Börse Frankfurt
Starker Wochenauftakt für den Dax

Der Dax befindet sich weiter im Aufwind. Die Markteuphorie nach dem Brüsseler EU-Gipfel am Freitag hält weiter an. Damit kletterte der deutsche Leitindex auf den höchsten Stand seit Mitte Mai.
  • 56

FrankfurtDer Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt hat zunächst auch in der neuen Woche angehalten. Der Dax ging mit einem Kursplus von 1,24 Prozent auf 6496 Punkte aus dem Handel. Der MDax legte um 0,88 Prozent auf 10 435 Punkte zu , der TecDax gewann 1,63 Prozent auf 755 Punkte.

Hoffnungen auf eine nachhaltige Stabilisierung der Euro-Zone hat die Kauflust der Dax -Anleger erneut entfacht. Schon am Freitag hatten die überraschend weitreichenden EU-Beschlüsse im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise den Dax um 4,3 Prozent in die Höhe getrieben. Der EuroStoxx50 gewann zu Wochenbeginn 1,4 Prozent auf 2295 Zähler. "Die Anleger haben neue Hoffnung geschöpft, und das wirkt am Markt noch nach", sagte ein Händler.

Zeitweise gedrosselt wurde der Aufwärtstrend von Ankündigungen der Regierungen Finnlands und der Niederlande, Anleihekäufe des ESM auf dem Sekundärmarkt zu blockieren.

Aus Sorge vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone war die Währungsgemeinschaft Spanien und Italien vergangene Woche auf dem EU-Gipfel entgegengekommen. Die Staats- und Regierungschefs hatten vereinbart, die Bedingungen für Hilfen zu lockern und die Tür für direkte Bankenzuschüsse aus dem Rettungsfonds ESM zu öffnen. Zudem soll mit einer zentralen Bankenaufsicht unter der Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Bankenunion möglich werden.

Am Nachmittag sorgten schwache US-Konjunkturdaten für Ernüchterung unter den Anlegern. Europaweit brachen die Kurse zunächst ein, nachdem der ISM-Einkaufsmanagerindex für Juni mit 49,7 Punkten unter den Prognosen von 52,0 Zählern ausgefallen war. "Der kräftige Rückgang des wichtigsten Stimmungsbarometers der US-Industrie enttäuscht und stellt selbst in Anbetracht der überwiegend schwachen Regionalumfragen eine Überraschung auf der negativen Seite dar", erklärte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Analysten halten die momentane Marktbewegung jedoch für übertrieben. Die Euro-Probleme seien keineswegs gelöst, und die Weltkonjunktur bewege sich auf einem schwierigen Pfad, urteilte LBBW-Analyst Berndt Fernow. Auch Christian Schmidt, Analyst bei der Helaba, stellte fest: "Grundsätzlich muss der Kurssprung wohl unter dem Motto 'politische Börse' verbucht werden." Und einer Börsenweisheit folgend habe diese "kurze Beine".

Neben den EU-Beschlüssen richteten die Investoren ihre Hoffnung aber auch auf die EZB. "Viele Anleger haben eine Leitzinssenkung bereits eingepreist", sagte ein Händler. Die große Mehrheit der geldpolitischen Beobachter geht davon aus, dass die Notenbanker um EZB-Chef Mario Draghi erstmals in der Geschichte der Währungsunion den Leitzins unter ein Prozent senken dürften, um die Wirtschaft in der Euro-Zone anzuschieben. Sollte die EZB passiv bleiben, könnte dies die Börsen enttäuschen.

Auf die Euphorie vom Freitag folgte am Montag die Ernüchterung - zumindest am Renten- und Devisenmarkt. Die Renditen der spanischen und italienischen Anleihen gaben nur noch leicht nach, und der Euro bröckelte auf 1,26 Dollar ab. Hauptgesprächsthema blieben die Gipfelergebnisse vom Freitag. Dabei gingen die Einschätzungen teils weit auseinander. Während Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, von einem Gewinn für die Euro-Zone sprach, hielt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann den Euro weiter für gefährdet, da man den Erhalt des Euro über eine "vernünftige, glaubwürdige Wirtschafts-, Fiskal- und Geldpolitik" gestellt habe.

Seite 1:

Starker Wochenauftakt für den Dax

Seite 2:

Banken legen weiter zu - Auf und Ab bei Rhön-Aktie

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Starker Wochenauftakt für den Dax"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hhahahahahahahah ihr Lappen und niederläändische Krone. Ihr werdet euch noch wundern
    Die EU-Bankenaufsicht ist eine aalglatte Nachweiskontrolle und das Stimmenverhältnis im ECB-Klienteelverein ist 70:30

  • Hhahahahahahhaha ihr lappen.

  • Danke PrivatT. Der Dax marschiert nicht. Wer könnte eigentlich morgens für Tagestitel des DAX´ stimmen? Z.B. HeuteDAX oder besserer allgemeiner Titel? Würg________________

    Paderborner

    bis Donnerstag habe ich die gleiche Meinung. Aber dann brauchen wir noch einmal Charty

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%