Börse Frankfurt
„Super-Mario“ treibt den Dax an

Er hat es wieder getan: EZB-Chef Mario Draghi sorgt in einer Rede für Spekulationen über neue Geldspritzen. Anleger hoffen auf einen Geldregen und kaufen Aktien. Von der Krise ist beim Dax keine Spur mehr.
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FrankfurtAnleger weltweit haben am Montag auf einen warmen Geldregen aus den Schleusen der EZB gewettet und kräftig Aktien gekauft. Der S&P 500 stieg ein ein Rekordhoch, der Dax ging 1,75 Prozent höher bei 9.502 Punkten aus dem Handel.

EZB-Chef Mario Draghi hatte auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole gesagt, er wolle die immer niedrigere Inflation in der Währungsunion falls nötig mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln erhöhen und so die Wirtschaft ankurbeln. Aus Sicht der Märkte sind breit angelegte Wertpapierkäufe (QE) nun wahrscheinlicher geworden, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar.

Draghi könnte damit dem Model Japan näher kommen: Mit Wertpapierkäufen in Rekordhöhe peppt die Bank of Japan bereits die Wirtschaft des Landes auf. Ein Experiment, das seinesgleichen sucht und hochumstritten ist.

Der Euro ging auf Talfahrt und fiel mit 1,3182 Dollar auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr. Draghis Ziel ist nämlich klar: Die Inflation des Euro verstärken.

Die Inflationsrate in den 18 Euro-Ländern ging im Juli auf 0,4 Prozent zurück und lag damit deutlich unter dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent. Auf breiter Front fallende Preise können eine Wirtschaft auf viele Jahre lähmen. Verbraucher konsumieren dann weniger, weil sie mit noch niedrigeren Preisen in der Zukunft rechnen. Unternehmen schieben Investitionen auf die lange Bank.

Analysten werteten die Aussagen Draghis als dramatisch. „Draghis Rede in Jackson Hole kann durchaus als ein Meilenstein in die Geschichte des EZB-Präsidenten eingehen“, stellte Commerzbank-Analyst Michael Leister fest.

Statistik: Inflationsrate in Deutschland von Juli 2013 bis Juli 2014 (gegenüber Vorjahresmonat) | Statista
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Fed-Chefin will Zinsen nicht überstürzt anheben

Die US-Notenbank Fed hat die Wirtschaft nach der Finanzkrise 2008 mit ultraniedrigen Zinsen und massiven Wertpapierkäufen wieder in Schwung gebracht. Mit einer Anhebung der Zinsen will sich Fed-Chefin Janet Yellen offenbar noch Zeit lassen. Ein zu schnelles Vorgehen könne die Erholung auf dem Arbeitsmarkt hemmen, sagte Yellen in Jackson Hole.

An den Rentenmärkten löste die Aussicht auf billiges Zentralbankgeld einen Run auf die Bundesanleihen und ihre spanischen, italienischen und französischen Pendants aus. Dabei rutschten die Renditen auf Rekordtiefs. Der überraschend starke Rückgang des Ifo-Index wurde von den Anlegern dagegen meist ignoriert. Die deutsche Wirtschaft sei zwar anfällig für Störungen von außen, aber eine Rezession drohe nicht, sagten Analysten.

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  • Eine noch expansivere Geldpolitik der EZB wirkt destabilisierend und erhöht das Risiko sowohl für Inflation als auch für Deflation. Auch wenn es paradox klingt, aber QE erhöht auch die Gefahr einer Deflation. Wenn die Immobilienblase platzt, und dazu braucht es keinen besonderen Grund, dann kann dies der Auslöser für fallende Preise auf breiter Front sein. Egal wieviel Geld die EZB druckt, ich wette es wird immer zu wenig sein.

  • Es ist so wunderschön, Draghi ejakuliert weiterhin EZB Geld in den privaten Bankensektor, Frankreichs Regierung tritt zurück und die Börsen feiern Partie, der DAX mal eben so mehr als 1,5 % höher. Die Not und die Krise wird langsam sogar sichtbar dekadent, es spielt auch keine Rolle mehr das französisches und italienisches Handeln mehr Schulden machen zu wollen die EU letztlich implodieren lässt und Frau Le Pen wohl dazu berufen ist als letztem Sargnagel die EU der Endlichkeit zu übergeben. Die Sause vor dem Ende wird noch viel hektischer und masturbierend zuckender bis es im großen Urknall eines neuen Anfang enden muss. Dieser neue Anfang interessiert mich, das was davor noch kommt ist absehbar und nicht mehr zu verhindern. Wird alles noch feudaler oder doch menschenfreundlicher, wird Blut fließen und wie sieht dann Rechtsstaatlichkeit und Demokratie aus und wie viele Menschen benötigt die Erde eigentlich noch und wer bestimmt das?! Es könnte spannend, aber auch unerfreulich werden!

  • “Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.” (Epikur)

    Schönen Abend allerseits!

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