Börse Frankfurt
Schwache US-Börsen drücken Dax tief ins Minus

Die US-Technologiebörse Nasdaq schwächelt, das setzte den Dax am Montag unter Druck. Er schloss rund 1,9 Prozent schwächer. Positive Konjunkturdaten wurden von Anlegern am deutschen Aktienmarkt einfach ignoriert.
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FrankfurtDie Angst, dass die Schwäche der US-Technologiebörse Nasdaq auf den Gesamtmarkt übergreift, bekam der deutsche Aktienmarkt am Montag zu spüren. Der Dax schloss rund 1,9 Prozent schwächer auf 9510 Punkten. In den Augen von Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research scheinen die Risiken nach unten momentan größer als die Chancen nach oben. Wer weitere Rücksetzer erwartet, bringe seine Schäfchen ins Trockene.

Für den MDax ging es um 1,4 Prozent auf 16.482 Punkte nach unten und der TecDax fiel um 3 Prozent auf 1236 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um 1,4 Prozent auf 3185 Punkte nach.

Für den Analysten Gerard Sagnier von der Investmentbank Aurel BGC könnten die aktuellen Kursverluste sogar der Auftakt zu einer längeren Phase von Gewinnmitnahmen sein. Er rate daher, mit dem Wiedereinstieg zu warten. Der Bund-Future gab um minimale 0,01 Prozent auf 143,61 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3723 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7287 Euro.

Angesichts der tristen Grundstimmung würden auch Konjunkturdaten weitgehend ignoriert, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. So bleibt die deutsche Industrie in Schwung. Die Gesamtproduktion stieg im Februar bereits den vierten Monat in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Nach den vorläufigen Daten kletterte die Gesamtproduktion bereinigt um 0,4 Prozent zum Vormonat, der Markt hatte nur ein Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. „Die Erholung der Industrie hat an Fahrt gewonnen, weitere gute Nachrichten stehen bevor. Das ist die simple aber ermutigende Nachricht“, sagte Unicredit-Ökonom Andreas Rees.

Die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends stehen nicht schlecht, stiegen doch die Industrieaufträge im Februar mit 0,6 Prozent ebenfalls den vierten Monat in Folge - vor allem wegen der robusten Nachfrage aus Deutschland und den anderen Euro-Staaten.

Rund 53 Prozent der Unternehmen rechnen generell mit einer steigenden Produktion, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) am Montag zur seiner Umfrage unter mehr als 3000 Firmen mitteilte. Im Herbst hätten dies nur 42 Prozent der Betriebe erwartet. Die IW-Forscher gehen davon aus, dass die gesamte Wirtschaftsleistung 2014 um rund 1,75 Prozent zulegt und 2015 sogar um rund zwei Prozent steigt

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  • Verzerrte Weltsichten von Bankern: Geld ist alles; Verantwortung besitzt man höchstens für die eigene Familie.

    Wenn man diese Übertreibung zu Ende denkt, kommt man zu dem Schluss, dass einem die Egomanie irgendwann selbst das Genick brechen wird. Es müssen nur genügend große Teile der Bevölkerung nach dem gleichen Motiv handeln.

    Und ja... alles, was nicht verboten ist, ist erlaubt. Deswegen sollte der Staat den Rahmen des Erlaubten entsprechend stecken. Gesetze, auch Steuergesetze, müssen dem technologischen Wandel angepasst werden.

  • Ich halte nichts von einer moralischen Überfrachtung des Marktes. Angebot und Nachfrage regelt den Preis, der Rest ist etwas für andere Disziplinen als die Wirtschaftswissenschaften - Soziologie, Politikwissenschaften,von mir aus auch Theologie.

    Die FAT ist für meinen Handelsansatz relativ egal, denn die City wird diesen Unsinn nie einführen, und dort residiert mein Broker. Ferner wären die angedachten Steuersätze unerheblich für mich. Diese Steuer ist auch nur eine moralische Karotte, die man dem deutschen Steueresel hinhält, welche er dann via höherer Bankgebühren selbst bezahlen darf.

    Der Nutzen meines Tuns für die Allgemeinheit besteht in den gezahlten Steuern, für die es in D keine Zweckbindung gibt. Also finanziere ich durch die Steuern auf meine Handelsgewinne anteilig alle öffentlichen Ausgaben mit. Schaden tue ich damit niemandem, somit überwiegt der Nutzen klar und eindeutig. Der Vergleich mit den Waffenproduzenten hinkt daher gewaltig. Aber wenn es Ihnen damit besser geht, dürfen Sie gerne weiter so tun, als ob irgendeine andere Spekulationsform moralisch wertvoller wäre, dies tun besonders gerne Gutmenschen. Ob Sie einer sind, ist mir egal, ich jedenfalls werde nicht so verlogen argumentieren.
    So lange es nicht verboten ist, ist es erlaubt - ein Rechtsgrundsatz, der hoffentlich in diesem Land weiter gilt. Wenn nicht: Es gibt auch noch andere schöne Länder auf der Welt. Ich persönlich z.B. finde die Cayman Islands recht ansprechend.

  • "HFT handeln andere Volumina (Mrd.) in anderen Zeitdimensionen (Millisec.) und z.T. über andere Marktplätze (MTF/Darkpools) als die privaten Kleinanleger, die ihnen zu Recht vollkommen egal sind. Der Nutzen für das Gemeinwohl besteht in der Liquidität (s. Bundesbank) und den auf die Gewinne gezahlten Steuern - letzteres ist auch der einzige, unerhebliche Beitrag der privaten Kleinanleger zum Gemeinwohl, welcher im Übrigen nicht intendiert ist. Die Kleinanleger haben genau das gleiche, eigennützige Interesse wie die HFT: Rendite. In diesem Zusammenhang vom Gemeinwohl zu sprechen klingt reichlich hohl."

    Der Sinn eines Wirtschafts- wie eines Finanzsystems sollte darin liegen, dass sie dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Zumindest wäre dies ein demokratischer Denkansatz.

    Mir ist klar, dass Sie als Daytrader eine Umsatzsteuer auf Finanzmarktgeschäfte scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Da wäre ihr Geschäftsmodell schnellstens am Ende.

    Sie könnten sich fragen, woraus der Nutzen ihres Tuns für die Allgemeinheit besteht. Null, nada. Sie versuchen, ob mit oder ohne Erfolg, ein Stück aus dem Finanzkuchen herauszuschneiden, jedoch basierend auf _reinem_ Eigennutz.

    Getreu dem Motto: ich kann etwas. Ob es den anderen nutzt oder schadet, ist mir völlig egal. Hauptsache mein Gewinn stimmt. Charakterlich befinden Sie sich damit in einer - gesellschaftlich gesehen - extremen Position.

    Prinzipiell könnten Sie auch Waffen herstellen - mit großem Eigennutz, jedoch ohne Gefühl für Verantwortung.

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