Börse Frankfurt
Quartalszahlen beflügeln den Dax

Starke Unternehmenszahlen aus Deutschland und Europa trieben den Dax heute an. Die schwächelnde Konjunktur und die Geldpolitik der Notenbanken spielten dagegen kaum eine Rolle – doch das könnte sich schon morgen ändern.
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FrankfurtDer Dax macht den gestrigen Handelstag vergessen. Mit einem satten Plus von 1,9 Prozent auf 9068 Punkten konnte der Leitindex das gestrige Minus von einem Prozent mehr als amortisieren. Allerdings herrschte nicht gerade rege Beteiligung am Börsenhandel im Frankfurt. Die Umsätze belaufen sich gerade einmal auf knapp zwei Milliarden Euro – das ist nur etwas mehr als die Hälfte eines üblichen Handelstages.

Die zweite Reihe verzeichnete ebenfalls Kursgewinne. Der MDax notierte 1,1 Prozent fester auf 15.637 Punkte. Der TecDax schloss ein Prozent fester auf 1205 Zähler.

Angetrieben werden die Börsen vor allem von starken Bilanzen von Unternehmen aus der ersten, zweiten und dritten Reihe. Zuversichtlich stimmen außerdem starke Quartalszahlen von anderen europäischen Unternehmen. Die Konjunktursorgen bleiben zwar weiterhin bestehen, heute jedoch spielen sie eine untergeordnete Rolle.

Doch das dürfte sich schnell wieder ändern. Bereits heute fallen die schwächer als erwartet ausgefallenen Auftragseingänge der US-Industrie auf. Für langlebige Güter, wie zum Beispiel Flugzeuge und Autos, fielen die Auftragseingänge um 1,3 Prozent. Experten hatten mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Der Euro machte im Anschluss an die Veröffentlichung im Vergleich zum Dollar Boden gut. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,2746 Dollar bewertet und damit rund 0,4 Prozent höher.

Aus Sicht von Helaba-Analyst Ulrich Wortberg ist die Entwicklung im dritten Quartal aber noch immer als robust einzustufen. „Insofern gibt es keinen Anlass, das grundsätzlich positive Wachstumsszenario in Frage zu stellen“, urteilt der Experte.

Die Wirtschaftszahlen haben eine große Bedeutung für die Börsen. Denn von den Daten hängt ab, wann die Federal Reserve ihre Geldpolitik wieder restriktiver gestaltet. Neue Hinweise zum Kurs der US-Notenbank erwarten die Börsianer am Mittwochabend. Dann wird die Fed ihre Ergebnisse des zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses veröffentlichen.

Es wird erwartet, dass die Notenbanker ihr milliardenschweres Anleihenankaufprogramm zur Stützung der Wirtschaft im Oktober auslaufen lassen. Zudem versprechen sich die Investoren Signale für den Zeitpunkt einer Zinserhöhung in den USA. Die Ergebnisse werden am Mittwochabend veröffentlicht.

Nach Einschätzung von Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM ist eine nächste Abwärtswelle im Dax in den kommenden Wochen nicht auszuschließen. „Das gilt besonders dann, wenn die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am Mittwoch erneuten Geldgeschenken an den Markt eine Absage erteilt“, sagte der Experte.

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  • Langfristig entwickeln sich US Aktien besser als deutsche Wertpapiere.Man braucht sich nur den Dow Jones Total Return hernehmen und über den DAX legen.Der Dow Jones Total Return kommt seit 82 auf einen jährlichen Zuwachs von 15%.Der DAX schafft nur die Hälfte.Vom Vergleich TecDAX früher Neuer Markt genannt und Nasdaq will ich erst gar nicht reden.Da wird das Bild noch krasser.Das liegt daran,dass zum ersten US Firmen produktiver sind als Deutsche,siehe Banken und Versicherungen,aber auch Sportartikelhersteller u.a. und zum Zweiten daran,dass die Aktienkultur in den Vereinigten Staaten eine andere,eine Bessere ist ist.Auch wenn ich weiß,dass 55% der DAX-Investoren Ausländer sind.Das weiß ich.
    Und wenn ich mir das Wirtschaftswachstum hernehme und vergleiche und die Prognosen der USA mit der Deutschlands vergleiche,dann weiß ich,wo ich den Schwerpunkt hinlegen muss.Das hat nichts mit "keiner Vaterlandsliebe" zu tun,dass ist für mich nur rational.

  • Die Börse, dass sind in den USA die großen Pensionsfonds,Investmentgesellschaften,Investmentfonds,Vermögensverwalter,wie Blackrock und Value Investors,wie Mister Warren Buffett.Die Banken machen nicht so viel aus.Bei uns wurde der Eigenhandel,nach der Krise, fast eingestellt.Große Adressen in den USA -bei den Banken im Eigenhandel sind J.P.Morgan und Goldman Sachs.Aber die machen keine 95% aus.Das ist Unsinn.Die kommen auf unter 25% vom Anlagevolumen her.In den USA spart man in der Regel 200-500$ pro Monat in solche Fonds an.Der Leverage Effekt sorgt dann für die Rendite.Fonds bilden dann entweder den S&P 500 oder den Dow Jones nach.Der Dow mit Dividenden,der Dow Total Return ,steht bei 33500.Das ist doch schon mal was.Gibt es auch als Zertifikat.Würde ich immer vorziehen,da hier die Dividenden mit drin sind.In den USA ist die Aktienquote auch viel höher,als in Deutschland.Deshalb machen sich die Zinsen nicht so bemerkbar,Im Gegenteil,man ist froh,wenn der Zins länger unten ist.Kann man sich mehr leisten und der Börse hilft es auch,zumindest ein wenig.

  • Ich mache keine Optionen.Ich halte nur Aktien und Aktienfonds,seit 1982.Ist ihre Frage damit beantwortet?

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