Börse Frankfurt Skeptische Anleger lassen Dax abrutschen

JP Morgan überrascht mit starken Zahlen und der US-Einzelhandel floriert. Eigentlich gute Argumente Aktien zu kaufen. Der Dax verlor dennoch. Viele Anleger neigen im Hinblick auf die US-Bilanzsaison zu Gewinnmitnahmen.
Update: 14.04.2015 - 17:41 Uhr 7 Kommentare

Euro steigt – Dax verliert

FrankfurtDer Dax stand heute ganz im Zeichen der Zahlen. Unternehmens- und Konjunkturdaten aus den USA hatten den Leitindex fest im Griff. Obwohl die Qualität der Zahlen gar nicht so schlecht war, überwog letztlich die Skepsis bei den Anlegern. Der Dax beendete den Handelstag mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 12.228 Punkten.

Die Luft werde dünner und die erhöhte Bewertung mache einen Neueinstieg riskanter, stellte Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Deutschen Postbank in Bonn fest: „Wir konzentrieren uns nun auf die Berichtssaison und die Ausblicke für mehr Klarheit über den weiteren Weg der Börsen.“

JP Morgan hat mit guten Zahlen überzeugt. Ein starker Aktien- und Anleihehandel hat Gewinn und Umsatz deutlich nach oben geschraubt und die Aktien 1,8 Prozent ins Plus geschoben. Wells Fargo hat sein Quartalsergebnis ebenfalls gesteigert. Allerdings gaben die Aktien 1,5 Prozent nach (näheres zu den Bilanzen finden Sie im US-Marktbericht).

Diese Woche veröffentlichen auch die Bank of America und Citigroup sowie die Investmentbank Goldman Sachs ihre Bilanzen. Die Deutsche Bank, die ein ähnliches Geschäftsmodell wie JP Morgan hat, folgt am 29. April.

Viel interessanter als die Zahlen der Großbanken seien allerdings die Zahlen des Konsumgüter-Herstellers Johnson & Johnson, betonte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Bilanz des Konsumgüterherstellers gibt einen Hinweis darauf, wie der Konzern mit der Dollar-Aufwertung klar kommt. Den Zahlen nach scheint Johnson & Johnson nicht ungeschoren davonzukommen. Die Auslandsumsätze brachen um 12,4 Prozent ein auf 8,7 Milliarden Dollar. Die Aktien konnten dennoch 0,2 Prozent steigen.

US-Einzelhandelsdaten treiben den Euro nach oben

Den Einzelhändlern scheint die Dollar-Aufwertung indes kaum etwas auszumachen. Die Kassen der US-Einzelhändler haben im März so kräftig geklingelt wie seit einem Jahr nicht mehr. Der Branchenumsatz stieg um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte. „Der Einzelhandel hat sich nach zum Teil wetterbedingt schwachen Vormonatswerten deutlich erholt“, sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. „Dies lässt hoffen, dass die konjunkturelle Flaute nur temporär ist.“

Allerdings haben etliche Analysten mit stärken Zahlen gerechnet. Die US-Währung gab daher auf breiter Front nach, so dass der Euro um 1,2 Prozent auf ein Tageshoch von 1,0690 Dollar nach oben kletterte. „Die Unsicherheit am Markt über die weitere genaue Zinsentwicklung in den USA ist sehr hoch“, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Da reagiere der Markt sehr sensibel.

„Heta-Bonds“ bedrohen Gewinn der Commerzbank
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