Börse Frankfurt: Schlapper Dax schließt wieder im Minus

Börse Frankfurt
Schlapper Dax schließt wieder im Minus

Die Fed wird sich mit der Zinsanhebung noch Zeit lassen. Griechenland hingen läuft die Zeit davon eine Staatspleite abzuwenden. Die Börse hat es in diesem Spannungsfeld schwer. Der Dax schließt mit leichten Verlusten.
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FrankfurtUS-Notenbankchefin Janet Yellen wird noch in diesem Jahr die Zinsen anheben. Im April wird es nicht geschehen. Wann genau, das weiß keiner, noch nicht einmal Yellen selbst. Die Dax-Anleger konnten mit der Ankündigung zunächst wenig anfangen. Der Dax pendelte um seinen Vortagskurs. Schwache US-Börsen sorgten am Nachmittag dann für deutlichere Verluste. Am Ende ging der Deutsche Aktienindex mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent auf 11.899 Punkten aus dem Handel.

„Die Notenbanken sind immer wieder für eine Überraschung gut“, kommentierte Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets den „Spagat“ von Janet Yellen. Die oberste US-Währungshüterin machte zwar den Weg für eine Leitzinsanhebung im Juni frei, was Aktien als Anlage langsam wieder unattraktiver macht. Sie bremste aber gleichzeitig die Erwartungen an das Tempo der geldpolitischen Straffung.

„Es bedeutet nicht, dass es zwingend zu einer Anhebung im Juni kommt. Wir können das jedoch nicht ausschließen“, sagte Notenbank-Chefin Janet Yellen. Die Notenbanker strichen auf der geldpolitischen Sitzung einen Passus aus ihrem Text, in dem sie bislang ein „geduldiges“ Vorgehen signalisiert hatten. Stattdessen will die Fed handeln, wenn sich der Arbeitsmarkt weiter aufhellt.

Nach Ansicht von Fed-Beobachter Harm Bandholz von der Großbank Unicredit hat Yellen damit die Tür für eine Zinserhöhung im Juni weit aufgestoßen, zumal die erste Bedingung schon „weitgehend erfüllt“ sei. „Es müsste schon ein Konjunktureinbruch dazwischenkommen, dass die Zinserhöhung in diesem Jahr noch abgeblasen wird“, meint Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. „Im Juli dürfte es soweit sein.“

Für Verkaufsdruck sorgte unterdessen die Griechenland-Krise, die wieder auf den Tagesplan zurückkehrt. Das klamme Land muss am Freitag eine weitere Rate über 350 Millionen Euro eines Kredites an den IWF zahlen. Weitere Zahlungen stehen bis Ende März an. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte unterdessen, dass Entscheidungen zu Griechenland weder bei einem Spitzentreffen am Rande des Brüsseler EU-Gipfels noch beim Besuch des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras am Montag in Berlin fallen werden. „Anleger fürchten, dass die Gespräche zwischen der Regierung in Athen und den internationalen Geldgebern scheitern könnten“, erklärte ein Börsianer.

Abseits des Notenbankgeschehen stehen heute wieder einige Quartalszahlen an. Heidelberg Cement machte den Anfang mit erfreulichen Daten für seine Anleger. Der Baustoffkonzern profitierte von der guten Konjunktur in Westeuropa und den USA. Die Effekte sollen auch den Aktionären zugute kommen. Die Dividende für 2014 soll um 25 Prozent auf 75 Cent je Aktie angehoben werden. Im Dax rückten die Aktien um ein Prozent ins Plus vor.

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Siemens verschreckt Anleger mit trüben Aussichten

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  • Vorsicht, am Vormittag den 20.03.2015 Sonnenfinsternis, also verschobener Schattenmarkt., Kennwort bleibt. Achtung die Puten fliegen im Dunklen ohne
    Grubenlampe ziellos umher.

  • Weg mit der Hütte, alles auf Call den der Kleinanleger kauft immer Puten also auch die beidern Akademiker.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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