Börse Frankfurt
Schnäppchenjäger sorgen für Kursgewinne

Der deutsche Aktienmarkt hat sich von seinen Verlusten erholt. Der Dax stieg um 1,35 Prozent auf 12.229 Punkte, nachdem er zum Wochenbeginn noch nachgegeben hatte. Schwache Wirtschaftserwartungen änderten daran nichts.
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FrankfurtDie Stimmung an der deutschen Börse hat sich aufgehellt: Der Dax stieg am Dienstag um 1,35 Prozent auf 12.229 Punkte, nachdem er zum Wochenbeginn noch nachgegeben hatte. Zu den Gewinnern zählten vor allem solche Aktien, die wie Fresenius, FMC, BASF und Bayer zuletzt überdurchschnittlich stark nachgegeben hatten. Der Analyst David Madden von CMC Markets sprach denn auch von „Schnäppchenjägern“, die wieder an den Markt zurückgekehrt seien.

Der Mittelwerte-Index MDax legte um 0,99 Prozent auf 24.945 Punkte zu und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,3 Prozent auf 2.274 Zähler. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx50 schloss 0,94 Prozent höher auf 3.455 Punkte.

Etwas Rückenwind erhielten die Kurse auch vom wieder schwächeren Euro. Sein Kurs fiel auf 1,1766 US-Dollar. Am Montag war die Gemeinschaftswährung noch auf über 1,18 Dollar gestiegen, was die Aktienmärkte belastet hatte.

Auch schlechtere Aussichten änderten an der Kurserholung nichts. Die Wirtschaftserwartungen deutscher Finanzexperten hatten sich im August überraschend eingetrübt: Der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) war um 7,5 Punkte auf 10,0 Zähler gefallen. Der Index rutschte auf den tiefsten Stand seit Oktober 2016. „Der sehr deutliche Rückgang der Konjunkturerwartungen spiegelt die Nervosität über den weiteren Verlauf des Wachstums in Deutschland wider“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Dennoch sei der Konjunkturausblick für Deutschland „noch stabil auf vergleichsweise hohem Niveau“.

Bankvolkswirte hatten nur einen Rückgang auf 15,0 Punkte erwartet. Dies war der dritte Dämpfer in Folge. Im Mai hatte der Indikator noch bei 20,6 Punkten den höchsten Stand seit August 2015 erreicht. Seitdem ist er im Sinkflug.

Nachdem die politischen Querelen in Washington sowie der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea zunächst etwas in den Hintergrund gerückt sind, richtet sich das Marktinteresse nun verstärkt auf das Notenbanker-Treffen im US-amerikanischen Jackson Hole. An der Konferenz, die an diesem Donnerstag beginnt, nehmen sowohl EZB-Chef Mario Draghi als auch die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, teil. „Die Märkte sind erpicht darauf zu erfahren, ob höhere Zinsen in einem inflationsarmen und von hohen Schulden geprägten Umfeld notwendig oder überhaupt möglich sind“, kommentierte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets.

Börsenexperte Dirk Gojny von der Essener National-Bank warnte aber vor zu großen Erwartungen: „Die führenden Notenbanker werden es vermeiden, Signale an die Kapitalmärkte zu senden, die diese falsch interpretieren.“ Vor den Entscheidungen in den kommenden Wochen zur Reduzierung der Bilanzsumme der US-Notenbank Fed sowie der Anpassung des Anleihen-Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank werde man den Märkten wenig Neues mitteilen. Händler erwarten, dass sich Anleger deshalb auch in den kommenden Tagen mit größeren Engagements zurückhalten.

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  • Sie sollten den Leser verraten, welches Medikament der Dax vom Dokta nach seiner Diesel Vergiftung erhalten hat. Das Fell war schon ganz struwwelisch.

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