Börse Frankfurt Schwacher Tag für den Dax

Der deutsche Leitindex hat die sechste Gewinnwoche in Folge geschafft. Vor dem Gipfeltreffen am Montag gingen Anleger jedoch lieber auf Nummer sicher. Zusätzlich drückten US-Daten auf die Stimmung.
Update: 27.01.2012 - 18:00 Uhr 58 Kommentare

Börse Frankfurt am Mittag

Frankfurt, DüsseldorfAnleger schauten heute auf die Verhandlungen Griechenlands mit seinen privaten Gläubigern und auf die Wirtschaftsdaten der USA. Nach einer guten Wochenbilanz nahmen einige Anleger lieber die Gewinne mit, was auf die Kurse drückte. Insgesamt schloss der Dax 0,4 Prozent tiefer bei 6.511 Punkten. Auf Wochensicht hat er aber fast 1,7 Prozent zugelegt – die sechste Gewinnwoche in Folge. Seit Jahresanfang beläuft sich das Plus auf gut zehn Prozent.

Dass der Dax am Nachmittag ins Minus fiel, lag zum einen an den Konjunkturdaten der USA. Zwar ist die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal so stark gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr – das Bruttoinlandsprodukt legte im vierten Quartal 2,8 Prozent zu –, allerdings war dies für Anleger zu wenig, zumal Analysten ein Wachstum von drei Prozent erwartet hatten. Außerdem belastete der schwache Arbeitsmarkt, das ständige Sorgenkind der USA, die Märkte. Trotz des Endspurts schaffte die US-Wirtschaft 2011 nur ein Plus von 1,7 Prozent, nachdem es 2010 noch drei Prozent waren. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schaffte drei Prozent Wachstum.

„Die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen zum US-BIP sind nach einer stramm positiven Woche an den Aktienmärkten ein willkommener Grund für Gewinnmitnahmen“, kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die Kursschwäche. „Es muss sich aber niemand über das US-Wirtschaftswachstum grämen.“

Griechenlands Einigung bald erwartet

Die Verhandlungen der griechischen Regierung mit den Privatgläubigern über einen Schuldenschnitt kommen offenbar voran. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, man stehe kurz vor einem Abschluss der Verhandlungen, falls nicht am Freitag, möglicherweise am Wochenende. Spätestens bis Ende März muss eine Einigung stehen, da das Land dann fast 15 Milliarden an Schulden refinanzieren muss. Rehn hatte am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt, dass Griechenland möglicherweise mehr Geld braucht als bisher angenommen. Die Bundesregierung wertete die Äußerung Rehns als unnötige Verwirrung.

EZB-Präsident Mario Draghi schlug am Freitag düstere Töne an. Die Schuldenkrise werde andauern, die harten Sparprogramme bedrohten das Wachstum: „Viele der betroffenen Länder wachsen nicht.“ Bei Griechenlands Schuldenschnitt bleiben viele Experten noch skeptisch.

Stahlaktien unter Druck

Anleger beobachteten heute insbesondere die Werte von ThyssenKrupp. Der Aufsichtsrat des Konzerns berät kommende Woche (Dienstag) über den geplanten Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu. Das gab der Konzern am Freitag in Essen bekannt. Am Vortag hatten die Thyssen-Krupp-Aktien 4,5 Prozent gewonnen. Die Aktie schloss heute 1,1Prozent tiefer.

Die drastische Senkung der Gewinnprognose bei Nippon Steel drückte europaweit auf die Stahl-Aktien. Der japanische Stahlkonzern hatte seine Jahresprognose wegen schwacher Exporte und gesunkener Preise um ein Drittel gesenkt. Daraufhin waren die Nippon-Steel-Titel um mehr als drei Prozent gefallen. Salzgitter und Klöckner gaben um bis zu zwei Prozent nach. In Paris und Amsterdam fielen Arcelor-Mittal 0,6 Prozent. Voestalpine verzeichneten in Wien ein Minus von gut einem Prozent.

US-Unternehmen mit schwachen Bilanzen

Hohe Materialkosten sowie Verluste in Europa und Asien brockten dem zweitgrößten US-Autobauer Ford einen Gewinnrückgang ein. Der Konzern wies für das vierte Quartal einen operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar aus, etwa 200 Millionen Dollar weniger als vor Jahresfrist. Pro Aktie verdiente Ford mit 20 Cent fünf Cent weniger als von Analysten im Schnitt erwartet.

Procter & Gamble mussten ebenfalls Verluste einstecken. Teure Rohstoffe und eine Abschreibung aufs Friseurgeschäft halbierten den Gewinn des weltgrößten Konsumgüterkonzerns im zweiten Quartal auf 1,7 Milliarden Dollar. Die Dividendenpapiere des Henkel-Rivalen fielen um 0,5 Prozent. Weiter enttäuschte Chevron die Anleger mit seiner Quartalsbilanz.

