Börse Frankfurt

Quartalszahlen beflügeln den Dax

Starke Unternehmenszahlen aus Deutschland und Europa trieben den Dax heute an. Die schwächelnde Konjunktur und die Geldpolitik der Notenbanken spielten dagegen kaum eine Rolle – doch das könnte sich schon morgen ändern.
Update: 28.10.2014 - 17:40 Uhr 12 Kommentare

Dax springt über 9000er-Marke

FrankfurtDer Dax macht den gestrigen Handelstag vergessen. Mit einem satten Plus von 1,9 Prozent auf 9068 Punkten konnte der Leitindex das gestrige Minus von einem Prozent mehr als amortisieren. Allerdings herrschte nicht gerade rege Beteiligung am Börsenhandel im Frankfurt. Die Umsätze belaufen sich gerade einmal auf knapp zwei Milliarden Euro – das ist nur etwas mehr als die Hälfte eines üblichen Handelstages.

Die zweite Reihe verzeichnete ebenfalls Kursgewinne. Der MDax notierte 1,1 Prozent fester auf 15.637 Punkte. Der TecDax schloss ein Prozent fester auf 1205 Zähler.

Angetrieben werden die Börsen vor allem von starken Bilanzen von Unternehmen aus der ersten, zweiten und dritten Reihe. Zuversichtlich stimmen außerdem starke Quartalszahlen von anderen europäischen Unternehmen. Die Konjunktursorgen bleiben zwar weiterhin bestehen, heute jedoch spielen sie eine untergeordnete Rolle.

Doch das dürfte sich schnell wieder ändern. Bereits heute fallen die schwächer als erwartet ausgefallenen Auftragseingänge der US-Industrie auf. Für langlebige Güter, wie zum Beispiel Flugzeuge und Autos, fielen die Auftragseingänge um 1,3 Prozent. Experten hatten mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Der Euro machte im Anschluss an die Veröffentlichung im Vergleich zum Dollar Boden gut. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,2746 Dollar bewertet und damit rund 0,4 Prozent höher.

Aus Sicht von Helaba-Analyst Ulrich Wortberg ist die Entwicklung im dritten Quartal aber noch immer als robust einzustufen. „Insofern gibt es keinen Anlass, das grundsätzlich positive Wachstumsszenario in Frage zu stellen“, urteilt der Experte.

So haben sich die deutschen Banken geschlagen
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Platz 1 - NRW Bank

Vermögenswerte: 145 Milliarden Euro

Verschuldungsquote: 11 Prozent

Kernkapitalquote laut EZB: 37,3 Prozent

Kernkapitalquote im Normalszenario*: 33,8 Prozent

Kernkapitalquote im Krisenszenario**: 31,5 Prozent

*Im so genannten Baseline Szenario wurde geprüft, wie sich die Bankbilanzen entwickeln, wenn sich die Wirtschaft in den nächsten drei Jahren so entwickelt, wie das die EU vor einem Jahr prognostiziert hat.

**Im harten Szenario wurde geprüft, wie sich die Banken schlagen, wenn es einen mehrjährigen Konjunktureinbruch gibt, die Zinsen steigen, sich die Kreditwürdigkeit der Staaten verschlechtert und die Banken ihre Bilanzen nicht verbessern. In diesem Szenario verlangt die EU eine harte Kernkapitalquote von 5,5 Prozent, um den Stresstest zu bestehen)

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Platz 2 - Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Vermögenswerte: 35 Milliarden Euro

Verschuldungsquote: 4,2 Prozent

Kernkapitalquote laut EZB: 16,4 Prozent

Kernkapitalquote im Normalszenario: 17,3 Prozent

Kernkapitalquote im Krisenszenario: 14,7 Prozent.

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Platz 3 - Landwirtschaftliche Rentenbank

Vermögenswerte: 82 Milliarden Euro

Verschuldungsquote: 3,6 Prozent

Kernkapitalquote laut EZB: 16,9 Prozent

Kernkapitalquote im Normalszenario: 16,1 Prozent

Kernkapitalquote im Krisenszenario: 12,9 Prozent.

