Börse Frankfurt

Saudischer Ölminister schickt den Dax auf Talfahrt

Die Ölminister Saudi-Arabiens und des Irans sagen nicht das, was die Märkte hören wollen. Keiner spricht von einer Förderreduzierung. Die Anleger reagieren enttäuscht. Die Ölpreise fallen, der Dax schließt tiefrot.
Update: 23.02.2016 - 17:51 Uhr

Frohsinn bei der Deutschen Börse und Wut bei Hugo Boss

Frankfurt am MainSaudi-Arabien arbeitet nach den Worten von Ölminister Ali Al-Naimi nicht gegen andere Länder oder bestimmte Unternehmen. Entgegen kursierenden Gerüchten gebe es keinen Kampf gegen die US-Schieferölindustrie, sagte der Politiker am Dienstag bei einer Konferenz im texanischen Houston. Neue Angebote seien ausdrücklich zu begrüßen. Das ist Gift für die Öl-Märkte. Im Anschluss an die Konferenz sackte der Preis für ein Barrel Brent-Öl vier Prozent ins Minus auf 33,29 Dollar. Das US-Leichtöl WTI verbilligte sich sogar um 4,7 Prozent auf 31,81 Dollar.

Die sinkenden Ölpreise haben den Dax weiter ins Negative gedrückt. Am Ende schloss der Dax satte 1,6 Prozent im Minus auf 9417 Punkten. In den USA verlor der Dow Jones 0,9 Prozent auf 16.471 Punkte.

Mit diesen Aktien wären Sie dem Börsendebakel entkommen

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+153,02 +1,15%
Chart von DAX ®
DAX
1 von 14

Seit Jahresbeginn liegt der Deutsche Aktienindex mehr als 17 Prozent unter dem Schlussstand von Ende Dezember. Es ist ein ungekannt schwacher Start für den wichtigsten Index in ein Börsenjahr. Ähnlich übel sieht es in den Indizes für mittlere, kleinere und Technologie-Werte aus: MDax (minus 14,6 Prozent), SDax (minus 16,7 Prozent), TecDax (minus 18,6 Prozent).

Doch es gibt einzelne Werte die dem Ausverkauf getrotzt haben und deren Besitzer gut lachen haben. Vor allem im Ausland gibt es einige Perlen zu entdecken.

Stand aller Daten: 9. Februar 2016

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
Xetra

+0,35 +0,88%
0,00€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
GEA Group
2 von 14

Im Dax gibt es derzeit keinen Titel im Plus seit Jahresbeginn und auch im MDax nur einen Titel: Der vor allem für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagebauer Gea Group hat 2015 vier Firmen übernommen und seine Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Im laufenden Jahr peilt Chef Jürg Oleas ohne Zukäufe ein moderates Wachstum an und erntet das Vertrauen der Anleger.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 3,86 Prozent

Software AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Software AG
Software AG
3 von 14

In den großen deutschen Indizes wird man dann noch im TecDax fündig: Mit der Ankündigung einer verbesserten Marge für das Jahr 2016 beeindruckt die Software AG aus Darmstadt. Auch die Ergebnisse für das zurückliegende Jahr hatten die Aktionäre erfreut und so kann sich der Wert völlig von der miserablen Entwicklung des TecDax in diesem Jahr abkoppeln.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 9,95 Prozent

S&P 500

WKN
ISIN
Börse
ISP

+12,27 +0,44%
+2.774,97
Chart von S&P 500
S&P 500
4 von 14

Der weitgefasste US-amerikanische Index liegt seit Jahresbeginn fast ein Zehntel im Minus. Doch die Entwicklung der einzelnen Titel ist extrem unterschiedlich. Während vor allem Banktitel enorm leiden, gibt es deutlich positive Ausreißer.

