Börse Frankfurt
Nur mit Mühe hält der Dax die 9000 Punkte

Bis zum Nachmittag hielt sich der Dax im Plus. Doch die Unsicherheit über die Fed-Entscheidung setzte den Kurs kräftig unter Druck. Am Ende ging der Leitindex unverändert aus einem richtungslosen Handel.
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Der heutige Freitaghandels verlief ohne klare Richtung, die Anspannung war den Börsen anzumerken. Die Angst, dass die Fed aufgrund der wachsenden US-Wirtschaft schon am Mittwoch einen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik ankündigt, hielt die Märkte fest im Griff.

Lange hielt der Dax den Verlusten der letzten Tage stand und tendierte leicht im Plus. Am Nachmittag sorgten dann aber der US-Erzeugerpreis-Index und eine verhaltene Wall Street dafür, dass der Dax unter die 9000er Marke fiel. Eine klare Marschrichtung gab es nicht. Zweifel an einer längeren Laufzeit der Förderprogramme der Notenbank sorgten wiederholt für Schwankungen.

Am Ende schloss der Dax bei 9006 Punkten, was ein leichtes Minus von 0,1 Prozent bedeutet. Auch die Nebenwerte kamen nicht wirklich vom Fleck. Der MDax schloss unverändert bei 15.898 Punkten. Lediglich der TecDax gab etwas stärker nach und ging mit 1110 Zählern aus dem Handel - 0,4 Prozent leichter .

Damit entwickelt sich der Dezember für Anleger zu einem Monat des Grauens. Fast 400 Punkte verlor der Dax seit Ende November. Gestern ging es 0,7 Prozent runter auf 9017 Punkte. Über Wochensicht verlor das wichtigste deutsche Börsenbarometer aber 1,8 Prozent.

Die Vorgaben aus Asien waren schwach - die meisten Börsen im Osten schlossen im leichten Minus oder auf Vortagskursniveau. Lediglich der Nikkei225 konnte - weiter getrieben vom schwachen Yen - um 0,4 Prozent zulegen.

Etliche Investoren wetten nach dem Kompromiss im Haushaltsstreit und soliden Einzelhandelsdaten für November darauf, dass es schon am kommenden Mittwoch so weit sein könnte, denn dann wird in Washington das Gremium der Notenbank tagen und eine Entscheidung treffen.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten erwarten unterdessen mehrheitlich, dass die Fed erst im März vom Gaspedal gehen wird. Den Ton an den weltweiten Aktienmärkten wird sie nach Meinung der Börsenprofis auch im kommenden Jahr vorgeben. Immer neue Spekulationen über den geldpolitischen Kurs der weltgrößten Volkswirtschaft könnten dann weltweit für höhere Kursschwankungen sorgen.

Die beste Wertentwicklung 2014 könnten laut einer Reuters-Umfrage die europäischen Börsen schaffen. Im Schnitt wird ihnen ein Plus von 14 Prozent zugetraut. Die Durchschnittsprognose für den Dax liegt bei 10.000 Punkten. Der Dow Jones schloss 0,6 Prozent tiefer bei 15.739 Punkten, der Nikkei notiert zum Börsenschluss mit 0,4 Prozent im Plus bei 15.403 Punkten.

Anleger sollten trotz der Verlustserie fürs nächste Jahr optimistisch sein, findet Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch in Köln. Der Fondsmanager empfiehlt Aktien von Unternehmen, die global aufgestellt sind, nachhaltig wachsen und deren Bilanzen solide finanziert sind. „Viele Investoren haben diesen Standpunkt mittlerweile verstanden, wenngleich ihm nicht alle folgen“, sagt Vorndran.

„Vor drei oder vier Jahren war es die Furcht vor einer Eskalation der Eurokrise, die sie davon abhielt Aktien zu kaufen; heute ist es die Angst vor den aus ihrer Sicht allzu luftigen Bewertungen an der Börse“. Eine Blase, die nur darauf warte, angestochen zu werden, auf dass die Luft wieder entweiche“.

Vorndran rät weiterhin zu Aktien: „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Multiple-Expansion, also die Ausweitung der Bewertungsniveaus am Aktienmarkt, noch lange nicht vorbei ist“.

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  • Noch einer, der sich unbedingt mal etwas von deltaone abschauen sollte - in jeglicher Hinsicht.

    http://www.reuters.com/article/2013/12/07/sweden-nobel-idUSL5N0JM04B20131207


  • Bei den Banken und Versicherungen bricht durch die geldpolitischen Maßnahmen der Zinsüberschuss ein. Unternehmen wie K+S, Metro, ThyssenKrupp kämpfen darum, dass sie nicht in die Miese kommen bzw. wieder heraus kommen. Die fundamentale Konstitution der Unternehmen könnten in Relation zur gegenwärtigen Bewertung unterschiedlicher nicht sein. Ich steige nicht mehr ein und schaue nur noch gespannt zu.

  • Es steht jedem frei zu denken, sogar dem Freidenker.

    Allerdings sollte man sich bemühen, nicht nur zu denken, dass man denkt.

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