Börse Frankfurt Sorgen vor strafferer Geldpolitik belasten den Dax

Die Rede von EZB-Chef Mario Draghi hat dem Euro einen Schub gegeben – dem Dax tat das allerdings nicht gut. Der deutsche Leitindex schloss am Dienstag mit dem niedrigsten Schlusskurs seit vier Wochen.
Update: 27.06.2017 - 18:23 Uhr Kommentieren

Manager in bester Stimmung - Dax legt zu

Manager in bester Stimmung - Dax legt zu

FrankfurtSpekulationen auf eine straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben dem Euro am Dienstag angeschoben. Er verteuerte sich auf 1,1324 Dollar und war damit so teuer wie zuletzt vor etwa zehn Monaten. Weil dadurch Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig werden, büßte der Dax 0,8 Prozent auf 12.671 Punkte ein. Der EuroStoxx50 sank um 0,7 Prozent auf Punkte 3538 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 1,4 Prozent auf 24.898 Punkte. Beim Technologiewerte-Index TecDax stand ein Minus von einem Prozent auf 2245 Zähler zu Buche.

Zudem drückte eine Prognosesenkung von Schaeffler auf die Stimmung. Die Aktien des Autozulieferers brachen um bis zu 13,7 Prozent ein – so viel wie noch nie. Wegen gestiegenen Preisdrucks senkte das Unternehmen sein Ziel für die operative Umsatzrendite. „Schaefflers Gewinnwarnung feuert die Debatte über die Widerstandskraft der Autozulieferer-Margen wieder an, während wir auf den Höhepunkt des Konjunkturzyklus zusteuern“, schrieben die Analysten der Investmentbank Jefferies.

Der Konzern mit Sitz in Herzogenaurach bei Nürnberg stellt Bauteile für Motoren, Getriebe und Fahrwerke sowie Wälz- und Gleitlager für die Industrie her. Das zweite Quartal sei wegen erhöhten Preisdrucks im Autogeschäft deutlich schwächer gelaufen, hatte Schaeffler am Montagabend nach Börsenschluss mitgeteilt. Der Anteil des Gewinns am Umsatz vor Sondereinflüssen, Zinsen und Steuern dürfte deshalb statt mindestens zwölf Prozent nur noch mindestens elf Prozent erreichen. Seine Umsatzprognose für 2017 bestätigte Schaeffler dagegen. Im Sog des Schaeffler-Kurssturzes verloren Konkurrenten wie GKN, Contintental, ElringKlinger, Valeo, oder Faurecia bis zu 4,3 Prozent.

Ermutigende Konjunktur-Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi wurden am Markt als eine gewachsene Bereitschaft der Europäischen Zentralbank zur Straffung der Geldpolitik gedeutet. Bei einer Notenbank-Konferenz sagte Draghi, alle Zeichen deuteten auf eine Festigung und Verbreiterung der Erholung in der Euro-Zone hin. Faktoren, die die Inflation drückten, seien vor allem temporär. „Das ist ein klares Indiz, dass die EZB bereit ist, ihre geldpolitischen Konjunkturhilfen früher herunterzuschrauben als erwartet“, sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Online-Broker Forex.com.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Derzeit pumpt die Notenbank durch Anleihekäufe monatlich 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte. Spekulationen auf eine baldige Drosselung des sogenannten Quantitative Easing (QE) trieb die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 0,37 von 0,249 Prozent. „Es bleibt aber die Frage, ob die Euro-Zone ohne die Unterstützung durch QE überleben würde“, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital.

Warum Bank-Aktien begehrt waren
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