Börse Frankfurt
Spanische Bankenkrise belastet Dax

Auch am Feiertag bleibt ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ein Thema an den Märkten. Doch auch andere südeuropäische Länder bereiten Sorgenfalten. So verunsichert einmal mehr Spaniens Bankensektor.
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FrankfurtDie deutschen Aktien haben am Montag im späten Handel freundlich tendiert. Der L-Dax beendete den Tag bei 6.328,53 Punkten. Im Hauptgeschäft hatte der Index 0,26 Prozent auf 6.323,19 Punkte verloren. Der L-MDax schloss bei 10.271,67 Punkten. Der Index mittelgroßer Werte war zuvor um 0,65 Prozent auf 10 262,38 Punkte gestiegen. Beim L-TecDax standen zum Schluss 758,13 Punkte zu Buche. Der Technologiewerte-Index hatte davor um 0,47 Prozent auf 755,97 Punkte zugelegt.

Die spanische Bankenkrise dämpfte heute jegliche Euphorie und sorgte am Rentenmarkt für einen Ausverkauf spanischer Staatsanleihen. Auch die schwachen italienischen Konjunkturdaten taten ihr übriges. So sank die Unternehmensstimmung auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Dagegen fiel die jüngste italienische Anleihe-Auktion wie erwartet aus und lieferte dem Markt kaum Impulse.

Erschüttert von mehreren Hiobsbotschaften gerät Spanien zusehends in den Strudel der Schuldenkrise. Das Land erlebe gerade einen „extrem schwierigen Moment“, räumte Ministerpräsident Mariano Rajoy auf einer Pressekonferenz ein. Die Märkte reagierten verunsichert, die Renditen spanischer Staatsanleihen schnellten in die Höhe und der Risikoaufschlag für die Papiere schoss auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro. Die Titel des Sparkassen-Konzerns Bankia brachen zeitweise um 29 Prozent ein und schlossen 13 Prozent niedriger. Das zog auch den Madrider Leitindex nach unten, er verlor zwei Prozent. Andere spanische Banken wie Banco Popular kamen ebenfalls unter die Räder, sie büßten sieben Prozent ein, Sabadell rutschten um 5,3 Prozent. Bankia hatte am Freitag den Staat um weitere 19 Milliarden Euro bitten müssen, um zu Überleben.

Auch die meisten übrigen europäischen Indizes zogen an. Wegen des Pfingst-Feiertages in vielen Ländern waren die Umsätze aber gering. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Montag 0,2 fester bei 8.593 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor zwar 0,1 Prozent auf 721 Punkte. Aber auch die Börsen in Shanghai, Hongkong, Taiwan, Singapur und Australien konnten Gewinne verzeichnen.
Die US-Leitindizes gingen am Freitag mit Abschlägen aus dem Handel. Der Dow Jones gab 0,6 Prozent auf 12.455 Zähler nach. Aufgrund des Memorial Day findet am Montag kein Handel an der Wall Street statt.

Bester Wert im Dax waren die Titel von MAN mit einem Plus von 1,7 Prozent. Am unteren Ende des Leitindex rangierten Commerzbank-Aktien, die drei Prozent verloren. Danach folgten RWE, die um 2,5 Prozent abgaben.

Im Fokus standen die Aktien der Deutsche Wohnen AG, die im MDax 4,8 Prozent verloren. Der Immobilienkonzern hatte bekannt gegeben, für 1,2 Milliarden Euro 23.500 Wohnungen der BauBeCon Gruppe von der britischen Barclays Bank übernehmen zu wollen.

Im TecDax verzeichneten Solarworld mit einem Plus von 6,2 Prozent den größten Gewinn. Auslöser für die Rallye war die Meldung, dass das sommerliche Pfingstwetter Deutschland eine neue Spitzenleistung bei der Produktion von Solarstrom beschert hat.
Die Aktien von Drillisch und Euromicron wurden am Montag mit Dividendenabschlägen von 0,70 respektive 1,15 Euro je Aktie gehandelt und lagen entsprechend auf den letzten beiden Plätzen des TecDax.

Der Handelsriese Metro steht möglicherweise vor einem Abstieg aus dem obersten deutschen Börsensegment Dax. Nach einer aktuellen Aufstellung der Deutschen Börse liegt der Düsseldorfer Konzern bei der Marktkapitalisierung unter den größten deutschen Aktiengesellschaften nur auf Platz 36. Bei der Entscheidung über die Zusammensetzung des Aktienindizes im September drohe Metro deshalb der Abstieg in den MDax, berichtete die „Wirtschaftswoche“. Das Unternehmen sei im September am ehesten von einem Ausscheiden bedroht, zitierte das Magazin Indexexperten. Dies dürfte das Papier zusätzlich belasten, nachdem es seit Anfang 2011 bereits rund 50 Prozent an Wert verloren hat. Die Aktie gehörte mit einem Minus von 0,9 Prozent zu den schwächsten Werten im Dax.


Martin Barwitzki
Martin Barwitzki
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Spanische Bankenkrise belastet Dax"

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  • Netter Ausdruck. Mehr als paar Krümel waren es auch nicht.

  • Das Gemurmel der Trading-Krümel...

    Arme Kerle.

  • Da bekommen einige offenbar Angst, dass ihre Boni nicht mehr so hoch sein werden.
    Ich hab richtig Mitleid

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