Börse Frankfurt Spekulationen über EZB-Zinsschritt belasten den Dax

Der Dax hat am Freitag wieder am Jahreshoch gekratzt, gab aber am Nachmittag nach und schloss mit leichten Abschlägen. Ein Grund dafür sind die Spekulationen über eine frühere Zinsanhebung in der Euro-Zone.
Update: 10.03.2017 - 19:44 Uhr 4 Kommentare

Trotz Minus beim Dax: Die Börse feiert

Trotz Minus beim Dax: Die Börse feiert

FrankfurtSpekulationen über eine mögliche frühere Zinsanhebung in der Eurozone und bröckelnde Gewinne an der Wall Street haben den Dax am Freitag belastet. Nach einem freundlichen Verlauf drehte der deutsche Leitindex in die Verlustzone und beendete den Tag mit einem Minus von 0,13 Prozent auf 11.963,18 Punkte. Im Wochenverlauf bedeutet dies einen Abschlag von einem halben Prozent.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete, hat die Europäische Zentralbank (EZB) während ihrer jüngsten Sitzung über die Möglichkeit einer Zinserhöhung vor dem Auslaufen des Anleihe-Kaufprogramms diskutiert. Die Nachricht schwächte laut einem Händler den Dollar und damit auch die Entwicklung an der Wall Street. Die US-Arbeitsmarktdaten für Februar, die am Nachmittag veröffentlicht wurden, waren hingegen wie erwartet stark ausgefallen und bewegten die Aktienkurse kaum. Einer Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank Fed sollte am Mittwoch nichts mehr im Wege stehen, schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Helaba.

Die besten und schlechtesten Aktien im Februar

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

-52,04 -0,76%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 15

Im Vergleich zum Vormonat hat der HDax im Februar zugelegt. Die 110 Aktien des HDax, in dem alle Titel aus Dax, MDax und TecDax vertreten sind, kamen auf eine Monatsperformance von 2,97 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Rekordlaune am amerikanischen Aktienmarkt und die Hoffnung auf einen amerikanischen Konjunkturboom durch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig fürchten Anleger aber auch immer noch politische Unsicherheiten, was die Kurse zeitweise wieder zurück fallen lässt. Trotzdem: insgesamt eine durchaus positive Tendenz. Es folgen die schlechtesten und die besten Aktien im Februar.

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
Xetra

-0,84 -1,23%
+67,36€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess AG
2 von 15

Flops – Platz 7

Den Reigen der Flops eröffnet die Lanxess AG. Der Spezialchemiekonzern ist einer der bedeutendsten Chemie- und Polymeranbieter Europas. Etwa ein Jahr lang konnte das Wertpapier von Lanxess seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Doch im Februar verloren die Aktien insgesamt 4,54 Prozent, wodurch das recht überkaufte Sentiment in eine gesunde Konsolidierung übergehen dürfte. Zum Monatsende hin ist auch schon wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Deutsche Börse AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Deutsche Börse AG
Deutsche Börse AG
3 von 15

Flops – Platz 6

Kerngeschäft der Deutsche Börse AG ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Der Februar lief nicht gut für die Aktiengesellschaft. Eigentlich war der Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und London Stock Exchange (LSE) geplant, doch inzwischen ist das Scheitern der Fusion zum Greifen nah. Denn die LSE hat unerwartet die Reißleine gezogen. Die Monatsperformance der Deutsche Börse AG beläuft sich auf ein Minus von 5,09 Prozent.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
Xetra

-0,80 -0,57%
+139,80€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie AG
4 von 15

Flops – Platz 5

Auch für die Wacker Chemie AG hielt der Februar nicht viel Gutes bereit. Am 13. Februar stuften die Analysten von Berenberg die Aktien von „buy“ auf „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 112 von 115 Euro. Insgesamt verbilligten sich die Papiere im Februar um 5,20 Prozent.