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Platz 4 - SEB

Vermögenswerte: 32 Milliarden Euro

Verschuldungsquote: 5,1 Prozent

Kernkapitalquote laut EZB: 16,9 Prozent

Kernkapitalquote im Normalszenario: 17 Prozent

Kernkapitalquote im Krisenszenario: 12,8 Prozent.

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Platz 5 - Aareal Bank

Vermögenswerte: 43 Milliarden Euro

Verschuldungsquote: 4,6 Prozent

Kernkapitalquote laut EZB: 16,3 Prozent

Kernkapitalquote im Normalszenario: 16,5 Prozent

Kernkapitalquote im Krisenszenario: 11,8 Prozent.

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Platz 6 - L-Bank

Vermögenswerte: 71 Milliarden Euro

Verschuldungsquote: 3,7 Prozent

Kernkapitalquote laut EZB: 13,5 Prozent

Kernkapitalquote im Normalszenario: 13,8 Prozent

Kernkapitalquote im Krisenszenario: 11,2 Prozent.

HRE-"Bad Bank" schreibt 3 Milliarden Euro ab
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Platz 7 - Hypo Real Estate

Vermögenswerte: 122 Milliarden Euro

Verschuldungsquote: 4,2 Prozent

Kernkapitalquote laut EZB: 16,5 Prozent

Kernkapitalquote im Normalszenario: 18,2 Prozent

Kernkapitalquote im Krisenszenario: 10,8 Prozent.

Die Wirtschaftszahlen haben eine große Bedeutung für die Börsen. Denn von den Daten hängt ab, wann die Federal Reserve ihre Geldpolitik wieder restriktiver gestaltet. Neue Hinweise zum Kurs der US-Notenbank erwarten die Börsianer am Mittwochabend. Dann wird die Fed ihre Ergebnisse des zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses veröffentlichen.

Es wird erwartet, dass die Notenbanker ihr milliardenschweres Anleihenankaufprogramm zur Stützung der Wirtschaft im Oktober auslaufen lassen. Zudem versprechen sich die Investoren Signale für den Zeitpunkt einer Zinserhöhung in den USA. Die Ergebnisse werden am Mittwochabend veröffentlicht.

Nach Einschätzung von Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM ist eine nächste Abwärtswelle im Dax in den kommenden Wochen nicht auszuschließen. „Das gilt besonders dann, wenn die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am Mittwoch erneuten Geldgeschenken an den Markt eine Absage erteilt“, sagte der Experte.

T-Mobile US treibt T-Aktie an
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12 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Quartalszahlen beflügeln den Dax"

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  • Langfristig entwickeln sich US Aktien besser als deutsche Wertpapiere.Man braucht sich nur den Dow Jones Total Return hernehmen und über den DAX legen.Der Dow Jones Total Return kommt seit 82 auf einen jährlichen Zuwachs von 15%.Der DAX schafft nur die Hälfte.Vom Vergleich TecDAX früher Neuer Markt genannt und Nasdaq will ich erst gar nicht reden.Da wird das Bild noch krasser.Das liegt daran,dass zum ersten US Firmen produktiver sind als Deutsche,siehe Banken und Versicherungen,aber auch Sportartikelhersteller u.a. und zum Zweiten daran,dass die Aktienkultur in den Vereinigten Staaten eine andere,eine Bessere ist ist.Auch wenn ich weiß,dass 55% der DAX-Investoren Ausländer sind.Das weiß ich.
    Und wenn ich mir das Wirtschaftswachstum hernehme und vergleiche und die Prognosen der USA mit der Deutschlands vergleiche,dann weiß ich,wo ich den Schwerpunkt hinlegen muss.Das hat nichts mit "keiner Vaterlandsliebe" zu tun,dass ist für mich nur rational.

