Börse Frankfurt: Schlussbericht
Dax schließt tief im Minus

Auf dem deutschen Aktienmarkt herrscht gedrückte Stimmung: Der Leitindex Dax schließt erneut deutlich im Minus. Konjunktursorgen breiten sich aus. Vor allem zyklische Werte verlieren kräftig. Aktien von K+S fallen um mehr als zehn Prozent.

HB FRANKFURT. Belastet von Verlusten bei konjunktursensiblen Titeln ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch mit herben Abschlägen aus dem Handel gegangen. Nachdem der Dax am Dienstag noch kaum verändert geschlossen hatte, verbuchte er nun ein Minus von 1,86 Prozent auf 4 799,98 Punkte und knüpfte damit an seine Talfahrt zu Wochenbeginn an. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 2,73 Prozent auf 5 600,75 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 3,70 Prozent auf 603,45 Punkte nach unten.

Zyklische Titel schwenkten zuletzt in einen negativen Trend ein, begründeten Börsianer die Verluste am Aktienmarkt. Händler Dirk Müller von MWB Fairtrade führte auch technische Argumente für die gedrückte Stimmung am Markt an. So könnte die Bärenmarktrally - also die zwischenzeitliche Erholung in einem übergeordneten Abwärtstrend - angesichts der jüngsten Kursrückgänge nun wohl erst einmal vorbei sein.

"Allmählich scheinen sich mehr Konjunkturbedenken auszubreiten", sagte ein Händler. "Man bekommt den Eindruck als setze der von vielen erwartete Realitätscheck ein, und die Meßlatte ist ja nach der Rally der vergangenen Monate sehr hoch gesetzt." Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank sah den Markt bereits unter dem Einfluss des am Freitag anstehenden großen Verfalls an den Terminbörsen, der eine Einschätzung erschwere.

US-Konjunkturdaten gaben kaum Impulse. Das Defizit in der Leistungsbilanz der USA verringerte sich im ersten Quartal deutlich. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai schwächer als erwartet.

Der Stimmungsumschwung der Anleger war vor allem bei den konjunktursensiblen Stahlwerten zu spüren. Thyssen-Krupp und Salzgitter fielen 6,3 bzw. 6,6 Prozent, im Pariser Leitindex CAC-40 waren Arcelor Mittal größte Verlierer. Anteile von Klöckner & Co (KlöCo) büßten im MDax sogar 8,3 Prozent ein. Es verstärkten sich wieder die Sorgen um eine konjunkturelle Erholung und das drücke vor allem auf die Stimmung für Rohstoffwerte, sagte ein Händler. Ein Analyst ergänzte, dass sich das Verhältnis der Lagerbestände zu den Auslieferungen bei Stahl zuletzt nicht verbessert habe, was enttäuschend sei.

Mit deutlichen Verlusten fielen vor allem Rohstoffwerte auf: K+S brachen nach einer deutlichen Reduzierung der Absatzerwartung für 2009 um 13,96 Prozent. Der Kasseler Düngemittelhersteller sieht sich mit einer weiterhin außergewöhnlich schwachen Kalidüngemittelnachfrage konfrontiert und nahm entsprechend seine Verkaufsziele zurück. Es seien zusätzliche, deutliche Umsatz- und Ergebnisrückgänge zu erwarten. Ein Händler sagte: "Das ist schon eine massive und zu diesem Zeitpunkt auch relativ überraschende Gewinnwarnung - aus meiner Sicht muss mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden."

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