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58 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Schwacher Tag nach starker Woche für den Dax"

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  • Der Dax wird weiter steigen. Endlich bekommt er den Lohn für sein geduldiges Verhalten in der Vergangenheit. Dax- Produkte versprechen keine großen Renditen,aber eine lukrative Geldanlage bei relativ wenig Risiko. Die Aussichten für den Dax sind mehr als günstig, wenn auch die "sogenannten Experten" versuchen die aufkommende positive Stimmung zu drücken. Aber was heißt schon Experte ? Die ganze Welt ist voll von Experten. Für alles gibt es "selbsternannte" Experten. Jeder "Profilierungssüchtige" nennt sich Experte. Auf die kann man sicherlich nicht bauen. Deshalb sollte jeder nach seinem "Bauchgefühl" entscheiden. Keinesfalls auf Empfehlung eines Experten. Denn dann ist er und sein "Sauer-Erspartes" verloren.

  • ich werde euch updaten was mit den hellas-bonds weiter passiert.

    am 05/3. wird jedenfalls erstmal die a0t7c7, und danach am 15/6. die 844080 (beide gekauft im juli 2011 mit 96,38 bzw. 94,74 % und rendite von 8,3 bzw. 14,7 % p.a.) ohne probleme zu 100 % getilgt.

    @ r2d2, mit der klage bist du auf den richtigen weg !


    happy trading and investing :-)

  • 1)Empfindlich: >=5+1 Zitat - Wenn man nicht weiter kann, wird die Niveaukeule geschwungen.
    2)Merkwürdig: Was war den hier "persönlich"? Und schon wieder Ursache und Wirkung verwechselt.
    3)Lächerlich: Überlassen kann man nur etwas, was einem gehört. Gehört KeepCool dieses Forum?
    4)Unglaubwürdig: Ihre Kommentare werden hier wohl auch in Zukunft lesbar sein.
    5)Unsäglich: Für mich ein konstruierter Gegensatz - nur weil ich täglich taktisch handele, mein Interesse an strategischen Belagen zu bestreiten, blendet nicht nur die Historie der letzten 6 Monate aus, es ist auch faktisch unbegründet und zeigt nur einmal mehr die Begrenztheit der Argumente.
    6)Bedauerlich: Auch wenn man nicht einer Meinung ist, könnte man am sachlichen (!) Austausch Interesse haben - wohl zu viel verlangt.

  • @keepcool, zum baltic dry: selbst wenn ein paar grad abweichung durch einzelne oder alle von ihnen genannten effekte zustandekamen und den index so "verunreinigten" - eine bewegung dieser stärke und deutlichkeit kann ich nicht anders als kollaps interpretieren. die chinesen haben nicht seit dezember feiertag, auch gab es meines wissens keinen durch derivate verusachten crash des frachtgeschäfts, ausser ich habs verpennt?
    haben sie von einer massenschiffstaufe gehört, ähnlich den hochzeiten der moonsekte :-) ?

  • Beleidigende Äußerung #(ungezählt, >=5): "Unterdrückt fühlt sich wohl niemand von diesem 50/50 Wahrheit/Unkenntnis-Gemisch."

    Sorry. Auf dieses Niveau begebe ich mich nicht herab.

    Manche werden persönlich, wenn sie argumentativ in die Klemme kommen. (Sie dürfen sich aber nicht wundern, dass ich dann nicht aufs "Du" stehe.)

    Ich denke, ich überlasse ihnen dieses Forum. Mit Tagesprognosen auf den DAX habe ich sowieso kaum etwas am Hut. Und strategische Diskussionen sind für Daytrader wahrscheinlich nicht von Interesse.

  • Mein Wunsch ist mir Befehl - trotzdem schlechter Stil. Ist mir unter Erwachsenen noch nicht passiert. Mich hat man anders erzogen, als anderen das Du zu entziehen. Distanz kann auch sachlich begründet werden, aber das scheint nicht der Fall zu sein. Man muss ja nicht einer Meinung sein, aber so what...
    Zu den (Schein-)Argumenten: Ich bin sicherlich keiner der postulierten Blutsauger, dies ist (könnte) KeepCool auch bekannt (sein). Vergesslichkeit - eine kleine Sünde.
    Die Ausführungen von godmodetrader sind mir bekannt, und sie haben definitiv nicht die Relevanz des Orakels von Delphi (schon mal gelesen, was Delphi damals gewesen ist? Ein sehr kommerzieller Ort für wenige, ein Heiligtum für viele!)
    Unterdrückt fühlt sich wohl niemand von diesem 50/50 Wahrheit/Unkenntnis-Gemisch, auch fungiere ich nicht als Advokat anderer. Es waren lediglich Textpassagen der angesprochenen Art, die als Beleg für mehr als unhöfliche Formulierungen dienten. Sobald Sie sich wieder auf eine neutrale Formulierungsweise zurück begeben würden, könnte ich davon absehen, Ihnen Ihre Unzulänglichkeiten unter die Nase zu reiben. Sympathisch erscheint allein Ihr Glaube, nicht gemocht zu werden; an diesem Zustand haben Sie seit Jahresanfang ständig steigenden Anteil.

