Börse Frankfurt: Schwächster Dax-Jahresstart seit 25 Jahren

Börse Frankfurt
Schwächster Dax-Jahresstart seit 25 Jahren

China schockt die Anleger am ersten Handelstag des Jahres. Das hat Konsequenzen für die Frankfurter Börse. Der Dax schließt mehr als vier Prozent im Minus - das ist der schlechteste Jahresstart seit 25 Jahren.
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FrankfurtViel schlechter kann es kaum losgehen: Zum Jahresbeginn schloss der Deutsche Aktienindex 4,3 Prozent im Minus. Das hat den Dax am ersten Handelstag fast die Hälfte seiner Gewinne des Börsenjahres 2015 gekostet. Das Börsenjahr 2015 hatte der Leitindex, in dem die 30 größten deutschen Unternehmen notiert sind, mit einem Plus von knapp zehn Prozent abgeschlossen.

Der Dax büßt rund 460 Punkte ein und schloss zuletzt bei 10.283 Punkten. Von den Kursrutschen waren alle Werte betroffen, am schlimmsten aber RWE (-7 Prozent), Eon (-6,1 Prozent) und BMW (-5,5 Prozent).

Grund: Die chinesische Börse hat mit einem Paukenschlag das Handelsjahr eröffnet. Mit einem deutlichen Kursrutsch und einem zeitweise ausgesetzten Handel schockt Shanghai die Weltmärkte.

Der EuroStoxx50 gab am Montag 3,3 Prozent nach, der Nikkei-Index in Japan beendete den Handel rund drei Prozent schwächer.

In welche Richtung der Dax im ganzen Jahr 2016 tendiert, darüber sind sich schon die Börsenexperten uneinig. Die Prognose-Streuung reicht von Rekordwerten – die Helaba traut dem deutschen Leitindex einen 12.400 Punkte zu – über Stagnation bei knapp 11.000 Punkten (DZ Bank) bis hin zu neuen Tiefständen bei nur 8.500 Punkten (Bankhaus Lampe).

Die anhaltenden Krisen in der Welt treiben die Prognosewerte auseinander. Sorgen bereitete schon 2015 die Konjunktur Chinas – für viele deutsche Unternehmen ein wichtiger Handelspartner. Wenn die Wachstumsrate in Fernost erneut sinkt oder stagniert, dürften das auch Dax-Unternehmen und ihre Börsenkurse zu spüren bekommen. Ein erstes Zeichen in diese Richtung setzt die asiatische Börse bereits zum Jahresauftakt.

Am Montag setzte die chinesische Börse CSI 300 den Handel aus, nachdem der Index um sieben Prozent gefallen war. Der Index umfasst die Aktien der 300 größten festlandchinesischen Unternehmen. Bei dem Stopp handelt es sich um einen automatischen Mechanismus, der bei der Sieben-Prozent-Schwelle greift. Der wurde 2016 gerade erst eingeführt – und erhielt gleich zum Auftakt seinen ersten Einsatz.

Ausgelöst wurden die hohen Verluste unter anderem durch einen schwächer als erwarteten Bericht über die Lage der Unternehmen in China. Die Industrieproduktion schrumpfte im Dezember den zehnten Monat in Folge. Die Kurse belastete zudem der verschärfte Konflikt im Nahen Osten zwischen Saudi Arabien und Iran. Der wichtige Hang-Seng-Index in Hongkong verlor am Montag 3,1 Prozent.

Die Angst vor einer deutlich geringeren Nachfrage des Top-Rohstoff-Konsumenten China hat auch dem Kupferpreis zugesetzt. Das Industriemetall verbilligte sich am Montag in der Spitze um 1,5 Prozent auf 4635 Dollar je Tonne. Im vergangenen Jahr ist der Preis um gut 25 Prozent eingebrochen.

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Rekord bei Dividendenausschüttung

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  • @Bernie Ranmey: Nein, ist sicher nicht unbedingt falsch, korrupte und vetternwirtschaftliche Strukturen bei ÖR zu bekämpfen, wäre hier in D auch sehr angebracht, siehe vor allem WDR, NDR, RBB, die ja auch lieber mal lügen bzw. manipulieren, wenn es der linken Propaganda-Wahrheit hilft. Trotzdem riskieren die Polen gerade mit ihrer sehr direkten Art evt. viel Geld aus Deutschland, äh Europa natürlich. Das meine ich mit dumm.

    Auch ich stehe eher rechts oder sagen wir pro Leistungsprinzip und gegen ständige sozialistische Umverteilung und Vetternwirtschaft, da sind wir uns doch einig.
    Oder wie Weimer sagen würde: Right is right and left is wrong.

    Trotzdem oder gerade deswegen gefällt mir die polnische Herangehensweise nicht, die Schuld nun bei anderen, außenstehenden zu suchen, insb. den Deutschen, den den ganzen Laden ja ohnehin zahlen (müssen). Die korrupten Strukturen sind in Polen sicherlich auch generell, also Lager-unabhängig zu sehen, ist eben Teil der DNA. Merkmal osteuropäischer mafiöser Strukturen ist immer die Verquickung von Staat, Politik und Wirtschaft, auch heute noch, und nicht nur in Polen.

  • Ojehh Fritz,

    hatte die Kommentarfunktion einen Schnupfen....oder schlimmeres ?
    Ich hoffe sie (die Kommentarfunktion) wird uralt

  • Ich wuensche der Kommentarfunktion ein gesundes Neues Jahr und das sie uns noch lange erhalten bleibt.

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