Börse Frankfurt
"Sandy" lähmt weltweit die Börsen

Heute spielte das Wetter nicht mit. Das Sturmtief "Sandy" legte die US-Börsen lahm und bremste den Dax. In Griechenland stürzten die Kurse ab. Die verschobene Veröffentlichung der Bankenbilanzen sorgte dort für Unmut.
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DüsseldorfDer Dax legt einen behäbigen Wochenstart hin. Er schloss bei sehr dünnen Umsätzen 0,4 Prozent im Minus auf 7.203 Punkte. Die zweite Reihe beendete den Handelstag ebenfalls im roten Bereich. Der MDax sank um 0,1 Prozent auf 11.398 Punkte und für den TecDax ging es um 0,2 Prozent abwärts auf 800 Zähler.

Verantwortlich für die Zurückhaltung der Anleger war zum einen das Sturmtief "Sandy". Der Hurrikan sorgt in New York für einen Ausnahmezustand und legte heute die US-Börsen lahm. Höchstwahrscheinlich bleibt die Wall Street auch am Dienstag geschlossen.

Zum anderen gingen einige Aktionäre in Deckung vor einer Flut an Quartalszahlen deutsche Großkonzerne. Kaum einer erwartet von ihnen positive Impulse. Im Gegenteil. Die vorangegangenen Berichtssaison in den USA hat gezeigt, dass viele große Konzerne mit der weltweit schwächelnden Konjunktur zu kämpfen haben. Besonders die US-Schwergewichte Google, Microsoft oder DuPont bestätigten die Skepsis der Anleger gegenüber Unternehmensanteilen. Auch Apple konnte seine Prognose nicht ganz erfüllen, was umso enttäuschender ist, weil der Kalifornische Konzern in der Vergangenheit immer wieder mit Fabelzahlen zu begeistern wusste.

"Die Investoren haben Angst vor Enttäuschungen", sagte ein Händler. In Deutschland werden in dieser Woche besonders die Zahlen von Bayer, Fresenius, FMC, Continental, der Lufthansa und der Deutschen Bank in den Fokus der Börsianer rücken.

Wirtschaftspolitisch bleibt die Schuldenproblematik in Europa im Mittelpunkt aller Diskussionen. Wieder einmal richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Griechenland. Dort brachen die Kurse an der Athener Börse um über sechs Prozent ein. Verantwortlich dafür waren die Banken. Das griechische Finanzministerium teilte am Nachmittag mit, dass die Veröffentlichung der Bankbilanzen für das zweite Quartal auf den 30. November verschoben worden seien. Grund für diese Verschiebung seien die andauernden Verhandlungen mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds über die notwendige Kapitalausstattung der griechischen Banken, hieß es.

Für Diskussionsbedarf sorgen außerdem die von den internationalen Geldgebern geforderten Arbeitsmarktreformen. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) habe weitere Zugeständnisse abgelehnt, sagte Finanzminister Yannis Stournaras am Sonntagabend. Seit Monaten berät die griechische Regierung mit der Troika über ein 13,5 Milliarden schweres Sparpaket. Mitte des Monats hatten die internationalen Finanzinspektoren erklärt, es bestehe Einigkeit in den meisten Fragen. Eine Einigung ist für die Freigabe der nächsten Hilfstranche nötig, um eine Staatspleite Griechenlands zu vermeiden. Der Euro verlor vor diesem Hintergrund 0,3 Prozent und kostete am Nachmittag 1,29 Dollar.

Bei den Einzelwerten waren heute Linde-Aktien gefragt. Der Industriegase-Spezialist legte im dritten Quartal ein operatives Ergebnis vor, das höher ausfiel als von den Analysten erwartet. Auch der positive Ausblick kam an der Börse gut an. "Angesichts der momentanen Wirtschaftslage ist der Linde-Bericht auf jeden Fall eine gute Nachricht", sagte ein Händler. Befeuert von den guten Zahlen eroberten die Papiere mit einem Plus von 2,5 Prozent die Spitze des Dax.

Einen besonders schwachen Wochenstart erwischten die Aktien der ThyssenKrupp. Die Papiere sackten um 3,7 Prozent ab. Händler führten dies auf einen Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" vom Freitagabend zurück. Demnach ist der Industriekonzern unzufrieden mit den bisherigen Geboten für seine defizitären Stahlwerke in den USA und Brasilien. Das Unternehmen soll die Interessenten daher aufgefordert, ihre Offerten erneut einzureichen. "Die Preisvorstellungen von ThyssenKrupp erscheinen unrealistisch", sagte ein Händler. "Wenn der Konzern aber daran festhält, wird es zu keinem Deal kommen, was die Aktie ordentlich in Mitleidenschaft ziehen dürfte."

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  • Danke, wirklich danke!

    Schon 10 Beitzräge vorher ohen jeglichen Aussagewert. Nich einmal ein einziger Ansatz einer Beschimpfung. Einfach Nichts, kein Inhalt, kein Unsinn, nur noch toll!

    "Selig sind, die da Trader sind; denn ihrer ist das Himmelreich." - Matthäus 5,3

  • PrivatTrader

    Dank für die schnelle Antwort und fröhlichen "Sonderurlaub".

  • FYI: http://www.cmegroup.com/globex/introduction/

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