  • Zu weiteren Punkten äußere ich mich vielleicht später (falls ich Lust dazu habe).

  • @deltaone: Mein Wechsel vom "Du" zum "Sie" hat eine einfache Begründung. Ich wechsle die Anrede, wenn ich eine größere Distanz wünsche.

    Zu den "Blutsaugern" und auch zu dem, was ich zu oldendorp gesagt habe, stehe ich.

    Blutsauger sind für mich diejenigen, die nicht mithelfen, den volkswirtschaftlichen Kuchen zu vergrößern, sondern die, die versuchen, sich ein größeres Stück davon abzuschneiden. Möglicherweise fühlen Sie sich angesprochen; daher kann ich ihre Empörung teilweise verstehen.

    Zu oldendorp: Er hat wiederholt die technische Analyse von Rocco Gräfe von godmode-trader hierher kopiert. Als Beispiel der "Sinnhaftigkeit" nehme ich die heutige Analyse:

    *****

    DAX - Tagesausblick für Freitag, den 27. Januar 2012

    DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008

    Börse: Xetra in Euro / Kursstand: 6540

    Widerstände: 6595/6600 + 6635 (+6666) + 6840/6925 + 6990/7025
    Unterstützungen: 6510 + 6470/6480 + 6430/6450 + 6200

    Charttechnischer Ausblick: Die Rally kann heute demnach ab DAX 6510 weitergehen.
    Obere Ziele sind noch 6595/6600 sowie 6635.
    6635 wurde neu ermittelt über den Endlos-Futurekontrakt.
    Unterstützend wirkt heute wie erwähnt schon 6510, vor allem aber 6470/6480.
    Unterhalb von 6430 und vor allem 6365 wäre am heutigen Tag der Bär am Zuge und könnte den DAX bis 6200 drücken.

    *****

    Übersetzt: Entweder der DAX steigt über die Stationen 6600, 6635, 6840, 6925, 6990, 7025. Oder er fällt über die Stationen 6510, 6470, 6430, 6200.

    Ich muss gestehen, dass der Analytiker in der Lage ist, vierstellige Zahlen in auf- bzw. absteigender Reihenfolge zu ordnen. Immerhin!

    Ich bin so frei und bezeichne solche Plattitüden als verbale Umweltverschmutzung. Ein antikes Orakel hätte sich geschämt, solche dümmlichen Prognosen zu stellen.

    Eines noch generell: es mag sein, dass mich einige hier nicht leiden können; vielleicht sogar die Mehrzahl. Ich denke aber nicht, dass Sie sich zum Anwalt dieser "von mir unterdrückten" Gruppe aufschwingen müssen.

  • @KeepCool:
    Wie sich die Zeiten ändern: Vor dem Jahreswechsel "Du", danach "Sie" - ein schlechter Stil, nur so viel dazu.
    Was Punkt 1 angeht, bin ich sicher. Warum sollte ich, nur weil ich aktuell gute 90 Punkte hinten liege, in diesem Punkte demütig offensichtliche Unrichtigkeiten umkommentiert lassen? Übrigens sind meine Einschätzungen zu meiner eigenen Leistungen im nicht-intray-Bereich an dieser Stelle sehr leicht nachvollziehbar - wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Und wenn denn semantische Zuspitzungen als Entgleisungen zu qualifizieren wären, könnte man auch bei Ihnen eine Verrohung der Formulierungen bemerken (Blutsauger heute, Umweltverschmutzung vor einigen Tagen ggü. einem Beitrag von oldendorp etc pp).
    Mein Nervenkostüm ist also nicht so strapaziert (und vor allem nicht aus dem vermuteten Grunde, s. 1), wie postuliert. Die schärfere Wortwahl ist begründet durch Ihren wiederkehrenden Versuch, belehrend mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen, ohne hinreichend fundierte Fakten zu benennen.

  • @deltaone: Sie scheinen sehr sicher in ihren Ansichten. Angesichts ihrer Prognosen der letzten Zeit hätte aber auch schon ein wenig Demut entstehen können.

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was die Zukunft bringen wird, und bin mir gar nicht sicher. Vielleicht ist das ein Vorteil für mich, weil ich dadurch nicht so leicht auf die Nase fallen kann.

    Mehr zu sagen erspare ich mir im Moment. Mich verwundert nur, dass Sie so langsam anfangen, mit ihren Aussagen zu entgleisen. Liegen die Nerven schon so blank?

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