Kursveränderung seit 1.1.2016: minus 9,4 Prozent

NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60

WKN
ISIN
US6516391066
Börse
Xetra

-0,10 -0,31%
0,00€
Chart von NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60
Newmont Mining
5 von 14

Der Goldpreis ist zu einem Krisenindikator geworden und hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, während des für die großen Aktienindizes bergab geht. Mit dem Goldpreis ziehen auch die Aktien von Minenbetreibern an, die noch im vergangen Jahr zu den großen Verlierern gehörten. Newmont Mining aus Denver ist einer der größten Förderer von Gold weltweit und das gilt bei Anlegern jetzt als begehrenswert.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 37,15 Prozent

SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US8454671095
Börse
FSE

-0,18 -4,07%
+4,14€
Chart von SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Southwestern Energy
6 von 14

Einige Aktien von Öl- und Gasunternehmen, die sich auf die Fracking-Fördertechnologie spezialisiert haben, waren mit dem fallenden Ölpreis extrem unter Druck geraten. Einige Titel können sich jedoch zwischenzeitlich deutlich erholen, doch auch heftige Rückschläge können die Titel immer wieder erfassen. Ein Beispiel: Southwestern Energy. Vor zwei Jahren notierte die Aktie noch bei über 45 Dollar, erst zum Jahreswechsel setzte eine Trendumkehr bei dem Titel ein.

Kursveränderung seit 1.1.2016: 35,89 Prozent.

EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US30161N1019
Börse
FSE

-0,60 -1,88%
+31,20€
Chart von EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.
Exelon
7 von 14

Eine klassische Ausweichbewegung in turbulenten Börsenphasen zeigt sich auch am US-Markt. Anleger setzen verstärkt auf Versorger, die als Energielieferanten mit regelmäßigen Mittelzuflüssen rechnen können. Ein Branchenindex für US-Versorger liegt seit Jahresanfang fast sieben Prozent im Plus, die Aktie von Exelon liegt deutlich über dem Schnitt.

Kursentwicklung seit 1.1.2016: plus 15,42 Prozent

Das riesige Überangebot auf dem Weltmarkt bei gleichzeitig gedämpfter Nachfrage hat den Ölpreis in den vergangenen eineinhalb Jahr abstürzen lassen. Darunter leiden vor allem viele Firmen in den USA. Naimi ergänzte, der Markt werde sich austarieren und die Nachfrage wieder anziehen. Saudi-Arabien hatte sich zuletzt dafür eingesetzt, die Öl-Förderung zu deckeln. Dazu werde es im März weitere Treffen geben. Die meisten bedeutsamen Förderländer seien für ein Einfrieren der Produktion.

Der Iran allerdings stemmt sich gegen eine Deckelung der Fördermenge. Auf der Konferenz in Houston bezeichnete der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh die Begrenzung der Fördermenge auf dem Januar-Niveau als „lächerlich“. Die gegensätzlichen Aussagen der Ölminister Irans und Saudi Arabien machen wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Ölpreissturzes.

Der Verfall der Ölpreise hatte zuletzt an den Aktienmärkten Spekulationen auf Ausfälle im Bankensektor als Folge möglicher Pleiten von Ölfirmen ausgelöst. Die Deutsche Bank schloss deswegen 3,7 Prozent im Minus.

Abseits der Öl-Märkte sorgte bei den Einzelwerten die Deutsche Börse für Aufsehen. Der Börsenbetreiber soll mit der London Stock Exchange über eine Fusion verhandeln. Das sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Gespräche seien noch in einem frühen Stadium, sagte einer der Insider. Von der Deutschen Börse war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Schon 2005 hatten sie einen Zusammenschluss versucht – vergebens. Die Aktionäre reagierten euphorisch auf die Meldung. Die Aktie der Deutschen Börsen schoss zweitweise über acht Prozent ins Plus, die Papiere LSE sogar um über 13 Prozent.

Hugo Boss rutscht nach Gewinnsturz satte 20 Prozent ins Minus
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