäischen Banken verleiht, erscheint mickrig gegen die kritischen Worte von Fed-Chef Ben Bernanke. Gut gestartet verliert der Dax zum Ende an Fahrt und schließt im Minus.
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FrankfurtMit einer unglaublichen Summe flutete die Europäische Zentralbank (EZB) die Banken und doch blieb eine größere Reaktion an den Börsen aus. Der erste Euro-Tender vom Dezember und der jetzige ergeben zusammen eine gigantische Summe von 1,02 Billionen Euro, die die EZB an europäische Finanzinstitute zu einem Prozent vergeben hat.

Nach Bekanntwerden der Details des zweiten Tenders schwankte der Dax stark. Zuerst erreichte er bei 6.967 Punkte sein Tageshoch. Später reduzierte er seine Gewinne und zum Nachmittag stabilisierte er sich im Plusbereich von 0,5 Prozent. Eine Stunde vor Handelsschluss musste der Dax jedoch Federn lassen und fiel in den roten Bereich. Bei einem Kurs von 6.856 Punkten schloss der Leitindex 0,5 Prozent im Minus. Die zweite Reihe beendete den Mittwoch ebenfalls im negativen Bereich. Der MDax sank um 0,1 Prozent auf 10.433 Punkte und der TecDax verlor 0,6 Prozent auf 771 Punkte.

Ben Bernanke sorgte kurz vor Handelsschluss für fallende Börsenkurse. Der Fed-Chef hatte unter anderem erklärt, die zuletzt stark steigenden Benzinpreise in den USA würden vermutlich die Inflation vorübergehend steigen lassen. "Das hat am Markt einige Spekulationen über eine Neuauflage des Anleihekaufprogramms der Federal Reserve gedämpft", erklärte ein Händler in Frankfurt. Im Anschluss an die Aussage fiel auch der Euro. Ein Euro kostete nach Frankfurter Börsenschluss 1,3375 US-Dollar.

Das Ausbleiben euphorischer Stimmung nach Bekanntwerden der Details des zweiten Euro-Tenders lag unter anderem an den Erwartungen der Börsianer. Viele Anleger haben sich in den vergangenen Tagen, mit Blick auf die heutige Geldspritze, mit neuen Aktien eingedeckt und so die Reaktion an den Börsen vorweggenommen. Dass die Summe des Tenders nun um einiges größer ausgefallen ist als ursprünglich erwartet, war lediglich eine nette Beigabe.

Die Reaktionen der Experten auf den Euro-Tender waren unterschiedlich. Marktanalyst Heino Ruland sagte: „Das Volumen zeigt, dass das Bankensystem relativ ausbalanciert ist. Interessant ist, wer diesmal zugegriffen hat. Ich gehe davon aus, dass es eine Verlagerung von den süd- zu den nordeuropäischen Banken gab. Dies würde bedeuten, dass das Geld eher der Realwirtschaft zugute kommt, weil die südeuropäischen Institute die Mittel eher zur Ablösung eigener Anleihen verwendet haben.".

Aktienhändler Andreas Lipkow hingegen sieht den Geldsegen kritisch. Er sieht in den derzeitigen Entwicklungen eine neue sich aufblähende Blase im Finanzsektor. Denn für die Notenbanker könnte es ein schwieriges Unterfangen werden, die Gelder wieder aus den Märkten zu nehmen. Bisweilen erscheine die derzeitige Situation auch gefährlich, da praktisch alle Vermögenswerte steigende Notierungen verzeichnen. Das deute auf das Entstehen einer erneuten Spekulationsblase an den Finanzmärkten hin, die sich mit dem billigen Geld weiter vergrößere, ließ Lipkow verlauten.

Bundesanleihen bleiben begehrt

Der Bund-Future hingegen stieg mit Freigabe des Euro-Tenders. Zeitweise erreichte er 140,28 Punkte und lag damit auf einem Rekordhoch. Grund dafür ist das allgegenwärtige Unbehagen in der Causa Griechenland. Aus Furcht vor einer Verschärfung der Krise haben viele Investoren den "sicheren Hafen" Bundesanleihen angesteuert. „Der Bund-Future ist wegen Griechenland noch nicht reif für eine Korrektur“, sagte ein Börsianer.

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"Geldspritzen wirken wie Doping"

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  • Trotz aller Unkenrufe wird die 7000er Marke bald überschritten. Davon bin ich fest überzeugt!

  • Soll der "erste" Tender noch von 500 Banken in Anspruch genommen worden sein, so sollen lt. gegenwärtiger Nachrichtenlage diesmal rd. 800 Banken beabsichtigen, den aktuellen Tender in Anspruch zu nehmen.

  • @Brasil: Welche Form der Geldanlage bevorzugen Sie?

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