Börse Frankfurt Schwache Daten und Deutsche Bank bremsen Kurse

Der Dax ist am Dienstag kaum in Tritt gekommen und unter 12 000 Punkten geblieben. Dabei bewegte sich der Leitindex in einer engen Handelsspanne von weniger als 50 Punkten. Aktien der Deutschen Bank bleiben unter Druck.
Update: 07.03.2017 - 18:07 Uhr Kommentieren

Genfer Autosalon puscht Daimler Aktie

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DüsseldorfEnttäuschende Konjunkturdaten haben Anleger am Dienstag vom Wiedereinstieg in die europäischen Aktienmärkte abgehalten. Der Dax schloss 0,1 Prozent im Plus bei 11.966,14 Punkten, der EuroStoxx50 verlor 0,1 Prozent auf 3385,12 Zähler. An der Wall Street notierten Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ebenfalls knapp im Minus. „Zuletzt gab es sehr viel Optimismus, vielleicht ist dies ein Zeichen dafür, dass nicht alles positiv ist“, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. „Die Deutsche Bank ist auch nicht hilfreich.“

Die Aktien des Geldhauses verloren wegen der am Wochenende angekündigten acht Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung 1,8 Prozent auf 17,32 Euro. Damit büßte das Institut binnen zwei Handelstagen 9,5 Prozent seines Börsenwertes ein. „Erneute Verluste bei der Aktie der Deutschen Bank deuten darauf hin, dass Investoren sich die Frage stellen, ob acht Milliarden Euro genug sind, um die Bank auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen“, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets.

Aussagen von Vorstandschef John Cryan, erst nach einem erfolgreichen Umbau abtreten zu wollen, sorgten für zusätzlichen Druck. Börsianer kritisierten fehlende Details zum erneuten Umbau des Instituts. Cryan habe eine Rolle rückwärts gemacht und wirke konfus, sagten Großaktionäre. Im Sog der Deutschen Bank gaben andere Finanzwerte ebenfalls nach. Commerzbank büßten ein Prozent ein, der europäische Banken-Index verlor 0,2 Prozent.

Die besten und schlechtesten Aktien im Februar

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

+13,11 +0,19%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 15

Im Vergleich zum Vormonat hat der HDax im Februar zugelegt. Die 110 Aktien des HDax, in dem alle Titel aus Dax, MDax und TecDax vertreten sind, kamen auf eine Monatsperformance von 2,97 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Rekordlaune am amerikanischen Aktienmarkt und die Hoffnung auf einen amerikanischen Konjunkturboom durch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig fürchten Anleger aber auch immer noch politische Unsicherheiten, was die Kurse zeitweise wieder zurück fallen lässt. Trotzdem: insgesamt eine durchaus positive Tendenz. Es folgen die schlechtesten und die besten Aktien im Februar.

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
Xetra

-0,32 -0,47%
0,00€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess AG
2 von 15

Flops – Platz 7

Den Reigen der Flops eröffnet die Lanxess AG. Der Spezialchemiekonzern ist einer der bedeutendsten Chemie- und Polymeranbieter Europas. Etwa ein Jahr lang konnte das Wertpapier von Lanxess seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Doch im Februar verloren die Aktien insgesamt 4,54 Prozent, wodurch das recht überkaufte Sentiment in eine gesunde Konsolidierung übergehen dürfte. Zum Monatsende hin ist auch schon wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Deutsche Börse AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Deutsche Börse AG
Deutsche Börse AG
3 von 15

Flops – Platz 6

Kerngeschäft der Deutsche Börse AG ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Der Februar lief nicht gut für die Aktiengesellschaft. Eigentlich war der Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und London Stock Exchange (LSE) geplant, doch inzwischen ist das Scheitern der Fusion zum Greifen nah. Denn die LSE hat unerwartet die Reißleine gezogen. Die Monatsperformance der Deutsche Börse AG beläuft sich auf ein Minus von 5,09 Prozent.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
Xetra

-1,65 -1,17%
0,00€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie AG
4 von 15

Flops – Platz 5

Auch für die Wacker Chemie AG hielt der Februar nicht viel Gutes bereit. Am 13. Februar stuften die Analysten von Berenberg die Aktien von „buy“ auf „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 112 von 115 Euro. Insgesamt verbilligten sich die Papiere im Februar um 5,20 Prozent.

