Börse Frankfurt Schwacher US-Dollar drückt den Dax ins Minus

Nach einem fulminanten Jahresstart ist dem Dax am Mittwoch die Luft ausgegangen. Ein neuerlicher Schwächeanfall des Dollars dämpfte die Kauflaune der Anleger. Banktitel setzten sich an die Spitze der Dax-Gewinner.
Update: 10.01.2018 - 17:53 Uhr 1 Kommentar

Dax im Sinkflug – Vonovia und Deutsche Wohnen unter Druck

Dax im Sinkflug – Vonovia und Deutsche Wohnen unter Druck

FrankfurtNach einem fulminanten Jahresstart ist dem Dax am Mittwoch die Luft ausgegangen. Das deutsche Börsenbarometer gab bis zum Nachmittag knapp ein Prozent auf 13.281 Punkte nach. Die Dynamik der Kursgewinne hatte sich bereits in den vergangenen Tagen abgeschwächt.

Der MDax der 50 mittelgroßen Börsenwerte gab um 0,6 Prozent auf 26.952 Zähler nach. Der von Technologie- und Telekomwerten dominierte TecDax fiel gut ein Prozent auf 2.650 Punkte etwas stärker zurück. Der Kleinwerteindex SDax verlor mit 0,3 Prozent nur leicht auf 12.344 Punkte.

Störfeuer kam vor allem vom Devisenmarkt, wo durch einen neuerlichen Schwächeanfall des Dollars der Euro wieder auf 1,20 Dollar kletterte. Damit verteuern sich Waren europäischer Hersteller auf dem Weltmarkt. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1980 Dollar, nachdem sie zeitweise über der Marke von 1,20 Dollar notiert hatte. Am Morgen hatte ein Euro noch 1,1923 Dollar gekostet.
Auslöser der Dollar-Verluste war eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg. Diese hatte mit Bezug auf informierte Kreise berichtet, dass China über eine Verringerung oder gar einen Stopp seiner Käufe amerikanischer Staatsanleihen nachdenke. China ist der größte Gläubiger der USA, ein Stopp der Kreditvergabe durch China wäre ein schwerer Schlag für die Vereinigten Staaten. Zumal der Warnschuss in einer Zeit rückläufiger Anleihebestände der amerikanischen Notenbank und einer absehbar weiter steigenden US-Staatsverschuldung kommt.

Die zehnjährigen US-Bonds rentierten am Mittwoch auf einem Zehn-Monats-Hoch von 2,597 Prozent. In ihrem Schlepptau erreichte die Rendite der vergleichbaren Bundestitel mit 0,486 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten.

Seit dem Zwischentief unmittelbar zum Start ins neue Jahr hatte der Dax in der Spitze um mehr als fünf Prozent zugelegt. Eine kleine Pause nach dem guten Jahresstart wäre keine Überraschung, erklärten die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar.

Größte Kursgewinner sind die Aktien von Banken, sie profitierten laut Händlern von steigenden Zinsen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr gestiegen. Damit verbessert sich für die Geldhäuser tendenziell das Geschäft mit Krediten und mit festverzinsten Wertpapieren. Deutsche Bank-Aktien stiegen um etwa zwei Prozent und Commerzbank sogar um gut 4,5 Prozent.

Schlusslichter im Dax waren ProSiebenSat.1 und Continental mit Abschlägen von vier und drei Prozent. „Pro7 waren 2017 das Schlusslicht im Dax und haben dann das neue Jahr mit einer kleinen Aufholjagd begonnen“, sagte ein Händler. „Jetzt besinnen sich die Anleger wohl wieder auf die Probleme der Sendergruppe.“ Bei dem Autozulieferer nutzten die Anleger den mit 5,4 Prozent größten Tagesgewinn seit zweieinhalb Jahren vom Dienstag, um Gewinne einzustreichen. Conti hatte mit der Aussicht auf einen radikalen Umbau seines Konzerns den Anlegern Kauflaune gemacht.

Die zehnjährigen US-Bonds rentierten am Mittwoch auf einem Zehn-Monats-Hoch von 2,597 Prozent. In ihrem Schlepptau erreichte die Rendite der vergleichbaren Bundestitel mit 0,486 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten.

Bestätigung für ihren Konjunkturoptimismus erhoffen sich Börsianer unter anderem von den Auftragseingängen der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer. Darüber hinaus fiebern Investoren der US-Bilanzsaison entgegen, deren Startschuss die Bank of America am Donnerstag mit ihren Geschäftszahlen gibt.

In Tokio gab der Nikkei-Index am Mittwoch um 0,3 Prozent auf 23.788 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite blieb fast unverändert bei 3414 Punkten.

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