Börse Frankfurt : Pfund auf Talfahrt

Börse Frankfurt
Dax schwächelt nach Rekordhoch

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Pfund auf Talfahrt

Angeheizt wurde die Stimmung an den Börsen von Hoffnungen auf ein französisches Wirtschaftswunder nach dem Sieg der Partei La Republique en Marche des Präsidenten Emmanuel Macron bei den französischen Parlamentswahlen. Er will Reformen durchsetzen und damit die Konjunktur ankurbeln. Zudem spekulieren Anleger auf eine freundlichere Scheidung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union (EU). Die beiden begannen am Montag ihre mit Spannung erwarteten Verhandlungen.

Pfund-Anleger reagierten bereits enttäuscht auf Aussagen des britischen Notenbankchefs Mark Carney. Der Start der Brexit-Gespräche sei zwar positiv verlaufen, es werde aber schwieriger werden, sagte dieser. Bis klar sei, wohin die Reise für Großbritannien und die EU gehe, müssten sich die Briten auf mögliche Einkommens-Belastungen einstellen. Die britische Währung gab daraufhin deutlich nach, sie verbilligte sich um ein halbes Prozent auf 1,2670 Dollar. „Es sieht so aus, als ob Carney die Zügel in der Geldpolitik wegen der Unsicherheiten rund um den Brexit erst einmal locker lassen will“, sagte David Madden vom Broker CMC Markets.

Für Zuversicht sorgte die erhöhte Konjunkturprognose des Münchener Ifo-Instituts. Die Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 1,8 Prozent steigt und 2018 noch einmal um 2,0 Prozent zulegen wird. Einige Börsianer warnten aber vor einem Rückschlag. „Die Kehrseite dieser Medaille ist, dass somit ziemlich alle guten Nachrichten eingepreist sind“, sagte Kapitalmarktstratege Martin Lück vom Vermögensverwalter BlackRock. Vor allem in den Brexit-Gesprächen stecken viele Ungewissheiten, fügte Altmann hinzu.

In Deutschland richteten die Investoren an diesem Dienstag ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf die Zahlen zur Leistungsbilanz der Euro-Zone. In der Euro-Zone entfernte sich der Leistungsbilanzüberschuss im April weiter von seinem Rekordhoch. Saison- und kalenderbereinigt lag er bei 22,2 Milliarden Euro, wie die Europäische Zentralbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Im März hatte er noch bei 35,7 Milliarden Euro gelegen, nachdem im Februar mit 37,9 Milliarden Euro der bislang höchste Wert erreicht worden war. Neben dem Warenhandel enthält die Leistungsbilanz auch alle anderen Transfers mit dem Ausland. Dazu zählt neben Dienstleistungen unter anderem die Entwicklungshilfe. Werden die Daten nicht um Kalender- und Saisoneffekte bereinigt, dann sank der Überschuss binnen Monatsfrist von 46,4 auf 21,5 Milliarden Euro im April.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,11 Prozent am Vortag auf 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 141,89 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,13 Prozent auf 164,80 Punkte. Der Euro kostete 1,1157 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1199 US-Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8929 Euro gekostet.

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dpa 
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  • Die Shiller-PE Ratio zeigt ziemlich exakt an, ob ein Aktienindex (oder eine Einzelaktie) überbewertet ist oder nicht. Da Robert Shiller Amerikaner ist, hat er die Ratio für den S&P 500 berechnet (jedoch dürfte es beim DAX ähnliche Ergenisse geben):
    https://www.gurufocus.com/shiller-PE.php
    Einzig und alleine zweimal in der Geschichte war die Shiller-PE Ratio höher als heute (30,3): nämlich 1929 kurz vor dem Schwarzen Freitag (der eigentlich ein Donnerstag war) und 1999 / 2000 kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase.
    Die gegenwärtige Ratio von 30,3 ist dabei um ca. 80% höher als die historische durchschnittliche Ratio von 16,8.
    Das Einzige, was man also definitiv sagen kann: der S&P 500 ist hoffnungslos überbewertet. Was man dagegen nicht sagen kann, ist, wann diese Überbewertung korrigiert wird. Als Anleger deshalb immer daran denken: Der Markt kann länger irrational bleiben als man selbst solvent!

  • Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.

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