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,09 -0,40%
0,00€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S AG-REG
5 von 15

Flops – Platz 4

Noch schlechter sah der Februar für die K+S AG aus. Die Baader Bank beließ die Einstufung der Aktien auf „Hold“ mit einem Kursziel von 21 Euro. Das Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung fuhr einen Kursverlust von 5,84 Prozent ein.

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
Xetra

+0,06 +0,57%
0,00€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro AG
6 von 15

Flops – Platz 3

Die Metro AG schafft es unter die Top Drei der Verlierer. In weniger als einem halben Jahr soll das Unternehmen aufgespalten werden: in einen Elektrohändler um Media Saturn und in einen Lebensmittelspezialisten um die Real-Supermarkte und das Großhandelsgeschäft. Dann werden die Aktien der beiden künftigen Unternehmen getrennt gehandelt werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie der Metro AG im Februar außerdem auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Am Ende des Monats erschien für die Aktien ein Minus von 7,42 Prozent auf den Anzeigetafeln.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
Xetra

-0,19 -1,46%
+12,83€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank AG
7 von 15

Flops – Platz 2

Der Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie seit Oktober 2016 geriet im Februar ins Wanken. Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank AG auf „Underweight“ belassen – mit einem Kursziel von sechs Euro. Hinzu kommen eine geringe Kreditnachfrage, anhaltend niedrige Zinsmargen und geringe Gebühren. Am Ende des Monats stand ein dickes Minus von 10,13 Prozent.

Die deutsche Industrie verbuchte im Januar das größte Auftragsminus seit Anfang 2009. „Man sollte den Jahresauftakt nicht überinterpretieren“, betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Vor dem Hintergrund der allgemein guten Stimmung in der Industrie sollte im Februar wieder ein klares Plus zu vermelden sein.“

Am Devisenmarkt blickten Anleger auf das britische Oberhaus. Dessen Mitglieder sollen über mögliche Änderungen am Gesetz zum geplanten Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU abstimmen und damit dem Parlament mehr Mitspracherechte gewähren. Vor diesem Hintergrund fiel das Pfund Sterling zeitweise auf ein Sieben-Wochen-Tief von 1,2167 Dollar.

Der Euro bewegte sich dagegen kaum und kostete 1,0575 Dollar. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche gilt an der Börse als sicher. Investoren sehen nach Reuters-Daten die Wahrscheinlichkeit hierfür bei 85 Prozent.

Die Autobauer Daimler und Volkswagen sowie der Zulieferer Continental führten mit Kursgewinnen von bis zu 0,9 Prozent den Dax an. Die Branche profitierte Börsianern zufolge vom Beginn des Genfer Autosalons. Außerdem schüre die Übernahme der General Motors-Tochter Opel durch Peugeot Fusionsfantasien innerhalb der Branche. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne betonte, ein Schulterschluss mit GM sei für ihn weiter erstrebenswert.

Am Nachmittag machte ein von Donald Trump per Twitter angekündigtes „neues System für Wettbewerb in der Pharmabranche“ Investoren unruhig. „Die Preise für das amerikanische Volk werden purzeln“, betonte der US-Präsident. Die Aktien von Medikamenten-Herstellern wie Merck KGaA, Sanofi oder GlaxoSmithKline verloren bis zu ein Prozent. Der europäische Branchenindex büßte 1,1 Prozent und sein US-Pendant 0,6 Prozent ein. An der Wall Street gaben Pfizer, Eli Lilly und Merck & Co. zwischen 0,6 und 1,3 Prozent nach.

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