Börse Frankfurt: Schon wieder ein Schlussrekord beim Dax

Börse Frankfurt
Schon wieder ein Schlussrekord beim Dax

Auch am Freitag eilte der Dax von einer Bestmarke zur nächsten. Ein überstarker US-Arbeitsmarkt trieb ihn auf bis zu 11.600 Punkte. Im Späthandel bremste eine im Hinblick auf die Zinswende verängstigte Wall Street.
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FrankfurtDer Dax scheint derzeit keine Höhenangst zu kennen. Ohne lange Verschnaufpause hievten stark ausgefallene Zahlen von US-Arbeitsmarkt den Deutschen Aktienindex am Freitag auf ein Rekordhoch von genau 11.600 Punkten. Letztlich schloss der Dax 0,4 Prozent fester bei 11.550 Punkten. Die mit starken US-Arbeitsmarktdaten stets einhergehende Sorge um eine nahende Zinswende der Federal Reserve hielt die Anleger nur geringfügig zurück. Anders an der Wall Street, wo der Dow-Jones-Index deutlich verlor und den Frankfurter Späthandel belastete.

Insgesamt 295.000 neue Arbeitsplätze schuf die US-Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft im Februar. Gerechnet hatten die Ökonomen mit etwa 230.000 bis 250.000 Jobs. Die Experten hatten eigentlich eine leichte Delle im Februar vorausgesehen. Mit Verweis auf die schlechten Witterungsverhältnisse war der private ADP-Bericht zur Wochenmitte hinter den Erwartungen zurück geblieben. Zudem hatte eine hohe Zahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe überrascht.

Das Arbeitsplatz-Plus im Februar ist damit das zwölfte infolge, das die 200.000 übersteigt. Zuletzt gelang dies der US-Wirtschaft 1994. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote fiel von 5,7 auf 5,5 Prozent. Für die Anleger erlangen die ohnehin wichtigen Zahlen ihre eigentümliche Bedeutung aber erst durch die Geldpolitik. Mit Spannung schauen die Börsianer auf die Federal Reserve, die ihre Rekord-Niedrigzinsen erst bei entsprechend guter Entwicklung der Wirtschaft erhöhen wird.

Mit dem Ende des billigen Geldes würden die Aktienmärkte ihren derzeit wichtigsten Kurstreiber verlieren. Eine einsetzende Hektik ist unter der behutsamen Janet Yellen aber nicht zu erwarten „Die US-Notenbank wird zum Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung bestmögliche Sicherheit haben wollen, dass sich die US-Erholung noch über einen längeren Zeitraum fortsetzt“, schrieb Thomas Gitzel von der VP Bank.

In New York erschreckte die starke Entwicklung am Arbeitsmarkt die Börsianer. Der Dow-Jones-Index gab zum Frankfurter Börsenschluss ein Prozent ab auf 19.957 Zähler. Die zweite Frankfurter Reihe hingegen tat es ihrer Benchmark gleich und legte mutig zu. Die Nebenwerte im MDax gewannen 0,2 Prozent zu auf 20.279 Punkte. Der TecDax rückte 0,7 Prozent vor auf 1601 Punkte. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, trat mit 3618 Punkten auf der Stelle.

Während die Federal Reserve die Zügel mittelbar wieder anzieht, lockert die Europäische Zentralbank ihre Zügel weiter. In was für einen Rausch das den Dax treibt, demonstrierte der gestrige Börsenhandel eindrucksvoll. Zwar ist bereits seit Wochen bekannt, dass die EZB ihr monatliches Anleihekaufprogramm am Montag starten wird. Die eher obligatorische Bestätigung durch den Präsidenten Mario Draghi hatte die Anleger dennoch elektrisiert, der Dax stieg mehr als ein Prozent.

Die EZB will bis zu 60 Milliarden Euro monatlich an Anleihen aufkaufen, wobei das Programm am Montag beginnen und bis September 2016 dauern soll. Größere Zuversicht prägte die Prognosen für die Konjunktur im Euro-Raum. Für 2015 rechnet die Notenbank nun mit 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum und für 2016 mit 1,9 Prozent. „Die EZB-Prognosen für Wachstum und Inflation liegen weit über dem Konsens“, kommentierte Christian Schulz von der Berenberg Bank den optimistischen Ausblick.

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Commerzbank setzt Dax-Kursziel für 2015 auf 11.800

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  • Schöner Abverkauf, aber im Verhältnis zu den US-Börsen noch gar nichts. Ohne QE hätte es heute mal gerummst.

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Jetzt NACHbörslich lässt sich wieder wnderbar nach Schnäppchen suchen...am Montag dann meist wieder mit 200% und mehr...nicht zaudern sondern mitmachen...in der wunderbaren Geldvermehrung...täglich ist das Casino geöffnet

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