Börse Frankfurt
Ölpreis-Turbulenzen ziehen Dax ins Minus

In New York steigen die Kurse, doch die Frankfurter Börse kann davon nicht profitieren. Der Dax schließt im Minus. Der schwache Kompromiss der Ölminister der wichtigsten Förderländer lastet hierzulande auf der Stimmung.

FrankfurtSchwindende Hoffnungen auf ein Ende der Turbulenzen an den Ölmärkten haben am Dienstag die europäischen Aktienanleger verunsichert. Dax und EuroStoxx50 konnten ihre Auftaktgewinne nicht halten und rutschten bis zum Abend um 0,8 und 0,4 Prozent auf 9.135,11 und 2.821,26 Zähler ab.

An der New Yorker Börse lagen der Dow-Jones- und der S&P500-Index zum europäischen Handelsschluss 0,7 und 0,9 Prozent höher. Händler erklärten, Schnäppchenjäger seien unterwegs und stützten die Kurse.

An den Ölmärkten blieb indes die Unsicherheit. Zwar einigten sich Russland und unter anderem Saudi-Arabien auf eine Begrenzung der Förderung auf dem Niveau vom Januar - jedoch unter der Voraussetzung, die übrigen Förderländer stimmen zu. Spekulationen auf ein sinkendes Überangebot wurden damit enttäuscht. So fiel das zeitweise 6,5-prozentige Plus beim Ölpreis weitgehend in sich zusammen. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent nahm seine Talfahrt wieder auf. Am Abend kostete ein Fass Nordseeöl (159 Liter) mit 32,56 Dollar 2,4 Prozent weniger.

„Es scheint unwahrscheinlich zu sein, dass andere Förderer dem noch zustimmen werden“, erklärte ein Händler. Daher hätten die Marktteilnehmer wieder einen Gang zurückgeschaltet. Am Montag hatte der Dax noch fast drei Prozent zugelegt und damit den Erholungskurs vom Freitag fortgesetzt.

Darüber hinaus drückte ein durchwachsen aufgenommener ZEW-Index auf die Stimmung. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen war im Februar um 9,2 auf 1,0 Punkte eingebrochen, lag damit aber etwas über den Schätzungen. „Die sich abzeichnende Abschwächung der Weltkonjunktur und die ungewissen Folgen des Ölpreisverfalls belasten die Konjunkturerwartungen“, sagte ZEW-Experte Sascha Steffen.

Dies veranlasste einige Anleger zu Gewinnmitnahmen. So gerieten im Dax die Gewinner der vergangenen Tage unter Druck: Trotz eines Gewinnanstiegs fielen HeidelbergCement um 3,4 Prozent und zählten damit zu den Schlusslichtern im Dax. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel am Vortag noch mit einem Plus von über fünf Prozent zu den Favoriten gezählt hatten. Auch E.ON rutschten wieder ab und hielten mit einem Minus von 3,6 Prozent die rote Dax-Laterne. Am Vortag hatten die Aktien des Versorgers noch 8,4 Prozent gewonnen.
Im deutschen Nebenwerte-Index MDax brachen MTU Aero um 6,6 Prozent ein. Ein enttäuschender Umsatz hatte den Gewinnanstieg des Triebwerkherstellers überschattet.

In Paris zogen Michelin um 3,4 Prozent an. Der schwache Euro hatte dem französischen Coni-Rivalen einen kräftigen Gewinnanstieg beschert. Die im Dax notierten Conti konnten davon aber nicht profitieren, sondern fielen nach einer Verkaufsempfehlung durch die Analysten von Exane BNP Paribas um 0,9 Prozent.

Zu den größten Verlierern im EuroStoxx zählten Air Liquide mit einem Abschlag von 4,8 Prozent. Der Industriegasehersteller und Linde -Konkurrent hatte mit seinem Umsatz und Dividende die Erwartungen der Anleger nicht erfüllt. Linde verloren 1,7 Prozent.

Die Entlastung von Osram -Chef Olaf Berlien bei der Hauptversammlung stieß bei den Aktionären des Leuchtmittel-Herstellers auf Missfallen: Die Aktien gaben ihren Gewinn von zuvor mehr als sechs Prozent ab und schlossen 0,2 Prozent ins Minus. Hauptaktionär Siemens war zuvor mit seinem Vorstoß zum Sturz von Berlien gescheitert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%