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,07 -0,31%
+22,16€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S AG-REG
5 von 15

Flops – Platz 4

Noch schlechter sah der Februar für die K+S AG aus. Die Baader Bank beließ die Einstufung der Aktien auf „Hold“ mit einem Kursziel von 21 Euro. Das Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung fuhr einen Kursverlust von 5,84 Prozent ein.

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
Xetra

-0,34 -3,10%
+10,61€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro AG
6 von 15

Flops – Platz 3

Die Metro AG schafft es unter die Top Drei der Verlierer. In weniger als einem halben Jahr soll das Unternehmen aufgespalten werden: in einen Elektrohändler um Media Saturn und in einen Lebensmittelspezialisten um die Real-Supermarkte und das Großhandelsgeschäft. Dann werden die Aktien der beiden künftigen Unternehmen getrennt gehandelt werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie der Metro AG im Februar außerdem auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Am Ende des Monats erschien für die Aktien ein Minus von 7,42 Prozent auf den Anzeigetafeln.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
Xetra

-0,05 -0,42%
+12,92€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank AG
7 von 15

Flops – Platz 2

Der Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie seit Oktober 2016 geriet im Februar ins Wanken. Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank AG auf „Underweight“ belassen – mit einem Kursziel von sechs Euro. Hinzu kommen eine geringe Kreditnachfrage, anhaltend niedrige Zinsmargen und geringe Gebühren. Am Ende des Monats stand ein dickes Minus von 10,13 Prozent.

Der MDax hielt sich am Freitag im Plus mit 0,17 Prozent auf 23 325,48 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gewann 0,96 Prozent auf 1968,02 Punkte und nähert sich damit der Marke von 2000 Punkten, die er zuletzt im Jahr 2001 erreicht hatte. Die anderen großen Börsen Europas schlossen mit moderaten Gewinnen: Der EuroStoxx 50 legte um 0,19 Prozent auf 3416,27 Punkte zu, und auch der Pariser CAC 40 und der Londoner FTSE 100 stiegen. In den USA hielt sich der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit 0,08 Prozent im Plus.

Da Zinserhöhungen positiv für das Geschäft der Banken sind, waren die Titel der Commerzbank mit einem Plus von fast 6 Prozent und die der Deutschen Bank mit etwas mehr als 2 Prozent Gewinn die Favoriten im Dax.

Immobilienwerte leiden dagegen für gewöhnlich unter einem festeren Zinsumfeld. Entsprechend präsentierten sie sich zum Wochenausklang schwach. Vonovia verloren am Dax-Ende knapp 2 Prozent. Auch im MDax und im Kleinwerte-Index SDax waren Immobilien-Papiere wie Deutsche Wohnen, Deutsche Euroshop oder Patrizia unter den größten Verlierern.

Im TecDax setzten die Aktien von Evotec ihre Klettertour fort und erreichten mit plus 8,7 Prozent auf 8,40 Euro den höchsten Stand seit 2002. Bereits seit Mitte Februar geht es wieder mit Tempo aufwärts für die Papiere des Biotech-Unternehmens. An diesem Freitag gab eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank Auftrieb.

Die Favoriten im MDax waren Zalando und Gea mit Kursgewinnen von jeweils 2,7 Prozent. Die Anteile des Online-Modehändlers profitierten vom Lob der britischen Bank Barclays für dessen Plattformstrategie. Zalando verlasse sich so nicht nur auf den eigenen Handel, hieß es. Der Maschinenbaukonzern Gea hatte seine endgültigen Zahlen vorgelegt und eine Dividende von 0,80 Euro je Aktie vorgeschlagen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,12 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 141,76 Punkte. Der richtungweisende Bund Future sank um 0,47 Prozent auf 159,01 Punkte. Der Eurokurs stieg bis zum Abend bis auf 1,0673 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,0606 (Donnerstag: 1,0551) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9429 (0,9478) Euro.

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  • Im Plus ja...aber halt nicht über die 12.000 Punkte Marke.

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