Börse Frankfurt
Starke Konjunktur gibt Aktien Auftrieb

Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach seiner jüngsten Talfahrt am Dienstag etwas stabilisiert. Als Kursstütze dienten gute heimische und amerikanische Konjunkturdaten sowie ein Rekordhoch beim US-Aktienindex S&P 500.
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FrankfurtNach der jüngsten Talfahrt am deutschen Aktienmarkt versuchte sich der Dax am Dienstag an einer Stabilisierung. Unterstützt wurde er bei seinem neuerlichen Anstieg in Richtung der 12.300-Punkte-Marke von einem überraschend starken Ifo-Geschäftsklimaindex und neuen Rekorden an den US-Börsen. Dagegen konnte der weiter steigende Eurokurs, der jüngst wegen der möglichen Beeinträchtigung der Exportaussichten europäischer Unternehmen belastet hatte, nur wenig ausrichten.

Zum Handelsschluss stand der Dax 0,45 Prozent im Plus bei 12 264,31 Punkten. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen rückte um 0,40 Prozent auf 24 623,83 Punkte vor. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,09 Prozent auf 2260,17 Zähler nach oben. Der EuroStoxx50 legte 0,7 Prozent auf 3477,04 Zähler zu. Der Euro wurde zuletzt zu rund 1,17 US-Dollar gehandelt und erreichte damit den höchsten Stand seit 2015.

Für Gesprächsstoff sorgten erneut die Kartell-Vorwürfe gegen die deutschen Autobauer. „Mal abgesehen von den möglichen Milliardenstrafen, die bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes ausmachen können, schätzen wir vor allem das Reputationsrisiko sowie eine etwaige Regulierungswelle für die Branche als die größeren Risiken ein“, sagte LBBW-Analyst Clemens Bundschuh.

Unabhängig davon teilte ein Gerichtssprecher mit, dass sich ein Volkswagen-Manager im US-Abgasskandal schuldig bekennen will. Die Konkurrenten BMW und Daimler erholten sich dagegen etwas von ihren Verlusten der vergangenen Tage, ihre Aktien legten 0,6 und 0,2 Prozent zu. Daimler kann darauf hoffen, aus dem Verfahren um mögliche illegale Preisabsprachen mit einem blauen Auge davonzukommen. Einem Insider zufolge erstattete der Stuttgarter Konzern als erster Selbstanzeige.

Der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, markierte mit 116 Punkten den dritten Monat in Folge ein Rekordhoch. „In den Unternehmen herrscht ausgelassene Partystimmung“, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Zwar könne das reale Wirtschaftswachstum da nicht mithalten. „Die niedrige Arbeitslosenquote und die gut gefüllten Auftragsbücher in der Industrie fühlen sich aber möglicherweise wie ein Rekordboom an.“

Die Helaba lobte diese Entwicklung. Das sei eine Überraschung gewesen. Alles in allem bleibe das Wachstumsszenario damit intakt, schrieb sie. Allerdings gab es auch kritische Stimmen: „Es könnte sein, dass dieser Rausch irgendwann in einem Kater endet“, warnte etwa LBBW-Volkswirt Uwe Burkert. Außerdem gab er zu bedenken, dass die Negativ-Schlagzeilen zu möglichen Kartellabsprachen in der deutschen Autoindustrie und der jüngste Höhenflug des Euro noch nicht in der aktuellen Umfrage erfasst seien.

Während die Anleger weiter überwiegend die Finger von den deutschen Autoaktien ließen, so dass diese sich im unteren Drittel des Dax befanden, legten die Aktie von Henkel im Leitindex um 1,2 Prozent zu. Das Analysehaus Jefferies nahm die Aktie des Konsumgüterherstellers mit „Buy“ und einem Kursziel von 150 Euro in die Bewertung auf. Commerzbank und Deutsche Bank waren mit jeweils 2,3 Prozent die Favoriten im Dax und setzten damit ihre jüngste Erholung fort.

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