Börse Frankfurt
Schwache US-Daten befeuern den Dax

7,6 Prozent – so hoch ist die US-Arbeitslosenquote. Diese Zahl war Auslöser der Kursrally des Dax am Nachmittag. Die Erleichterung ist groß, denn die miesen Arbeitsmarktdaten garantieren die Fortsetzung der Fed-Hilfen.
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FrankfurtDer Jubel war groß, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden. Entgegen der Prognosen der Experten, die von einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent ausgegangen waren, stieg die Quote auf 7,6 Prozent. Was schlecht für die Konjunktur ist, ist derzeit gut für die Börsen. Der Dax, der bis dahin im Minus verweilte und sich zwischenzeitlich sogar gefährlich nahe der 8.000 Punkte-Marke näherte, stieg im Anschluss an die Arbeitsmarktzahlen deutlich ins Plus. Am Ende reichte es für ein sattes Plus von 1,9 Prozent auf 8.255 Punkte – das größte Tagesplus seit fast sechs Wochen.

An der Wall Street präsentierten sich die Börsen ähnlich stark. Der Dow Jones notierte rund 1,2 Prozent fester auf 15.223 Punkte, der S&P 500 lag 1,1 Prozent im Plus und der Nasdaq stieg um ein Prozent.

Anleger auf der ganzen Welt können bei diesen Jobdaten davon ausgehen, dass die Federal Reserve ihr geldpolitisches Engagement nicht allzu schnell herunterfahren wird. Fed-Chef Ben Bernanke hat das Anleihekaufprogramm vor allem an die Arbeitsmarktdaten gekoppelt. Die Strategie der Notenbank sieht wie folgt aus: Fallen die Arbeitslosenzahlen auf eine Quote von 6,5 Prozent, werden die monatlichen Anleihekäufe in Höhe von derzeit 85 Milliarden Dollar schrittweise heruntergefahren. Die heutigen Zahlen dürften die Furcht vor einem zudrehen des Geldhahns zerstreut haben. Dementsprechend gelöst präsentierten sich die Anleger am Nachmittag.

Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank äußerte sich positiv. „Der Stellenzuwachs ist für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosenquote zu schwach. Für eine vorschnelle Drosselung der monatlichen Wertpapieraufkäufe der Fed bietet das keine Grundlage“, sagte der Experte. Die Finanzmärkte sollten sich freuen, denn die moderate Erholung der US-Wirtschaft setze sich fort und die US-Notenbank dürfte vorerst bei ihrem eingeschlagenem Kurs bleiben. Seit Monaten profitieren die Aktienmärkte von den niedrigen Zinsen, die viele andere Anlagen unrentabel machen.

Deutscher Exportwirtschaft stehen schwierige Zeiten bevor

Trotz der Euro-Krise war 2012 das beste Jahr der deutschen Exportwirtschaft. Ökonomen hatten erwartet, dass es so weitergehen würde. Doch im Februar konnten die Unternehmen nicht an ihren guten Jahresstart anknüpfen. Vor allem im Handel mit Ländern der Eurozone gab es deutliche Rückgänge.

Insgesamt sanken die Exporte von Januar auf Februar um 1,5 Prozent, im März sogar um 4,5 Prozent. Im April hellte sich die Lage ein wenig auf. Die Ausfuhren stiegen um 1,9 Prozent – der stärkste monatliche Anstieg seit knapp einem Jahr.

Volkswagen hat sich den vollen Zugriff auf die Lkw-Tochter MAN gesichert. Auf der MAN-Hauptversammlung stimmten am Donnerstag nach Konzernangaben 98,47 Prozent des Kapitals einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag zu.

Die Absegnung war Formsache: Europas größter Pkw-Hersteller hält etwas mehr als 75 Prozent der MAN-Anteile. Doch viele Kleinaktionäre äußerten sich unzufrieden mit dem Abfindungsangebot von VW. Der Wolfsburger Autobauer stellt sich auf juristische Auseinandersetzungen ein: "Wir werden uns noch länger vor Gericht sehen, davon gehe ich aus", sagte MAN-Aufsichtsratschef und VW-Patriarch Ferdinand Piech. Die VW-Aktie konnte dieses negative Störfeuer sehr gut verkraften. Am Ende verteuerten sich die Papiere um 2,4 Prozent. MAN hingegen verlor 0,3 Prozent.

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Volkswagen übernimmt Kontrolle über MAN

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  • Eine kranke Gesellschaft in der wir momentan leider leben. Oberschlimm ist Mehrzahl an Kommentarschreiber. Danken diese Esel eigentlich, und wenn ja an unse Kinder?

  • Für Sie extra, evtl. können Sie noch was lernen: http://www.duden.de/rechtschreibung/quasi_

    http://www.onvista.de/index/DAX-KURS-Index-1966970?ID_NOTATION=1966970&MONTHS=180#chart Schön zu sehen, dass die Div. den Dax aufgepumt haben und eben nicht die Kurse.

  • Quasi meint, dass es theoretisch möglich ist, aber in der Praxis ausgeschlossen. Bei gleichbleibenden Kursen ist der Dax durch Div. zum steigen verdammt. So führte der Crash 2009 schon deutlich weniger tief im Dax als der in der New Economyblase. Ein Crash heute würde daher (durch die Berechnung des Dax') wieder ein Stück weiter oben einen Boden finden. Evt. knapp unter dem Buchwert des Dax bei ca. 4500. 2500 sind aber höchst unrealistisch und ja das hängt an der Berechnungsweise.

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