Börse Frankfurt
Schlechte Zahlen zwingen Börsen zum Rückzug

Der deutsche Aktienmarkt hat nach einer starken Vorwoche einen Gang zurückgeschaltet. In Atem hielt die Anleger die Kurseinbrüche im MDax und TecDax. Die Übernahmepläne von Vonovia sorgten ebenfalls für Aufregung.

FrankfurtNach dem schwachen Dienstag haben die Anleger auch am heutigen Mittwoch Kasse gemacht. Nach einem eher schwachen Start konnte sich der Index auch im Verlauf des Tages nur schwer berappeln. Der Dax schloss 1,2 Prozent tiefer bei 9.915 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Aktienwerte gab um 0,7 Prozent auf 19.587 Punkte nach. Für den TecDax ging es um besonders deutliche zwei Prozent auf 1691 Punkte nach unten - hier belasteten Kurseinbrüche bei dem Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk sowie bei dem Software-Hersteller Software AG. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,7 Prozent auf 3.197 Zähler.

Genährt wurden die Konjunktursorgen vom überraschend schwachen Anstieg der Inflation in China. Die Teuerung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft blieb mit 1,6 Prozent unter der Markterwartung von 1,8 Prozent und reihte sich damit in die jüngste Serie enttäuschender Daten ein. Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black warnte aber vor überzogenem Pessimismus. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung und die Notenbank Maßnahmen wie Zinssenkungen zur Ankurbelung der Konjunktur ergreifen werden, ist deutlich gestiegen.”

Dem Devisenstrategen Niels Christensen von der Nordea Bank zufolge haben die Konjunkturdaten auch Auswirkungen auf die US-Geldpolitik. „Die trüben Aussichten für China könnten von der Fed als Argument genutzt werden, die Zinserhöhung zu verschieben.” Schließlich sprächen sich immer mehr Führungsmitglieder der Notenbank gegen eine baldige US-Zinswende aus. Anleger rechnen mehrheitlich erst für März 2016 mit einer ersten Anhebung des Schlüsselsatzes.

Bei einer Verschiebung der US-Zinswende steige zwar die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wertpapierkäufe aufstockt, um die heimische Konjunktur anzukurbeln, betonte Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. „Aber bis es soweit ist, sollte die Dollar-Schwäche und im Gegenzug die Euro-Stärke anhalten.” Am Mittwoch kletterte der Euro auf von 1,1431 Dollar und notierte damit so hoch wie seit vier Wochen nicht mehr.

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