Börse Frankfurt
Schwache US-Zahlen bescheren Dax dickes Plus

Die US-Arbeitsmarktdaten des Anbieters ADP blieben hinter den Erwartungen zurück. Das lässt die Anleger auf eine spätere Fed-Zinswende hoffen. Das treibt die Kurse, der Dax schließt über anderthalb Prozent fester.
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Ein freundliches Marktumfeld hat den Dax am Mittwoch deutlich steigen lassen. Die Anleger fanden in der Makroperspektive einfach keine Gründe, nicht zuzukaufen. Zunächst hatten Aussagen eines regionalen Fed-Chefs, wonach die US-Zinswende schon im kommenden Monat anstehe, den Euro unter die Marke von 1,09 Dollar gedrückt. Das trieb Europas Börsen, vor allem die exportorientierte deutsche, stark an. Am Nachmittag sorgte eine schwache Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt für eine Trendwende am Devisenmarkt. Laut dem privaten Arbeitsvermittler ADP waren im Juli 185.000 neue Arbeitsstellen in der US-Wirtschaft entstanden, was den geringsten Zuwachs seit April darstellte. Ökonomen hatten 215.000 neue Jobs prognostiziert.

Die gute Stimmung ging den Börsianern aber auch im Verlauf des Tages nicht verloren. Der Deutsche Aktienindex schloss 1,6 Prozent fester bei 11.636 Punkten. Im Späthandel beflügelte der weiter gefallene Euro die Börsen.

Die ADP-Analyse gibt einen Vorgeschmack auf den offiziellen Bericht des Arbeitsministeriums, den die Märkte am Freitag erwarten. Weil sich die amerikanische Notenbank Federal Reserve – anders als die Europäische Zentralbank – neben der Preisniveaustabilität einem hohen Beschäftigungsstand gesetzlich verhaftet sieht, ist der monatliche Börsianer-Blick auf den Arbeitsmarkt inzwischen eine Routineangelegenheit der vergangenen anderthalb Jahre geworden.

Bisher hatten die Börsianer mit einer Zinswende frühestens im September gerechnet. Nach den schwächeren Wirtschaftsdaten, die zuletzt aus den Vereinigten Staaten kamen, spekulierte manch ein Anleger auch auf eine erste Erhöhung erst im Dezember. Doch nun signalisierte der Chef der Fed von Atlanta, Dennis Lockhart, dass der Schritt wahrscheinlich bereits im nächsten Monat kommt. Spätestens am Freitag dürften mit dem Arbeitsmarktbericht die Spekulationen weiter zunehmen.

Mit abwechselnd schwachem Euro und der Hoffnung auf weiterhin niedrigen US-Zinsen setzte der Dax seinen positiven Wochentrend fort - derzeit steht ein Plus von 2,9 Prozent auf der Tafel. Bei diesen Kaufimpulsen gerieten europäische Zahlen schnell in den Hintergrund. So hatten die Dienstleister der Euro-Zone ihr Wachstumstempo im Juli leicht gedrosselt. Der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor gab um 0,4 Punkte auf 54,0 Zähler nach, errechnete das Markit-Institut durch seine Unternehmensumfrage. Die deutschen Dienstleister stabilisierten im vergangenen Monat ihr Wachstum, der Index blieb bei 53,8 Punkten.

Schlechte Nachrichten gab es aus Italien. Dort ließ die Produktion deutlich nach. Die Industriebetriebe fuhren sie um 1,1 Prozent zurück, wie das nationale Statistikamt Istat mitteilte. Dies ist der stärkste Rückgang seit Mai 2014. Ökonomen hatten ein Minus von lediglich 0,3 Prozent erwartet, nachdem die Fertigung im Mai um 0,9 Prozent hochgefahren worden war. Nichtsdestotrotz wächst der sekundäre Sektor in Italien weiter.

Die zweite Frankfurter Reihe folgte ihrer Benchmark und zeigte klar nach oben. Die Mittelwerte im MDax gewannen 0,6 Prozent bei 21.375 Punkten. Der TecDax rückte 0,9 Prozent vor auf 1815 Zähler. Der Leitindex der Währungsunion Euro-Stoxx-50 notierte 1,7 Prozent fester bei 3680 Punkten. In New York kam der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Handelsschluss auf ein Plus von 0,4 Prozent und 17.620 Punkte.

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Beiersdorfer mit Rekordergebnis

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  • Seltsam, dass der Dax schon den Großteil des Kurssprungs vor den US-Daten hinter sich hatte.

    Aber sich einzugestehen, dass man im Trüben fischt, ist ganz hart fürs Ego.

  • Zum Glück ist mir der Dax egal

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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