Börse Frankfurt
Schnäppchenjäger bescheren dem Dax etwas Luft

Die neue Börsenwoche steht unter dem schlechten Stern der Sorgen um Griechenland und die US-Konjunktur. Nur der ruhige Handel am Feiertag schützte vor Kursstürzen.
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Frankfurt/DüsseldorfZukäufe von Schnäppchenjägern haben den europäischen Aktienmärkten am Pfingstmontag etwas Luft verschafft. Der Dax beendete den Handel mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent bei 7085 Punkten. Allerdings blieb der Umsatz extrem dünn und war nicht einmal halb so groß wie am Freitag. Der Euro-Stoxx50 legte um 0,1 Prozent zu. An den US-Börsen war die Stimmung ebenfalls freundlich, nachdem der S&P-Index sechs Wochen lang Verluste eingefahren hatte.

Zu den größten Gewinnern in Europa zählten Telekomwerte, nachdem sich die Royal Bank of Scotland positiv zu den langfristigen Aussichten von Vodafone geäußert hatte. Die Titel von Vodafone legten in London 0,8 Prozent zu, im Dax gehörten die Aktien der Telekom mit einem Plus von 1,3 Prozent zu den Spitzenwerten. Der europäische Stoxx-Branchenindex gewann 0,7 Prozent.

Nach Einschätzung von JP Morgan Asset Management könnten die Aktienmärkte ihren Abwärtstrend noch ein Stück fortsetzen. Allerdings seien einige Titel inzwischen sehr günstig, und für Investoren böten sich recht attraktive Einstiegschancen, hieß es in einem Kommentar des Vermögensverwalters.

Größter Gewinner im Dax waren die Papiere von Adidas, die um 1,6 Prozent auf 49,92 Euro stiegen. Die Titel des Sportartikelherstellers hatten seit Anfang des Monats mehr als sechs Prozent nachgegeben.

Dagegen setzten die deutschen Bankenwerte angesichts der weiter schwelenden Schuldenkrise in Griechenland ihre Talfahrt fort. Die Aktien der Commerzbank verloren 0,6 Prozent, die Titel der Deutschen Bank schlossen 0,4 Prozent im Minus. An der Londoner Börse waren indes die Anteilsscheine von Lloyds mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent gefragt. Die britische „Sunday Times“ hatte geschrieben, die teilverstaatlichte britische Großbank überlege, mit Hilfe von bis zu 15.000 Stellenstreichungen rund eine Milliarde Pfund (rund 1,13 Milliarden Euro) einzusparen. Ein Lloyds-Sprecher bezeichnete den Bericht als „komplett spekulativ“.

Zu den Gewinnern des Vormittags zählten die Finanzwerte: Die Commerzbank legte in den ersten Handelsstunden 1,1 Prozent zu und lag somit an der Spitze des Dax. Während der vergangen Woche ging es für die Commerzbankaktie noch insgesamt um 6,1 Prozent nach unten. Das Schlusslicht im Dax bildeten die Aktien von Henkel mit einem Minus von 1,4 Prozent. Händler sagten, eine große US-Bank habe ihre Empfehlung für die Aktien heruntergesetzt. Die Deutsche Bank legte um 0,6 Prozent zu.

Daimler zählten mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 46,25 Euro zu den größten Dax-Verlierern. BASF verlor in der Spitze ein Prozent auf 62,50 Euro. Nachrichten zu beiden Unternehmen gab es bis zum Mittag nicht.

Die Stimmung der neuen Woche wird vor allem von trüben Konjunkturaussichten in den USA überschattet. Der renommierte Ökonom Robert Shiller erklärte in einem Interview mit Reuters, dass vor allem die Zahlen vom Immobilien- und Arbeitsmarkt darauf hindeuteten, dass die US-Wirtschaft erneut in die Rezession schlittern könnte. Ein ganz so trübes Bild malt die Commerzbank allerdings nicht. Der jüngste Absturz des ISM-Index deute zwar auf Probleme in der US-Industrie hin, teilweise seien die Schwierigkeiten aber auch den Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan geschuldet, schreibt Volkswirt Bernd Weidensteiner in einem Kommentar.

In Europa hingegen bleiben weiterhin die Sorgen um Griechenland im Vordergrund: Die Euro-Regierungen bereiten derzeit ein neues, möglicherweise über drei Jahre laufendes Hilfsprogramm vor. Der Bundestag sprach sich am Freitag für weitere Griechenland-Hilfen aus, allerdings nur, wenn auch die privaten Anleihegläubiger des Landes zur Kasse gebeten würden beziehungsweise bei einer Verlängerung der Laufzeiten mitzögen.

An den Märkten in Asien ging es zu Wochenbeginn bergab. Der Nikkei-Index lag 0,7 Prozent im Minus, der Shanghai-Composite büßte 0,3 Prozent ein. Händler begründeten die Verluste mit schwachen Exportdaten aus China sowie einem unerwarteten Rückgang der Bestellungen von Maschinen in Japan.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • da du des lesens "7060 - 7080 range. ätzend. 15 minuten action, 5 stunden schlafen" scheinbar bist mächtig bist, erspare ich mir jegliche weitere kommentierung.

  • dein geschwätz vom Nicht-Wachstum is genauso blödsinn wie von deiner 20 Punkte Range ;-))
    wenn die Tatsächliche Range 4 mal so gross war am Merger Monday wie deine Prognose ist es klar dass überall 0-Wachstum herrscht.Ich investiere lieber in Produkte die sekuendlich auf der ganzen Welt konsumiert werden.SEKÜNDLICH.....

  • bestimmt. deutschland hat ja auch noch ca. 5 bill. euro zu "verschenken". damit kann man schon im ausland kräftig shoppen gehen, auch wenn dort überhaupt kein wachstum ist...

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