  • Die Börse, dass sind in den USA die großen Pensionsfonds,Investmentgesellschaften,Investmentfonds,Vermögensverwalter,wie Blackrock und Value Investors,wie Mister Warren Buffett.Die Banken machen nicht so viel aus.Bei uns wurde der Eigenhandel,nach der Krise, fast eingestellt.Große Adressen in den USA -bei den Banken im Eigenhandel sind J.P.Morgan und Goldman Sachs.Aber die machen keine 95% aus.Das ist Unsinn.Die kommen auf unter 25% vom Anlagevolumen her.In den USA spart man in der Regel 200-500$ pro Monat in solche Fonds an.Der Leverage Effekt sorgt dann für die Rendite.Fonds bilden dann entweder den S&P 500 oder den Dow Jones nach.Der Dow mit Dividenden,der Dow Total Return ,steht bei 33500.Das ist doch schon mal was.Gibt es auch als Zertifikat.Würde ich immer vorziehen,da hier die Dividenden mit drin sind.In den USA ist die Aktienquote auch viel höher,als in Deutschland.Deshalb machen sich die Zinsen nicht so bemerkbar,Im Gegenteil,man ist froh,wenn der Zins länger unten ist.Kann man sich mehr leisten und der Börse hilft es auch,zumindest ein wenig.

  • Ich mache keine Optionen.Ich halte nur Aktien und Aktienfonds,seit 1982.Ist ihre Frage damit beantwortet?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Und ich dachte immer wir sehen im Oktober neue Hochs im DAX? Die Analysten waren sich doch im September so sicher,dass wir im Oktober die 10 000 sehen.Was war nur passiert ?Kann man denen nicht mehr trauen....?

  • Dass sich das eingesetzte Spielkapital an der Börse in Nanosekunden erhöht oder vermindert, haben wir den Hochfrequenz-Algo-Tradern zu verdanken, die ohne Berücksichtigung von realen Umständen die beunruhigende Volatilität erzeugen, die den Kleinanleger abschreckt, weil er sehr oft der Dumme ist.

    Wenn man noch die Überbewertung der Indexe und die geschönten Bilanzen bewertet, kann man zu dem Schluß kommen, das die Finanzmärkte wie zu Zeiten des Betrügers John Law einem Ponzi-Schema und einem Schneeball-System ähneln und dass hier arglistische Täuschung und Anleger-Betrug zum System gehören.

  • Deutschland ist Anteilseigner der Bad Bank EZB und haftet ebenso wie bei allen Rettungsschirmen mit uneinbringlichen Zahlungen an den ClubMed mit 27%.

    Das jetzt per Kredit geschönte und aufgepumpte Eigenkapital der Banken steht einem zigfachen Schuldenberg an faulen Krediten gegenüber.

    Dass dies bei dem Stresstest nicht berücksichtigt wurde, haben wir Herrn Draghi zu verdanken, der die Modalitäten des Stresstests zu verantworten hat.

    Wenn man die Draghi-Methode nicht angewendet hätte, müssten viele Banken Konkurs anmelden.

    Die Börse hat dieses falsche Spiel richtig eingeordnet und ist auch gleich wieder auf Talfahrt gegangen.

  • Ich wußte bisher nicht das die EZB, oder besser Bad Bank, 3,5 Billionen Schulden angehäuft hat. Ich frage mich aber, wie hoch der Anteil an Schulden aus Deutschland ist.
    Anscheinend habe ich das nicht mit bekommen, ebenso die Frage, warum nicht die Staatsverschuldung bei den Banken nicht berücksichtigt wurde.

  • Gestern bei "Hart aber fair" konnte man den eindrucksvollen Polit-Dilettantismus einer schwarzen und einer roten Null bewundern.

    Wenn man die aufgestellten Thesen der beiden Repräsentanten von CDU und SPD sich genau anschaut, kommt man zu dem Ergebnis, dass Deutschland mit solchen Leuten dem Untergang geweiht ist.

    Herr Lucke von der AfD erhielt unerwartete Schützenhilfe von Anja Kohl, die von dem weitgehend verständnislosen Publikum trotzdem viel Beifall erhielt, weil sie komplexe Zusammenhänge dem Intelligenzquotienten des Publikums anpassen konnte.

    Es wurde soviel Unsinn verbreitet, dass sich der Moderator gezwungen sah, gegen sein vom Sender verordnetes Mainstream-Briefing zu verstossen und öfter als sonst in ARD und ZDF, Herrn Lucke von der AfD recht zu geben.

    Eine unrühmliche Rolle spielte der Bankenvertreter, der kaum vernünftige Beiträge zu der Sendung leisten konnte.

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