Börse Frankfurt: Schwacher Euro kostet Dax das Tagesplus

Börse Frankfurt
Schwacher Euro kostet Dax das Tagesplus

Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht fiel gut aus. Zu gut für den Euro. Dieser geriet außerdem durch Ungarns Herabstufung unter Druck. Der Dax schafft auf Wochensicht trotz Turbulenzen doch noch ein Plus.
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DüsseldorfDie Anleger am deutschen Akteinmarkt haben eine durchwachsene Woche hinter sich. Ähnlich sah es auch im Freitagshandel aus. Nach einem positiven Start fiel der Dax, nach der schwachen Eröffnung der US-Börsen, ins Minus. Die Nachrichtenlage war durchwachsen und sorgte für ein Auf und Ab beim Dax-Kurs. Den Freitagshandel beendete der Dax 0,62 Prozent tiefer bei 6.057 Punkten. Auf Wochensicht steht trotzdem noch ein Plus von 2,71 Prozent.

Den größten Dämpfer verpasste dem Aktienhandel heute der Euro. Er fiel aufgrund der wieder aufkeimenden Sorgen um die Schuldenkrise und baute die Verluste nach dem Arbeitsmarktbericht der USA und der Herabstufung Ungarns weiter aus. Allerdings waren die Handelsumsätze wie auch in den vergangenen Tagen schon sehr dünn. Dazu trugen am Freitag auch die Feiertage in manchen europäischen Ländern und einigen Bundesländern bei.

„Unser Problem ist der Euro“, sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. Der schwache Kurs der Devise kostete den Dax sein Plus. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Ungarns durch die Ratingagentur Fitch trage auch nicht zur Entspannung bei - „da wirft man eben alles in einen Topf, egal, ob Euro-Land oder nicht.“

Die schlechten Wirtschaftsdaten aus der deutschen Industrie sorgten ebenfalls für trübe Stimmung. Die Aufträge der brachen im November so kräftig ein wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor knapp drei Jahren nicht mehr, weil die Nachfrage aus dem Ausland stark nachließ. Die Unternehmen zogen 4,8 Prozent weniger Bestellungen an Land als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitagmittag mit.

Positive Impulse für den Dax kamen vom Arbeitsmarktbericht aus den USA, die jedoch schnell verpufften – der Dax sprang kurz auf ein Plus von 0,7 Prozent und gab die Gewinne sofort wieder ab. Die Lage hat sich am US-Arbeitsmarkt im Dezember deutlich aufgehellt. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 200.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag (14:30 Uhr MESZ) in Washington mitteilte.

Das Plus war damit doppelt so hoch wie im November. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Anstieg von 150.000 erwartet. Die auf einer separaten Haushaltsbefragung basierende Arbeitslosenquote sank auf 8,5 von revidiert 8,7 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2009.

Bankaktien im Fokus der Anleger
Weiter unter Druck standen die Papiere der italienischen Großbank Unicredit, die um gut acht Prozent auf den tiefsten Stand seit 24 Jahren fielen. In den vergangenen drei Tagen haben die Aktien rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt, nachdem eine Kapitalerhöhung für Unicredit enttäuschend verlaufen war. Die Marktkapitalisierung der Bank ist damit um über vier Milliarden Euro geschrumpft.

Für die Deutsche Bank Aktie ging es heute, nachdem sie sich am Vormittag leicht erholen konnte, wieder deutlich abwärts. Gerüchte, die eine Kapitalerhöhung der Deutschen als Thema haben, wollte ein Sprecher des Instituts nicht kommentieren. Die Aktien der Deutschen Bank schlossen 3,5 Prozent tiefer und bildeten damit das Schlusslicht im Dax., während die Aktie der Commerzbank 0,16 Prozent zulegen konnten. Der europäische Branchenindex verlor bis zum Abend rund ein Prozent an Wert.

Banken misstrauen sich gegenseitig

Das Misstrauen in der europäischen Bankenbranche wächst weiter. Von Donnerstag auf Freitag erreichten die kurzfristigen Einlagen der Kredithäuser bei der Europäischen Zentralbank (EZB) mit 455,3 Milliarden Euro wieder einen neuen Höchststand, wie die Notenbank in Frankfurt am Main mitteilte. Die Über-Nacht-Einlagen lagen damit gut zwei Milliarden Euro über dem bisherigen Rekordwert. Vor Weihnachten hatten die Einlagen erstmals die Marke von 400 Milliarden Euro überschritten.

Die Höhe der Einlagen gilt als Indikator für die Skepsis der Banken untereinander Geschäfte zu machen. Sie deponieren ihr Geld lieber zu schlechteren Konditionen bei der Notenbank als es zu deutlich besseren Zinsen bei einer anderen Geschäftsbank zu lagern.

Als größte Gewinner im Dax beendeten die Aktien von K+S den Handel, mit einem Plus von 1,6 Prozent. Eon und RWE profitierten tagsüber von einer Studie von JP Morgan schlossen aber nicht ganz so stark. Die Eon-Aktie gab 0,15 Prozent nach währende die von RWE 1,25 Prozent höher schloss.

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  • Das Börsengeschäft wird immer unglaubwürdiger. Da erzielen deutsche Autobauer 2011 überproportionale Umsätze, machen riesige Gewinne und erstaunlicherweise gehen deren Aktien nach unten. Es sieht alles nach politischer Spekulation aus. Und die "sogenannten Experten" geben noch ihre unsachlichen und unfachlichen Empfehlungen dazu. Hauptsache sie haben was gesagt, wenn es auch der größte Müll ist.

  • Die Landesbanken - die zwei Worte allein benennen das Problem: Es dürfte nur eine geben. WestLB ist schon tot, gut so. Wenn man der Ansicht ist, einen öffentlich-rechtlichen Bankensektor in D zu benötigen, sollte dieser keinen Eigenhandel haben. Im VR-Sektor tendiert es auch auf ein Zentralinstitut zu, und die DZ-Bank macht sich. Wenn sich dies ändern sollte, haften die Genossen. Bei den Privatbanken sollte dies auch gelten, die Aktionäre sollten haften. Und auch im ÖR-Sektor sollten die Steuerzahler nicht haften für riskante Geschäfte, daher das Verbot des Eigenhandels. Haftung ist die marktwirtschaftliche Lösung, nichts anderes.

  • Selten so einen Blödsinn gelesen !

    Landesbanken haben Null Einfluss auf den Aktienmarkt, da sie über fast kaum Finanz-Power in den Handels-Büchern verfügen !!!

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