Börse Frankfurt
Rezession beendet, Dax steigt

Nach einer Achterbahnfahrt zwischen Gewinnen und Verlusten geht der Dax mit einem Plus von 0,4 Prozent aus dem Handel. Konjunkturdaten aus der Eurozone stimmen die Anleger optimistisch. Es gab aber auch Verlierer: VW-Stammaktien lagen wieder deutlich im Minus.
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HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt findet keine klare Richtung. Nach einem schwächer als erwartet ausgefallenen Konsumklimaindex in den Vereinigten Staaten verlor der Dax zunächst deutlich an Boden. Getrieben von der Hoffnung auf weitere ermutigende Konjunkturnachrichten hat der Dax dann wieder zugelegt. Der Index gewann am Freitag 0,40 Prozent auf 5 686 Zähler hinzu und baute damit sein Wochenplus auf 3,6 Prozent aus. Der MDax legte um 0,19 Prozent auf 7 311 Zähler zu. Etwas runter ging es mit dem TecDax , der 0,15 Prozent auf 761 Zähler abgab. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 87,5 (Donnerstag: 92) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,3 (2,7) Milliarden Euro. Händler führten das Kursplus am Freitag vor allem auf abermals positive Konjunkturdaten zurück. Zudem habe mit ThyssenKrupp ein weiteres Unternehmen mit seinen Zahlen den Markt überzeugt.

"Nach den am Freitag vorgelegten Daten ist die Rezession in Deutschland und der Eurozone technisch beendet", sagte Commerzbank-Marktstratege Hans-Jürgen Delp. "Jetzt kommt es darauf an, ob die zahlreichen Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten in der kommenden Woche den jüngst aufgekommenen Optimismus bekräftigen können." Der Commerzbank-Experte geht davon aus, dass der Dax nur bei positiven Überraschungen das bisherige Jahreshoch von 5 888 Zählern von Mitte Oktober angreifen könnte. Falls die Daten nicht überzeugen könnten, drohe erneut ein Rückschlag.

Zum Wochenausklang stand im Dax vor allem der Stahlhersteller ThyssenKrupp im Fokus. Der Stahlhersteller kam am Freitagmittag überraschend mit den Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr um die Ecke. Das Unternehmen will trotz eines dicken Milliardenminus eine Dividende zahlen. Zudem fiel der Verlust nicht so hoch aus wie zuletzt von einigen Experten erwartet. Das Papier gehörte mit einem Aufschlag von 1,23 Prozent auf 23,84 Euro zu den größten Gewinnern innerhalb des deutschen Leitindex. Neben der Dividende zeigten sich die Börsianer über das operative Geschäft erfreut. "Im Gegensatz zu den zuvor angenommenen hohen Rückgängen im operativen Geschäft wurde das Ergebnis doch eher massiv durch Abschreibungen belastet", sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade.

Die im Dax notierten Stammaktien von Volkswagen (VW) fielen trotz einer Absatzsteigerung inmitten der weltweiten Absatzkrise um 1,85 Prozent auf 96,40 Euro. Händler führten dies vor allem auf technische Gründe zurück, da die Wertentwicklung der Stammaktie wegen der geringen Anzahl an frei handelbaren Stücken schon seit längerer Zeit schwer einzuschätzen sei. Im Oktober 2008, als Porsche noch VW übernehmen wollte, hatte das Papier zeitweise mehr als 1 000 Euro gekostet.

Die VW-Vorzugsaktie, die vielleicht bald die Stammaktie im Dax ersetzen könnte, legte am Freitag dagegen um 0,37 Prozent auf 60,25 Euro zu. Im Verlauf der Woche gab die Aktie wegen einer Platzierung des VW-Großaktionärs Katar rund 13 Prozent nach. Die Anteilsscheine des Sportwagenbauers Porsche, der nach dem missglückten Versuch, VW zu übernehmen, jetzt wiederum vor der Übernahme durch Volkswagen steht, gaben am Freitag nach. Das Papier verlor nach einem geringer als befürchteten Milliardenverlust 1,15 Prozent auf 51,80 Euro.

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