Börse Frankfurt
Syrien-Krise hält Dax an der kurzen Leine

Das diplomatische Tauziehen um Syrien macht den Dax orientierungslos. Die Anleger plagt die Frage, ob und wenn ja, wann ein Militärschlag gegen Syrien bevorsteht. Bei den Einzelwerten sorgte K+S für eine Überraschung.
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FrankfurtDie Syrien-Thematik überschattet das Börsengeschehen. Vielen Anlegern ist die Lage schlichtweg zu unsicher. Sie wollen lieber abwarten, bis Klarheit über einen möglichen Militärschlag der USA gegen Syrien und die weitere Geldpolitik der Fed herrscht.

Der Dax zeigte sich vor diesem Hintergrund weitestgehend regungslos. Schon vom Start weg konnte sich der Leitindex in keine Richtung eindeutig absetzen. Den größten Teil des Handelstages pendelte der Dax um seinen Freitagsschlusskurs. Am Ende notierte der Dax bei einem Kurs von 8276 Punkte unverändert.

In der zweiten Reihe hielten sich die Kursbewegungen ebenfalls in Grenzen. Der MDax schloss 0,4 Prozent fester auf 14.645 Punkte. Der TecDax ging mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 1047 Zähler aus dem Handel.

Wie es scheint, droht US-Präsident Barack Obama bei seinem Plan für einen Militärschlag gegen Syrien eine Abfuhr im Kongress. Zahlreiche Senatoren und Abgeordnete zeigten sich nach der Rückkehr aus der Sommerpause unsicher, ob sie einem Angriff auf Syrien zustimmen sollen.

Doch damit ist ein möglicher Syrien-Krieg noch lange nicht vom Tisch. Am Vormittag räumte US-Außenminister John Kerry der syrischen Führung eine Frist ein, um einen Militärschlag zu vermeiden. Sollte Assad binnen einer Woche alles Chemiewaffen an die internationale Gemeinschaft übergeben, werde es keine Intervention geben, sagte Kerry in London. In den internationalen Beziehungen ist dieses Vorgehen ein beliebtes Mittel, um einer Intervention eine Legitimationsgrundlage zu liefern. Denn es ist davon auszugehen, dass diese Bedingung nahezu unerfüllbar für das diktatorische Regime in Syrien ist – schon allein aus infrastrukturellen und kommunikativen Gründen. Im nachhinein können die USA allerdings erklären, Syrien die Möglichkeit zur Verhinderung einer Eskalation des Syrien-Konflikts gegeben zu haben.

Am Nachmittag verlieh Russland der Forderung der USA zusätzlich Nachdruck. Außenminister Sergej Lawrow forderte eine „schnelle und positive“ Antwort von der Regierung in Damaskus. Syrien solle ihre Chemiewaffen unter internationale Kontrolle stellen und sie vernichten. Moskau erhoffe sich von der Maßnahme, dass ein möglicher Militärschlag gegen das Land damit verhindert werden könne.

Die Worte des russischen Außenministers zeigten Wirkung. Nach Börsenschluss lief die Meldung ein, dass sich Syrien sich bereiterklärt, sein Chemiewaffenarsenal unter internationale Kontrolle zu stellen. Er begrüße den entsprechenden russischen Vorschlag, sagte Syriens Außenminister Walid al-Mualem am Montag in Moskau.

Im Blick haben die Anleger zudem das weitere Vorgehen der Fed. Der zuletzt enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht schürte Spekulationen, dass sich der Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik verzögern könnte.

Bei den Einzelwerten rückte K+S im Nachmittagshandel in den Fokus. Der kriselnde Düngemittelhersteller schob sich innerhalb kürzester Zeit an die Dax-Spitze. Einem Händler zufolge sorgten wieder aufgeflammte Spekulationen über Uralkali für Unterstützung. Angeblich ist Großaktionär Suleiman Kerimov könnte unter Druck geraten, seine Anteile zu verkaufen. Damit komme Hoffnung auf, dass die Vertriebsallianzen für Kali nun doch noch wieder aufleben könnten, sagte ein Börsianer. Am Ende gingen die Papiere mit einem Plus von 8,2 Prozent aus dem Handel.

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  • Man muss einfach täglich die Chance nutzen und bei Rücksetzer kaufen, dann ist man immer
    ein Gewinner. Nächste Woche grosser Verfall und Charttechnik alles im grünen Bereich
    Aber abwarten ist nicht so lukrativ wie die Tagesspielchen

  • Boah...was für eine Daddelei heute. Nix verpasst. Der Dax ist eingepennt und keiner merkt es.

  • Also als Volatil würde ich das im Moment nicht zwingend bezeichnen. Die meiste Zeit dümpelt der Dax vor sich hin.
    Dann gibt es einen kleinen Ausschlag um die Daytrader zu wecken, Limite abzuräumen und dann geht es in die andere Richtung. Das Problem daran ist das man sich nicht vernünftig positionieren kann da es meistens rasend schnell geht.

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