Börse Frankfurt
Rekord ja, 10.000 Punkte nein

Für die magische 10.000-Punkte-Marke hat es nicht ganz gereicht. Einen Rekord konnte der Dax dennoch verzeichnen. Erstmals schließt er über 9900 Punkten. Doch bereits morgen könnte der Dax fünfstellig werden.
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FrankfurtDer Dax hat seine Anleger am Dienstag vertröstet. Trotz der Spekulationen um eine lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, trotz starker Konjunkturdaten aus den USA und positiv notierender Wall Street hat es am Ende nicht ganz für einen fünfstelligen Punktestand gereicht. Am Ende ging der Dax mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 9941 Punkten aus dem Handel. Sein neues Allzeithoch liegt bei 9951,90 Punkten.

Beim Leitindex war es der fünfte Handelstag in Folge, an dem er stieg und das zweite Allzeithoch binnen zwei Tagen. In der zweiten Reihe sah es ebenfalls freundlich aus. Der MDax legte 0,7 Prozent zu auf 16.918 Punkte. Der TecDax schloss 0,6 Prozent fester auf 1286 Zähler.

Händlern zufolge dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der Dax die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten nimmt. „Es gibt aktuell keine negativen Nachrichten, die den Dax stoppen könnten“, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Brokerhaus GKFX. Dank freundlichen US-Börsen könnte der deutsche Leitindex „durchaus schon heute oder morgen“ einen fünfstelligen Stand erreichen. Der Dow Jones kam angetrieben von guten Zahlen bei den Auftragseingängen für langlebige US-Güter am Dienstag auf ein Plus von 0,4 Prozent auf 16.670 Punkte. Der S&P-500 legte 0,5 Prozent zu. Der Nasdaq stieg um 0,9 Prozent.

Die Initialzündung für die Rekordjagd beim Dax hatte aber die Europäische Zentralbank, respektive der Chef der Notenbank, Mario Draghi, geliefert. „Neben den positiv aufgenommenen Wahlresultaten aus EU und der Ukraine, sorgt vor allem die Aussicht auf eine Liquiditätsausweitung seitens der EZB für die derzeit zu beobachtende Gipfeljagd“, begründete Gregor Kuhn, Analyst bei IG Markets, das Plus.

Draghi hatte gestern seine Handlungsbereitschaft im Kampf gegen eine gefährliche Deflationsspirale unterstrichen. Es sei zwar weiter davon auszugehen, dass die Inflationsrate auf mittlere Sicht wieder in Richtung zwei Prozent anziehe, sagte Notenbank-Präsident Mario Draghi am Montag auf einer hochkarätig besetzten Konferenz der EZB in Portugal. Die EZB werde nicht zulassen, dass die Teuerungsrate zu lange auf einem zu niedrigen Niveau bleibe, betonte Draghi im portugiesischen. Der EZB-Rat entscheidet das nächste Mal am 5. Juni über seinen weiteren geldpolitischen Kurs. Nach Reuters-Informationen plant die Notenbank neben einer weiteren Senkung des Leitzinses von derzeit 0,25 Prozent erstmals Strafzinsen für Banken und den Einsatz weiterer Geldspritzen.

Bereits am Sonntag sagte IWF-Chefin Christiane Lagarde, Zentralbanken müssten ihren gesamten Werkzeugkasten ausschöpfen. Die Teuerung in der Währungsunion liegt seit Monaten klar unter dem Ziel der EZB von knapp unter zwei Prozent.

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  • @hardie: Frisches Verkaufssignal... Viel Glück!

  • Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich die Sau an Ihrer Borke reibt?
    Immer wieder lustig...

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